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Öffi-Ausbau in GrazNun präsentiert auch Verein "MoVe iT" sein Verkehrsmodell

Nach Nagls Mini-Metro und Gegenvorschlägen von Grünen, SPÖ und KPÖ stellte heute Abend der Verein "MoVe iT" sein Verkehrskonzept für die Grazer Öffi-Zukunft vor. Man setzt auf einen großen Fahrradausbau in Kombination mit Straßenbahnen, S-Bahnen und Schnellbussen.

Vergangenen Freitag luden "MoVe iT" und "Fridays for Future" zur Kopfschüttelparade am Tummelplatz © Müller
 

Unterirdisch oder oberirdisch, mit Zügen oder Bussen, im Stadtraum oder weit darüber hinaus: Die Zukunft des öffentlichen Verkehrs in Graz bleibt  weiter ein brennendes Thema, angeheizt von den groß präsentierten Plänen für eine Minimetro von Bürgermeister Siegfried Nagl (ÖVP) - wobei eine achtseitige PR-Beilage darüber, die am Wochenende im "Kurier" erschien, die Aufregung noch weiter anheizt. Die KPÖ erarbeitet ein eigenes Verkehrsmodell, die Grünen stellten bereits ihre Vision des S-Bahn-Rings vor, die SPÖ will ebenfalls auf S-Bahnen setzen und dafür alte Schleppbahngleise reaktivieren.

Kommentare (17)
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gRADsFan
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Danke vielmals! Aus diesem Stoff ist Zukunft gemacht!

Ein solches Verkehrskonzept + Begrünung = Lebensqualität im 21. Jhdt.

anstatt von Gestank, Feinstaub, Blechlawinen, Beton, usw.

altbayer
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Radfahrlobby

Vor allem am Ring geht das Konzept zu Lasten des öffentlichen Verkehrs - Radschnellweg auf der Busspur?
...... und ob ein Radschnellweg (in beiden Richtungen) bei der finsteren, untertunnelten Einfahrt zur Kastner Tiefgarage kein Sicherheitsrisiko für Radfahrer wird?

Mopeds und Roller kommen im Konzept überhaupt nicht vor
- wie viele Grazer fahren mit "ihrer Vespa" zur Arbeit? -immer mehr, wie ich meine.
Ich fahre auch ferne mit meiner alten 2-Takt Vespa zu Terminen in die Stadt - ich will nicht verschwitzt mit dem Fahrrad zu Termin kommen -
und weil das Fahrzeug historisch typisiert ist und als "automobiles Kulturgut" gilt, kann es mir auch nicht so schnell von der Radfahrlobby verboten werden.

BigC
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Warum schreiben die Kleine Zeitung Redakteure

So gern über den Verein. Der Chef der Truppe sitzt für die Grünen im WK Forum. Es vergeht keine Woche, wo nicht so getan wird, als ob es sich hier um Leute mit Vekehrsexpertise handelt. Ich finde es erfreulich, wenn sich Leute zum Verkehr in Graz Gedanken machen, aber dann sollten die Redakteure sie auch als Hobby und Freizeit Planer ausweisen.

john2k
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Mag. Dr. Christian Kozina,

der Sprecher von moVe-iT, ist Gründer und Wissenschaftlicher Leiter des Instituts für nachhaltiges Wirtschaft auf der KFU Graz.

andal18
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Gutes, durchdachtes und machbares Verkehrsmodell!

Mehr Platz für Fußgänger und Radfahrer, Bim-Verlängerung und S-Bus Idee sind finazierbare und machbare Lösungen für Graz. Anbindung der Randbezirke und des Pendlerverkehr ist zwar wesentlich auf Graz (und nicht GU) gedacht, aber mit Abstand die beste Lösung als die parteipolitisch Motiviertem. Vor allem die BlauSchwarze ist utopischste und dient mehr der Selbstdarstellung und -vermarktung als der Verkehrsproblemlösung - viel Geld aus öffentlicher Hand (500k€ für die Studie, 75k€ für die Werbung) für indirekte Wahlpropaganda ...
let's MoVe iT!

scionescio
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Da muss es ja einen großen Fan dieses seltsamen Vereins in der Redaktion geben...

... ich frage mich immer, warum andere eine lange Ausbildung zum Verkehrs- und Stadtplaner machen müssen, wenn ein paar lustige und selbsternannte Experten glauben, mit wenig Ahnung und dafür umso mehr Meinung sich wichtig machen zu können und für die Verbreitung ihrer Märchenwelt so viel redaktionellen Raum erhalten.

Aber nachdem jetzt schon kleine Schüler vom Herrn Bürgermeister in seine Entscheidungen einbezogen werden, darf man sich nicht wundern...

gRADsFan
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Sorry, aber ich frag mich auch manchmal warum Herr Hubmann

in diesen Zeiten unbedingt schon wieder ein neues SUV präsentieren muss...

Die Inhalte einer Zeitung sind halt auch sehr heterogen...

rouge
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Stauplaner

Wohin ihre langjährig ausgebildeten Verkehrs- und Stadtplaner Graz geführt haben, sieht man ja täglich, werter @scionescio.

scionescio
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@rouge: Besser geht immer ...

