Die VerkehrsdebatteWelche Grazer Parteien beim Auto auf die Bremse steigen

Die Spitzenkandidaten waren sich in der Debatte bei der Kleinen Zeitung einig, es braucht den großen Wurf in der Verkehrspolitik. Die U-Bahn-Vision ist politisch angezählt. Aber wie geht es mit dem Auto weiter?

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Heute schon gestaut? Die Landeshauptstadt wächst rasant, aber auch Graz-Umgebung zählt zu den am stärksten wachsenden Bezirken österreichweit. Im Ballungsraum der Stadt mit ihrem Speckgürtel wird bald eine halbe Million Menschen leben. Täglich zählt man 450.000 Fahrten von und nach Graz, 85 Prozent davon im Pkw, in dem allzu oft ein Single-Fahrer sitzt. Gleichzeitig ist das Straßenbahn-Netz jahrzehntelang nicht substanziell ausgebaut worden. Heuer im Herbst werden mit den Linien zur Smart City und Reininghaus erstmals wieder echte Erweiterungen realisiert.

Kommentare (55)
Ragnar Lodbrok
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Na wie wird es mit Autos wohl weitergehen...

Noch vor 2030 wird ein Verkaufsverbot für neue Verbrenner kommen. Das Tankstellennetz bis 2040 drastisch reduziert.

sanantonio
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Noch mehr Straßenbahnen ? Dann sollte man aber gleich

die Häuser an den Hauptlinien, etwa der Jakoministraße oder Leonhardstraße abreißen. Denn dort kann man wegen der hohen Frequenz und den neuen schweren Stahlkolossen, die eigentlich nicht für Altstädte gedacht sind, ohnedies nicht mehr wohnen, wie man das über Jahrzehnte und Generationen trotz „Elektrischer" tun konnte. Die verbleibenden Bewohner der inneren Stadt können ebenso gleich mitziehen. Auch sie müssen ihre schönen Innenstadträumlichkeiten aufgeben, denn in Fußgängerzonen kann man nicht auf Dauer wohnen. Die Autos und Geschäfte, die eben während normaler Geschäftszeiten geöffnet haben, sorgen für Ruhe und vor allem Nachtruhe. Jüngstes Beispiel ist ja der Kaiser Josefplatz gewesen. Mit der Verbannung der Autos war es mit der Ruhe vorbei. Viele Anrainer erwägen nach Jahren der Zufriedenheit mit ihrer Wohnsituation einen Wohnungswechsel.

smotron1
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Eine Idee zur Parkplatzsituation

Die Remise Styrergasse soll ja komplett umgebaut werden. Könnte man dabei nicht gleich eine größere unterirdische Parkebene ausschließlich für Anrainer kostengünstig mit einplanen und dafür jede Menge Parkplätze im Bereich herum auflassen? Würde freien Platz für Radfahrer, Bäume oder was auch immer ergeben...

altbayer
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Gaslager

Das Areal in der Steyrergasse war das alte Gaslager von Graz.
Der Boden ist derart verseucht, dass die Entsorgung des Aushubmaterials für die Errichtung des neuen Gebäudes Millionen kosten wird.
Jeder Meter tiefer kostet mehr und mehr und mehr und mehr und mehr.....

LaoQui
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Parkplätze - ein zu heißes Pflaster!

Der Kampf um den öffentlichen Raum wird immer heftiger. Als Abstellflächen für überwiegend stehende Blechkutschen ist er zu wertvoll, die Stadt hätte dafür sicher bessere Verwendung und wird weiter nachdenken müssen, wie sie dieses Gut am besten im Sinne der Bürger verwaltet. Wenn die Besitzer von Wohnungen mit Parkplätzen oder Tiefgaragen dafür bezahlen mussten, warum sollen dann die übrigen nicht ihren Beitrag leisten müssen? Meine Idee dazu ist kein Vorschlag, schon gar nicht parteipolitisch, sondern nur ein Denkansatz: Die Stadt "verpachtet" in dazu geeigneten Straßen die Parkplätze an Bewohner; das dafür eingenommen Geld wird für eine intensive Bepflanzung und kleine Grüninseln etc. in diesen Straßen verwendet (Beispiel: Leonhardstraße östlich Engelgasse etc.). Klar, dass statt Parkplätzen auch da und dort Bussspuren und Radwege eingerichtet werden müssen. Und natürlich dürfte kein einziger Meter Straße in Graz gratis verparkt werden dürfen; die Absteller der vielen Autos am Rosenhain und in vielen Stadtvierteln sollten ebenfalls zur Kasse gebeten werden. Das könnte u. a. dazu führen, dass mehr (Tief-)garagen gebaut werden, und würde wohl auch mehr Ideen für bessere Pendler-Lösungen bringen.

gberghofer
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Nagl kam sogar auf die Wahnsinnsidee am Eisernen Tor .......

