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20 Jahre MenschenrechtsstadtZum Jubiläum eröffnet Graz das UNESCO-Trainingszentrum offiziell

Am 8. Februar 2001 hat der Grazer Gemeinderat einstimmig beschlossen, Europas damals erste Menschenrechtsstadt zu werden.

Nagl Stingl
Im Jahr 2001 wurde Graz erste Menschenrechrshauptstadt Europas. Der damalige Bürgermeister Alfred Stingl (rechts) forcierte diesen Titel gemeinsam mit dem heutigen Bürgermeister Siegfried Nagl © APA/Markus Leodolter
 

Die Stadt Graz hat vor 20 Jahren beschlossen, den Weg als Europas erste "Menschenrechtsstadt" nach den Grundsätzen der UNESCO zu gehen. Damit hat die Stadt eine europäische Vorreiterrolle eingenommen und sich zugleich zum Ziel gesetzt, sich von diesen leiten zu lassen. Seit kurzen beherbergt Graz auch ein UNESCO-Zentrum für die Förderung von Menschenrechten auf lokaler und regionaler Ebene. Dazu gab es im Vorjahr ein offizielles Abkommen zwischen Österreich und der UNESCO, am Dienstag, 9. Februar wird das Zentrum unter der Schirmherrschaft der UN-Organisation offiziell eröffnet.

Kommentare (2)
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sila01
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Transparenz und breite gesellschaftliche Debatte

Ich möchte meinen Kommentar mit folgenden Gedanken ergänzen:

Es wäre – wie ich finde – sehr wünschenswert, die Bevölkerung in dieser Sache aktiv mit einzubinden. Zum einen in die Entscheidung, welche "Arbeitsschwerpunkte" gesetzt und in welcher Form diese umgesetzt werden sollen. Zum anderen, wie Bürger*innen vor Ort (gemeint ist hier: Graz) sich selbst aktiv einbringen können. Darüber hinaus ist es – meiner Ansicht nach – äußerst hinterfragungswürdig, ob dieser (schmückende) Titel "Menschenrechtsstadt" überhaupt angemessen und ehrenvoll ist, angesichts der tatsächlich verwirklichten Maßnahmen, die seit Inanspruchnahme dieses Begriffs vor 20 Jahren vorzuweisen sind. Ich denke dabei nicht nur an das "Wochenende für Moria", sondern vor allem an die obdachlosen Menschen, die in Graz nicht unsichtbar sind. Oder an die aufgrund der rege verfolgten Immobilienspekulationen und der damit seit Jahren kontinuierlich steigenden Mieten von Wohnungslosigkeit Betroffenen. Ich würde mich sehr dafür einsetzen, auf diese "Vorreiterrolle" offiziell (wieder) zu verzichten, denn – meinem Eindruck nach – werden die Erwartungen, die mit einer solchen "Positionierung" (vgl. Pose) einhergehen, nicht eingelöst. Graz ist nicht "besser" (oder "schlechter") als jede andere europäische Stadt und es wäre nur löblich, sich die Nichterfüllung einer solch (anmaßenden) Rolle einzugestehen.

Es würde mich sehr interessieren, wie andere (Leser*innen) darüber denken?

sila01
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Missverständnis

"Menschenrechtsstadt zu sein ist nicht nur 'nice to have', sondern eine Verantwortung" sagt der Bürgermeister.

Erinnerung (Wochenende für Moria, 2021): Um auf die katastrophalen Zustände in den Flüchtlingscamps in Griechenland und Bosnien aufmerksam zu machen, campierten am vergangenen Wochenende Aktivist*innen zum dritten Mal am Freiheitsplatz.

Erinnerung (Allgemeine Erklärung der Menschenrechte, 1948): da es notwendig ist, die Menschenrechte durch die Herrschaft des Rechtes zu schützen, damit der Mensch nicht gezwungen wird, als letztes Mittel zum Aufstand gegen Tyrannei und Unterdrückung zu greifen, (...)

Betonung: "Die Stadt Graz hat vor 20 Jahren beschlossen, den Weg als Europas erste 'Menschenrechtsstadt' nach den Grundsätzen der UNESCO zu gehen" sagt die Kleine Zeitung.

Ver­ständ­nis­schwie­rig­keit: Das Zentrum soll auf das seit 1999 bestehende "Europäische Trainings- und Forschungszentrum für Menschenrechte und Demokratie" (ETC) in Graz aufbauen. Das Abkommen sieht vor, dass Österreich Mittel in Höhe von 1,5 Millionen Euro für die Durchführung seines Arbeitsprogramms zur Verfügung stellt. Die Arbeitsschwerpunkte: Bildung für Romakinder in Südosteuropa, Menschenrechtstrainings für Städte in Afrika sowie ein Toolkit für „Inclusive Cities“ in der arabischen Welt.

Erinnerung (Selbstmarketing): "Tue Gutes und rede darüber – für den eigenen Ruf, für die Wahrnehmung als erfolgreicher Problemlöser empfiehlt sich, kluges Marketing in eigener Sache zu betrieben" sagt man.