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AnalyseDer hohe Einsatz im Poker um die Grazer Metro

Noch ist der Einsatz eine halben Million Euro. So viel hat die U-Bahnstudie gekostet. Doch es geht um alles oder nichts.

Blick in die (mögliche) Zukunft
Blick in die (mögliche) Zukunft © Strohecker Architekten
 

Alles oder nichts. Das ist das Szenario, auf das die U-Bahn-Vision für Graz hinausläuft. Es ist die letzte Runde auf dem Pokertisch dieser Gemeinderatsperiode. Bürgermeister Siegfried Nagl (ÖVP) hat um eine halbe Million Euro von der Holding Graz eine Studie zur Mini-Metro anfertigen lassen. Die Kosten für diese Studie wurden zwar durch den Gemeinderat freigegeben. Um einen politischen Konsens in Sachen U-Bahn hat sich Nagl jedoch nicht bemüht. Jetzt, wo die Studie auf dem Tisch liegt, will er alle einbinden und „sein Projekt“ mit möglichst breiter Unterstützung durchsetzen.

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Baumh13720
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Weshalb schaut man sich nicht das Nahverkehrskonzept in Hannover an?

Hannover hat ca. 540 000Einwohner und hat sich aus Kostengründen GEGEN eine U-Bahn entschieden. Stattdessen wurden in der Innenstadt die Geleise der Straßen-/Stadtbahn unterirdisch verlegt - d.h. die Gleislänge beträgt 245,5 km, wovon 37,2 km im Tunnel (15,2 %) und die restlichen 208,3 Kilometer oberirdisch verlaufen (84,8 %) und von den 197 Haltestellen sind 19 unterirdisch mit eigenen Einstiegen ausgeführt. Die Straßen-/Stadtbahn verkehrt tagsüber überwiegend im 10-Minuten-Takt. Abends ab etwa 20 Uhr und am Wochenende wird im 15-Minuten-Takt gefahren. Insgesamt werden ca.125 Mio. Passagiere pro Jahr befördert.

mrhohl
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Fahrzeit?

wenn diese Ubahn so schnell sein soll wie propagiert, dann dürfte sie bei keinen Stationen stoppen...
Ceterum censeo: ich bin für Obusse auf eigenen Trassen.

LaoQui
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S-Bahn-Ring Ost

Wenn man sich zu den Metro-Plänen einen S-Bahn-Ring vorstellt, dann sieht das schon deutlich besser aus. Vom Ostbahnhof über Inffeldgründe (TU) - Waltendorf - LKH - Wirtschaftskammer - Andritz Maut - Arlandgründe - Exerzierplatzstraße - Gösting (Nahverkehrsknoten Bulme). Diese 10 km würden den im Metro-Konzept völlig leer gelassenen Südosten von Graz gut bedienen und hätte auch gute Anschlüsse . Nicht-Grazer könnten das LKH ohne Umweg über den Jakominiplatz erreichen. Später könnte dieser S-Bahn-Ring nach Westen zur Koralmbahn und zur GKB weitergeführt werden. Ob dann die Metro noch Sinn macht, wäre erst zu prüfen.

dieRealität2020
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Ja warum nicht?

Deshalb verlangen die Grünen zunächst nur die Prüfung ihrer S-Bahn-Idee – dann wird verhandelt.
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Es sollten eben auch Alternativen geprüft werden. Nur aus meiner Sicht wäre zuerst eine generelle Bedarfsstudie erforderlich, in der für ein Jahr das Verkehrsaufkommen aller Verkehrsteilnehmer mit einem Bewegungsprofil festgehalten wird, bevor man an weitere Planungskosten geht. Die Erfassung der zur Verfügung stehenden Verkehrsflächen sind ebenfalls zu erfassen.
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Das alles ist doch 08/15 einer Verkehrsplanung für eine Erweiterung des gesamten öffentlichen Verkehrsaufkommen.

dieRealität2020
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Wieso wurde eigentlich keine zielführende Bedarfsstudie mit allen Details vorgenommen? Das sollte doch eine grundlegende Voraussetzung für eine Übersicht sein?

Ich kann mir nicht vorstellen, dass in Graz mit 230t EW mit Konglomerat 150-200t EW keine effiziente und zielführende Verkehrsplanung mit den vorhandenen Ressourcen und mit einem Investitionsschub von ca. 4-5 Milliarden möglich wäre. Wobei sich ja die Investitionen auf einige Jahre aufteilen würden. Das bedeutete auch geringere Nebenkosten bei der Finanzierung.
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Eigenartig. Zuerst erfolgt doch eine Bedarfsstudie und wenn ein Bedarf festgestellt werden kann, dann macht man ein detaillierte Verkehrsplanung. Na ja, wenn man in die Studie Einsicht nimmt, muss man sagen schon etwas eigenartig die Ansätze wenn auch verständlicherweise u.a. der Pendlerverkehr aus der Umgebung einbezogen werden soll.
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Die Kosten von 500t sind schon etwas happig. Aber ohne Studie/Planung geht halt nichts. Um 4-5 Milliarden müsste man schon eine Alternative zur Mini Metro finden können.

rouge
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Pendler und die Öffis.

Kein Pendler wird sein Auto am Stadtrand abstellen, solange er in die Stadt fahren kann. Die 3,3 Mrd. (derzeit) könnten wesentlich sinnvoller eingesetzt werden. Wenn Nagl eine Metro will, soll er nach Wien ziehen.

smotron1
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Alternativen?