... aber weil es die Experten (vielleicht waren es auch die falschen Experten oder auch nur vermeintliche Experten mit dem richtigen Parteibuch) nicht besser hinbebracht haben, überlassen wir es jetzt den fachfremden Amateuren?

Nach dieser Logik, muss ich also mein Fahrzeug das nächste Mal zum Fliesenleger bringen, wenn ich mit dem Spengler nicht zufrieden war - oder meinst du nicht auch, dass es klüger wäre, sich einen anderen Spengler zu suchen?

steptrev
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Lies ...

... einmal die Autor*innen-Liste und suche die Personen im Netz. Könnte Licht in deine Welt bringen.
Natürlich sind einige Ideen utopisch. Aber fachlich ist das Konzept beeindruckend durchdacht.

scionescio
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@step: gerade weil ich das gemacht habe, bin ich mir in meinem Urteil sehr sicher ...

Utopisch und gleichzeitig fachlich durchdacht ... echt jetzt?

Auto und Fußgänger anhand von Bewertungskriterien wie CO2 Ausstoß und Platzbedarf zu vergleichen und zum Schluss zu kommen, dass zu Fuß gehen in jeder Beziehung besser ist, nimmt so einem Hauptschulaufsatz jede Seriösität... erzähl das einem Pendler - der wird sich freuen, dass er künftig jeden Tag einen 8stündigen Wandertag machen soll und dafür sein Auto stehenlassen soll ...

steptrev
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@scio

Fußgänger sind aber nun einmal in puncto CO2-Ausstoß und Flächenverbrauch das effizienteste Verkehrsmittel. Klar ist, dass die Siedlungsstruktur im ländlichen Raum oft viel zu große Reiseweiten generiert (das ist ja ein wesentliches Problem in der Verkehrserziehung), und dort auf andere Verkehrsmittel zurückgegriffen werden muss. Blendet man Eingriffe in die Siedlungsstruktur aus, bleibt also nur, je Reiseweiten und Verkehrsaufkommen jeweils auf das effizienteste Verkehrsmittel zu setzen: Auto für zersiedelte Gebiete, aber nur so weit wie nötig, Bus und S-Bahn für große Reiseweiten und mittlere bis große Verkehrsaufkommen, Straßenbahn und Bus für Mittelstrecken im Stadtverkehr, Fahrrad für alles unter 5km und Fußgänger für alles unter, sagen wir, 500m bis 1 km. Aber ja, das Leben ist komplizierter als das - nur sollte man sich vorher überlegen, welches Tool man für welche Anforderungen nutzt, wenn man das Verkehrssystem nachhaltig verändern will.

scionescio
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@step: "Fahrrad für alles unter 5km und Fußgänger für alles unter, sagen wir, 500m bis 1 km"

Ist dir schon einmal in den Sinn gekommen, dass sich die Bevölkerung nicht nur aus gesunden 20jährigen zusammensetzt?

Für eine 80jährige Oma sind 500m mit dem Rollator ziemlich lang, einen 85jährigen Opa und ein fünfjähriges Kind möchte ich nicht 5km auf ein Fahrrad setzen, etc.
Dazu kommt dann noch Regen, Schneefall, Glatteis, Kälte, Hitze, schwere Einkäufe mit ein paar Wasserflaschen, etc ... aber wenn kümmern schon diese Bevölkerungsgruppen - sollen sie halt zuhause bleiben, wenn sie nicht mehr mobil genug sind ....

Wenn meine Welt nur aus 5mm starken Weichholzbrettchen besteht und ich dann Handbohrer mit einem pneumatischen Bohrhammer vergleiche, komme ich natürlich zum Schluss, dass der Handbohrer umweltfreundlicher, leiser, ressourcenschonender, etc. ist - aber es braucht gar keine 25cm Betonwand um schnell zu erkennen, dass der Handbohrer für vermutlich 95% aller Bohrungen untauglich ist ... wenn man sich eben in der Welt der Bohrtechnik auskennt und nicht nur einmal im Leben ein Vogelhäuschen im Keller gebastelt hat.

Wenn einer meiner Juniors so einen Aufsatz in der Probezeit abgeliefert, braucht er gute Argumente für eine zweite Chance, weil ich mich vor meinen Kunden nicht blamieren möchte - aber die sind auch vom jeweiligen Fach und kommen nicht vom Fundraising, Eventmanagement, dem Radlobbyverein oder den Freunden der Straßenbahn ...

steptrev
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@scio

Wie gesagt: das Leben ist komplizierter als das. Natürlich heißt "Fahrrad für alles unter 5km" nicht, dass man ausschließlich auf das Fahrrad setzt - aber eben prioritär. Entschuldigung für diese drastische Vereinfachung der Aussage. Genauso wenig wird das Auto am Land die einzige Möglichkeit sein. und genauso wenig kann ich alle Mittelstrecken mit der S-Bahn abdecken. Es geht um grundsätzliche Richtungsentscheidungen, aber Denken im Detail (und folglich 80%-Lösungen) muss natürlich erlaubt bleiben.

princeofbelair
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Steht etwas

davon, dass Pendler 8 Stunden pro Tag spazieren gehen müssen?

scionescio
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@Prinz: in 8h kommt man zu Fuß ca 40km weit ...

... das ist so eine typische Pendlerstrecke.

Mit ein bisschen Nachdenken hätte man da auch von selbst draufkommen können ...

siral1000
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