Im Verfahren gegen Marius Borg Høiby, Sohn von Kronprinzessin Mette-Marit, spitzen sich die Ereignisse weiter zu. Am 14. Verhandlungstag vor dem Bezirksgericht in Oslo meldete sich der 29-Jährige selbst ausführlich zu Wort, sichtlich angespannt und emotional.
Besonders die Aussagen seiner Ex-Freundin Nora Haukland über sein familiäres Umfeld hätten ihn getroffen. Im Zeugenstand erzählt sie von Gesprächen mit Mette-Marit, in denen sie auf den schlechten Zustand von Høiby hingewiesen hätte. Haukland sagte aus, dass sie die Kronprinzessin mehrmals gebeten habe, dass sie ihrem Sohn professionelle Hilfe zukommen lassen soll.
Die Aussagen legen nahe, dass die Königsfamilie über seinen instabilen Zustand und seine Probleme (Gewalt und Drogen) informiert war. Haukland ihnen jedoch vorwirft, nicht rechtzeitig oder konsequent genug eingegriffen zu haben.
Unter Tränen nahm er seine Mutter und Stiefvater, Kronprinz Haakon, in Schutz. Sie seien stets unterstützend und liebevoll gewesen, betonte Høiby. Die gegen sie erhobenen Vorwürfe wies er entschieden zurück.
Mit Blick auf die Beziehung räumte er ein, oft eifersüchtig und wütend gewesen zu sein. Laut geworden sei er mehrfach, körperliche Übergriffe bestritt er jedoch vehement. Konflikte seien nicht einseitig gewesen, sagte Høiby, und sprach von gegenseitigen Eskalationen.
Seit Anfang des Monats steht der 29-Jährige vor Gericht. Die Anklage umfasst 38 Punkte, darunter vier Fälle von Vergewaltigung nach norwegischem Recht sowie Körperverletzung. Die schwersten Vorwürfe weist er zurück, andere Delikte - etwa im Zusammenhang mit Drogen, Sachbeschädigung und Verkehrsvergehen - hat er teilweise eingeräumt. Der Prozess soll insgesamt sieben Wochen dauern.