.... eine Tiefgarage zu bauen.

smotron1
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Wie man

jetzt wen zur Kassa bietet, darum dürfen sich andere Gedanken machen. Mir gehts darum, diese einmalige Chance zu nützen die sich hier auftun würde größere Abstellflächen aus dem öffentlichen Raum unter die Erde zu verfrachten.

LaoQui
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Die Idee ist ja gut!

Sie passt in meine Vorstellungen, denn ich gehe ja nicht davon aus, dass die Anrainer dort gratis parken dürften. Zu den Kosten eines Autos muss einfach der Aufwand fürs Parken mitgerechnet werden, gratis parken auf öffentlichem Grund wird nicht mehr gehen können.

SagServus
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Zu den Kosten eines Autos muss einfach der Aufwand fürs Parken mitgerechnet werden, gratis parken auf öffentlichem Grund wird nicht mehr gehen können.

Was in der Steyrergasse eh nicht der Fall wäre, da dort blaue Zone ist.

Aber ich geb recht, dass in dem Fall eine zusätzliche Parkgarage sicher sinnvoll wäre um Platz auf der Oberfläche zu bekommen.

Wäre für viele Zonenparker wohl sogar von Vorteil, da bei einer Parkgarage man immer fix seinen Stellplatz hätte und man nicht trotz gültigem Zonenpickerl eventuell doch Satellit spielen muss um einen freien Platz zu finden.

stprei
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Kostengünstig

Warum sollen das andere ohne Garage ausschließlich für Anrainer mitfinanzieren. Man kann die Garage ohne Gewinnabsicht betreiben, muss aber trotzdem kostendeckend bleiben.

smotron1
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Gerne

kostendeckend ohne Gewinnabsicht. Würde sich halt anbieten, da sowieso bereits ein Umbau geschiieht und sich daher die Mehrkosten wohl in Grenzen halten würden.

NIWO
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UBahn für Graz?

Erinnert mich an die Monorail der Simpsons.

LaoQui
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Etwas Tramway-Geschichte.

Ich war verblüffter Zeuge, als 1957 am Kalvariengürtel die Brücke über den Mühlgang für die Linie 3 verbreitert wurde. Die Schienen war auch schon gelegt und man fuhr Probe (es gibt Fotos). Da stellte sich heraus, dass die neu bestellten Triebwagen zu schwer waren; die Mühlgang-Stützmauer der Elisabethinergasse hätte nachgegeben. Die Linie 3 wurde also eingestellt. Der von Straßgang kommende O-Bus hatte nun keinen Anschluss mehr und musste von der Elisabethinergasse zum Griesplatz verlängert werden. Dorthin fuhr ja noch der 6er (von St. Peter kommend nach Puntigam). 1963 endete der 2er bei der Baustelle der Keplerbrücke und 1965 trennte der Neubau der Hauptbrücke vorübergehend die beiden Murufer. Auch der 6er fuhr ab 1971 nicht mehr über den Griesplatz, Grund war die "Überlastung" der Radetzkystraße - das führte auch zur Einstellung des O1, der zunächst über den Bahnhof und die Keplerstraße verlängert werden sollt. Nun war nicht in nur Gösting und Straßgang der Strom abgedreht, das teilweise Herausreißen der Schienen teilte nun das Linien-Netz endgültig in nicht mehr flexible Stränge, die man beim Neubau der Schönaubrücke dringend gebraucht hätte. Fazit: Besonders vorausschauend war die Grazer Verkehrsplanung nie. Jetzt will man das Netz wieder "flicken". Um einen Bruchteil von Kosten, Zeit und Ärger könnten das moderne O-Bus-Linien bewältigen ....

stprei
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Mei

Mei, der O-Bus, von dem alle Experten sagen, dass er weder leistungsfähig noch kostengünstig ist und alle Nachteile von Bus und Bim in einem einzigen Konzept vereint.