Man kann aber auch schwer den Verkehr draußen halten wenn es keine vernünftigen (d.h. in erster Linie: schnell) Alternativen gibt. Und nein, Straßenbahngleise überall getrennt zu führen ist in Graz auch nicht vernünftig möglich.
Deshalb: Ubahn + Citymaut.

SagServus
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Ein Poker, bei dem Nagls Berater meinen, er könne ihn nicht verlieren

Sind das die gleichen Berater die schon bei der letzten Wahl gemeint haben, die KPÖ würde verlieren weil ja alle das Murkraftwerk wollen?

Styrian007
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Nein

Das waren die, die meinten Nagl würde verlieren, weil alle gegen das Kraftwerk sind...

X22
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Ich habe die Studie noch nicht gelesen, jedoch nach dem Artikeln darüber handelt es sich um genau definierte Wegstrecken und das kommt mir komisch vor

Wo sind die alternativen möglichen Linienverläufe, zwei sich kreuzende Linien sind ja nicht das Gelbe vom Ei und ich sehe darin auch keine sinnvolle Anbindung an das Umland.
Wie wärs mit zwei verbundenen Ringlinien, implementiert an stark frequentierten Knotenpunkten (Öffentlicher - und Individualverkehr).
Die Linien müssen auch für die Zukunft Möglichkeiten offenlassen, sich den sich änderten strukturellen Gegebenheiten anpassen zu können.

Mein Graz
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Metro

"Aber kann eine grüne Umweltstadträtin Judith Schwentner gegen eine U-Bahn sein, die den Autoverkehr reduzieren soll?"

Das wichtigste Wort in diesem Satz ist "SOLL".
Denn schaut man sich die Pläne an ist klar erkennbar, dass die Metro ausschließlich innerhalb der Grazer Stadtgrenzen verläuft und keine einzige der Umlandgemeinden, die im Gegensatz zu Graz weiterhin starkes Bevölkerungswachstum aufzeigen, direkt angebunden ist!
Wie sollen durch so ein Projekt Pendler (und diese Gruppe verursacht eine Menge Verkehr) dazu bewogen werden auf die Öffis umzusteigen, wenn sie wieder erst mit dem PKW in die Stadt fahren und dort parken müssen (wo ist ja auch noch nicht klar!)?

Die Grazer Stadtpolitiker - allen voran Nagl - sollen endlich wirklich visionär und großräumig zu denken beginnen, Bus-, Bim- und S-Bahn-Netz unter Einbindung der angeschlossenen Gemeinden ausbauen auf einen Radius von 50 km mit dichter Taktung und engmaschigen Einstiegsmöglichkeiten - wenn das Angebot passt werden die Menschen die Öffis nutzen.
In der Stadt selbst muss die Vorrangstellung, die der motorisierte Verkehr genießt, eingebremst werden (je länger die Fahrzeiten mit dem eigenen PKW desto unattraktiver ist es, mit dem Auto zu fahren), Ausbau von Radwegen und Platz für Fußgänger, Begrünung des öffentlichen Raumes usw.

Nur so wird Graz eine wirklich lebens- und liebenswerte Stadt bleiben - bzw. dort, wo dies nicht so ist wieder werden.

melahide
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Vor allem

sind Reininghaus, Geidorf und Leonhard sehr bedacht worden. Also jene, die e schon eine TRAM vor der Türe haben und ach gern mit dem Rad unterwegs sind.

Mein Graz
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@melahide

Richtig.
In die Ragnitz wurde doch vor Jahren die Verlängerung des 7-er abgelehnt mit den Begründungen "kein Platz" und "kleines Einzugsgebiet". Und jetzt will man da eine Metro hin bauen - wo es dort kaum Einpendler gibt und dzt. einen P&R-Platz für sage und schreibe 30 (!) PKW.

Hausverstand
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Nagl'sche Logik: Zwei Übel kombinieren - zahlen sollen es die Allgemeinheit

Nagl hat auch dieBauwut der letzten Jahre mit der Lüge von der wachsenden Stadt verteidigt. Dabei hätte er nur in die offiziellen Statistiken schauen müssen: Das Wachstum ist seit 2016 kontinuierlich zurückgegangen und zuletzt überhaupt stagniert - andererseits ist die Zahl der Wohnungen ständig gestiegen (die Zahlen werden aber vorsichtshalber nicht mehr publiziert!). Das ergibt in Summe einen gewaltigen Überhang an Wohnungen - mittlerweile drohen selbst in den Neubaugebieten Reininghaus und Smart City massenweise Wohnungen leerzustehen. Auffallend, dass diese Gebiete von der U-Bahn Linienführung bevorzugt werden - sie sollen offensichtlich durch dieses Projekt besonders aufgewertet und als Wohnorte attraktiv gemacht werden. Ein Übel wird also mit einem noch größeren korrigiert - und drohende Verluste der Immobilienspekulanten sollen mit viel Steuergeld abgewendet werden.

Bereits
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Warum eigentlich Mini U-Bahn? So mini sind die Pläne nicht...

Mein Graz
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@Bereits

Die Pläne sind "mini" - endet doch diese Metro weit vor den Stadtgrenzen.
Nicht "mini" sind die Kosten - weder für Planung noch für Durchführung...