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Grazer Taxibranche zittertNeues Gesetz ist eine "Einladung an Uber"

Eine Gesetzesnovelle sorgt für Unmut in der Taxibranche: Mietwagen werden Taxis gleichgestellt, Fixpreise forciert. Grazer Taxifahrer sehen Schreckgespenst Uber schon vor der Tür.

Autoschlangen bei den Taxiständen: Wie in vielen anderen Branche herrscht auch bei den Taxis derzeit Stillstand © Jürgen Fuchs
 

"Es ist eine Einladung an Uber“, bringt Peter Lackner, Spartengeschäftsführer Transport und Verkehr in der Wirtschaftskammer, die derzeitige Frustration bei den Funkgruppen auf den Punkt.

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nasowasaberauch
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Ein Vergleich

Eine Uber Fahrt in Wien:
Auto sauber, riecht angenehm. Der Fahrer höflich und großteils schweigsam. Wir kommen zügig von A nach B.
Kurz: ein äußerst angenehmes Erlebnis.

Eine Taxifahrt in Graz:
Mit 80 durch die Stadt, Radfahrer vor der Verkehrsinsel fast in den Gehsteig gedrängt, ...
Nerviges gesuder vom Fahrer. Mich interessiert seine Lebensgeschichte genau so wenig wie seine politischen - oder im Moment noch schlimmer gar medizinischen Ansichten.
Ich will mitten in der Nacht gemütlich nach Hause kommen. Dafür zahl ich. Ich bin kein Privattherapeut.

Und ja, das waren die Highlights von ein paar Fahrten. Aber alles andere als die Ausnahme.

Taxler: zieht euch warm an. Ihr habt wirklich viel zu lernen, wenn ihr euch wieder dem freien Markt stellen müßt. So wie sonst die meisten Branchen auch.

ma12
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kasperl

Thema verfehlt! UBER hat eben der Regierung mehr gezahlt als die Taxler! Es ist ja ganz einfach, oder?

purplish
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Schlechter Vergleich!

Nur weil ich mal irgendwo einen schlechten Haarschnitt bekommen hab, sind nicht alle Friseure gleich Verbrecher und ich mache ihre Gewerbeordnung kaputt.
Nur weil ich schlechte Erfahrung mit einem Arzt gemacht habe, stelle ich nicht das ganze Medizinstudium in Frage! Ich gehe deswegen ni ht ab sofort zum Wunderheiler, sondern eben zu einem anderen Arzt.
Das könnte man jetzt noch unendlich durch alle Berufsgruppen machen und man käme nie auf die Idee, jedesmal gleich die grundlegenden Berufseckpfeiler und Gewerbeordnungen zu hinterfragen...

purplish
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Freier Markt gerne!

Aber unter fairen Bedingungen. Also ohne Sozialdumping, Steuerhinterziehung, illegale Beschäftigung, Ausbeutung, unfaire Entlohnung der Fahrer etc etc...
Und das kann halt uber nicht bieten, daher auch der niedrige Geiz ist geil Preis. Toll dass Sie sich drauf freuen!

franki20
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Uber hat doch gar keine Lenker angestellt.

Das sind wenn dann Österreichische Unternehmen die für eine Vermittlerplattform fahren, die sozialen Standards müssen von diesen Unternehmern eingehalten werden. Es gibt einen KV, Arbeitszeitgesetze und Branchenspezifische Vorgaben die von allen Marktteilnehmern erfüllt werden müssen, egal ob er für Uber oder eine Taxizentrale fährt.

purplish
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Stimmt alles!

Nur tun die das halt einfach nicht. und ohne Taxameter oder ähnliches ist das halt auch nicht überprüfbar. In Wien hat Uber Finanzstrafen über 1,4 Mio Euro gesammelt, nur zahlen sie's halt einfach nicht... mit dem Argument, sie sind ja nur die Vermittler. So wird gearbeitet. Mit slowakischen Fahrzeugen in Wien, Lenker in Massenunterkünften, ohne Anmeldung, vollkommen in der Grauzone. Ständig die Betriebsordnungen brechend und jedes Steuerloch ausnutzend. Und jener Geschäftsgebarung rollt man nun den roten Teppich aus.

franki20
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Das ist natürlich ein Problem,

aber ist ein Taxameter die Lösung? Die die sich jetzt nicht an bestehende Gesetze halten werden es auch mit neuen Regeln und Verordnungen nicht tun. Vorab reservierte Fahrten mit Angebot/Auftrag/Rechnung müssen ohne Taxameter möglich sein.

purplish
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Absolute Katastrophe!