Und mehr Bim trommeln jetzt die Erben jener, die in den 60ern und 70ern weniger Bim umgesetzt haben.

SagServus
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Fazit: Besonders vorausschauend war die Grazer Verkehrsplanung nie

Zu der Zeit hatte kaum einer eine vorrausschauene Verkehrsplanung da zu der Zeit die Devise "autogerechte Stadt" galt.

Das war nicht nur in Graz so, sondern auch in Wien und vielen anderen Städten wo Straßenbahn- und Buslinien demoliert wurden weil sie dem Autoverkehr im Weg waren.

Der Fehler der begangen wurde ist aber, dass man in Graz noch immer an dem bereits mehr als überholten Gedanken der "autogerechten Stadt" festhält.

HRGallist
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Die große Verkehrsdebatte

Es gab perfekt funktionierende Strassenbahnlinien durch dle Stadr bis nach Gösting, über den Griesplatz, sogar eine Ringlinie Bahnhof-Bahnhof über das Glacis. Bis der „Buswahn“ kam und man die Schienen herausgerissen hat. Nagls Verdienste um die Stadt liegen vor alkem bei der Unterstützung seiner Betonierfreunde. Das war sein vorrangiges Ziel. Jetzt braucht er ein eigenes Denkmal, das kann auch „unterirdisch“ sein. Hauptsache viel Beton. Neues Grün ist höchstens Alibi und nie sein Anliegen. Man siehe sich den Durchgang Lsndhausgasse-Herrengasse, die Schmiedgasse oder den desolaten Joanneum-Hof an. Alles mehrmals neu geplastert. Grau, Beton sind einfach DIE Farbe und das Material für Nagl und seine Stadtplaner. Begrünte Fassaden, um Hitzeabstrahlung zu mindern, in der Grazerstadt völlig undenkbar. Vize-BM Eustacchio will ja noch mehr Autos in der Stadt. Ein super Tandem für die Menschen.

stprei
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Vor

Also die Bim über den Griesplatz fuhr bis 1971. Die Straßenbahn nach Gösting gab es in den 60ern schon nicht mehr.

Eine treffende Argumentation, um Nagl die Schuld zu geben.

stadtkater
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Nagl hat recht:

"Am Abend wird der Faule fleissig"!

Nur an der Selbstreflexion ist er gescheitert.

augurium
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PS

Ich finde diese Diskussion sehr gut, um die Kandidaten besser beurteilen zu können

augurium
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Nagl

der Populist kündigt kurz vor der Wahl neue Luftprojekte - U-Bahn....- nach Gondel, Radhauptstadt, Klimahauptstadt u.a an. Was war seine Leistung bzgl Verkehr in den 18 Jahren. Jeden grünen Fleck seit Jahren zubetonieren bis zum Straßenrand, kein Wunder, wenn alles eng wird und kein Platz für Busspur, Radwege... gibt. Nun die Überidee, die uns neben jetzigen Schulden von 1,5 Mrd € weitere 3 Mrd € (kostet dann sicher das Doppelte) beschert, die wir bezahlen müssen! Die anderen Parteien wollen es nicht und die meisten Grazer auch nicht. Kahr will in jedem Bezirk eine Bim- sie kennt sich nur in der Innenstadt aus. Eustacchio will sich eine neue Kaolition nicht verbauen. Schwentner als BM wäre eine Katastrophe- City Maut.... Meist wurden Allgemeinplätze von sich gegeben.Wenn sich alle Parteien gegen Nagl verbünden würden (Israel), könnten sie Nagl heimschicken, aber dann hätten wir eine Marxistin als BM!

stprei
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Leistung

Langer 6er, Langer 4er, Anbindung Smartcity, Anbindung Reininghaus, Schleife Hauptbahnhof,...
Konsequente Erneuerung der Gleisstränge, die zur Verbesserung der Wohnqualität der Anrainer geführt haben (weniger Vibrationen und Geräusche durch die Bim)
Überarbeitung der Haltestellen, Austausch der Fahrzeugflotte (endlich weniger schwitzen in Bus und Bim im Sommer)
Über die ganzen neuen Busspuren in Straßgang, Wetzelsdorf etc. will ich gar nicht reden.

Wie man sieht ist nichts passiert. Alles wurde schlechter.

WASGIBTSNEUES
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Ankündigungsweltmeister

der Ankündigungsweltmeister Nagl hat noch nie was umgesetzt. Graz hat seit vielen Jahren kein vernünftiges Verkehrskonzept. Kein Parkleitsystem wie in anderen Städten, keine Idee zur Entschärfung des Verkehrs in der Innenstadt nichts - nur 15 Jahre BlaBlaBla - Schluss damit

Think_simple
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Fön

Er erinnert mich an einen Fön - produziert jede Menge heiße Luft und dazu das eine oder andere unangenehme Nebengeräusch...

flight
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Schienen der Zukunft

Vorab - ich finde die U-Bahn grundsätzlich nicht schlecht - auch wenn ich für den Straßenbahnausbau bin.

Warum?

Ob sie jetzt 3,3 oder 7 Milliarden kostet sei jetzt mal Nebensache, jedoch wäre es ein zusätzlich neues Verkehrssystem, würde über weite Strecken parallel zu bestehenden und geplanten Straßenbahnstrecken verkehren, enden "mitten" in der Stadt bzw. fährt nicht mal bis zur Stadtgrenze, oder darüber hinaus und besteht aus "nur" 2 Linien. So schön eine U-Bahn wäre, befürchte ich, dass anschließend auf lange Zeit das Geld fehlt die 2 Linien zu verlängern, neue zusätzliche Linien zu bauen und die Straßenbahn trotzdem weiter aufzubauen, also eher weniger optimal - diese beiden Linien wären einfach auf lange Sicht zu kurz/zu wenig.

Um diese Milliarden kann ein unglaubliches Straßenbahnnetz (das auch die Bezeichnung "Netz" verdient) in Graz und inkl. Graz-Umgebung gebaut werden.
Die Straßenbahn müsste in Graz nur beschleunigt werden, was heißt, eigene Gleiskörper, Haltestellenabstände strecken - Straßenbahnen nicht wie Busse zu führen (die 2 Verkehrsmittel müssen sich unterscheiden, wie überall außer in Graz üblich) und Busse nicht auf prädestinierten Straßenbahnstrecken führen, bessere Bevorrangung und eine höhere Geschwindigkeit erlauben und auch Straßenbahnen kann man abschnittsweise wo sinnvoll/nötig unterirdisch als "U-Strab" mit dem Vorteil führen, kein neues System zu brauchen, kostengünstiger als richtige "Voll-U-Bahn" und der Fahrgast muss nicht zwischen ...

flight
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Schienen der Zukunft - Teil 2

... U-Bahn und Straßenbahn umsteigen, sondern kann sitzen bleiben, denn die Straßenbahn "taucht" wo sinnvoll/nötig in den Untergrund ab und danach wieder auf (alternativ auch als "Hochflurtrasse" anstatt Ebene -1 in der Ebene +1 möglich).

Warum dir Grazer Straßenbahn nicht zu einer Mischvariante einer Grazer Spezifikation weiterentwickeln, wodurch bestehende Infrastruktur bestens weitergenützt werden könnte:
Innerstädtisch als Straßenbahn, außerhalb der Innenstadt als Art Stadtbahn (wahl-/wechselweise ober- und unterirdisch als "U-Strab") und über die Stadtgrenze nach GU als "Stadt-Regio-Tram"?!

Und ergänzend die S-Bahn innerstädtisch (auch unterirdisch - S-Bahn-Ring) ausbauen!

Somit würden Straßenbahn und S-Bahn den Speckgürtel inneinandergreifend erschließen - die Straßenbahn fährt von Graz bis in die Gemeinden nach Graz-Umgebung hinaus und die S-Bahn fährt aus den steirischen Bezirken durch GU bis in die Grazer Innenstadt - durch diese Überlappung wäre eine perfekte Ergänzung und Erschließung gelungen!

Think_simple
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Kosten

Um die halben Kosten der U-Bahn wäre so etwas jederzeit möglich und hoch sinnvoll. Weiterer Vorteil: man kann quasi sofort beginnen und jeder fertige Abschnitt ergänzt das System. Weil, ein erster Bauabschnitt Metro von zB Eggenberg (wo ja die Remise sein soll) bis zum HBF würde welche Verbesserung bringen? Da wäre zB eine Linie 4 bis Hausmannstätten ungleich attraktiver.

 
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