Die Gleichstellung von Mietwagen und Taxis ist nicht das Problem, das war durchaus im Sinne der Branche, um eben genau so die gleichen Voraussetzungen zu schaffen. Es sollten alle im Fahrdienst Beschäftigten den Eignungsnachweis erbringen, sprich, einen Taxischein vorweisen können. Und die Fahrzeuge ebenfalls die gleichen Punkte erfüllen, sprich, mit Taxameter ausgestattet werden, und der Tarifpflicht unterliegen. Um eben genau solche Praktiken des Dumpings auf dem Rücken der Lenker zu unterbinden. Ganz nebenbei hätte man sich gegen Steuerflucht, Sozialdumping und Wildwuchs bei der illegalen Beschäftigung durchsetzen können. War alles auf Schiene und beschlossen. Durch Corona hat man das Gesetz verschoben von 1.9.2020 auf Anfang 2021. Und Zack, kommt eine Novelle, die das Niveau für uber und Konsorten senkt und diesem dubiosen Geschäfts gebären Tür und Tor öffnet. Unter dem Deckmantel der Innovation und Technologieförderung wird meist US-amerikanischen Internetanbietern die heimische Taxibranche Branche geopfert. Die übrigens im Unterschied zu uber und Konsorten zum Einsatz von Registrierkassen in jedem einzelnen Fahrzeug gezwungen sind und Steuern in Österreich bezahlen..... Ohne Worte.

franki20
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Gesetzgeber gefordert...

Hier ist der Gesetzgeber gefordert die Rahmenbedingungen so festzulegen dass es für alle fair ist. Eine generelle Taxameter und Registrierkassenpflicht ist nicht sinnvoll. Wozu soll ein Mietwagen das alles verbaut haben? Der Lenker muss keinen Preis berechnen - meistens kennt er den Preis nicht einmal - er muss kein Geld kassieren und keine Rechnungen stellen.

purplish
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Mietwagen ist nicht gleich Leihwagen

Nicht verwechseln! Das sind zwei verschiedene Dinge!

franki20
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Richtig...

Ich meine das Mietwagengewerbe mit PKW, welches ab 1.1.21 in der Form nicht mehr existiert.

purplish
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Und wozu brauchen wir das?

Hat keinerlei Zweck. Bis auf die Möglichkeit eine Grauzone auszunutzen, die endlich geschlossen werden sollte. Schülertransporte, Krankentransporte, Hochzeitsfahrten, Oldtimertouren sind eh ausgenommen. Aber warum muss man dubiosen Anbietern die Möglichkeit geben, ein Business auszuüben, für das es eh schon normale Anbieter gibt?
In Wahrheit übt uber nämlich Taxi aus und sagt aber Mietwagen dazu. Ohne sich an irgendwelche Regeln zu halten. Möchte wissen, was los ist, wenn dasselbe in einer anderen Branche passiert. Die Hoteliers und Gasthöfe haben eh schon airbnb am Hals. Auch nicht erstrebenswert.

purplish
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Ergänzung

Und zum Drüberzuckern: Taxi Kunden könnten in Zukunft mit der Telefonistin in der Zentrale um den Fahrpreis feilschen! Skurril. Weil die ja eigentlich Italienisch und Geographie auf Lehramt studiert, und nur wochenends aushilft in der Zentrale, und es ihr vollkommen egal ist, ob der Taxler dann zum vorgeschlagenen Mindestpreis von 5 Euro Liebenau nach Andritz fährt, weil es billig sein muss für den Fahrgast. Geiz ist geil!

redlands
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Ich freue mich auf Uber! Ich muss nicht mehr in ein

stinkendes Taxi, dessen Fahrer (außer alleine mitfahrende Frauen beschimpfen...eh nur im Kauderwelsch zwar auch..) null Deutsch spricht und sich NÜSSE AUSKENNT...von Verkehrsregeln beachten sprechen wir lieber nicht! Das ist der klassische Taxler in Graz seit ca. 5 Jahren (die Entwicklung geht schon 20 Jahre). Es muss innerhalb der Branche inkl. zuständiger Behörden massivste Ungereimtheiten (Korruption??!!) geben ansonsten ist es UNDENKBAR, dass derlei Typen überhaupt einen Führerschein haben, geschweige denn eine Taxilenkerberechtigung! Das kann gar nicht sein! Bei Uber fahren die alle GENAU EINMAL.....; für alle Schnappatmer: innerhalb der Familie mehrmals erlebt, dass die Damen schon kurz nach dem einsteigen vom „Fahrer“ als „reiche Schl....“ beschimpft wurden und die Tiraden bis zum Aussteigen nicht mehr aufhörten...Beschwerden übrigens sinnlos...!...Ich hoffe die sind dann mal alle weg...bzw. man kann dann wenigstens wählen!

purplish
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Schade! Aber maßlos übertrieben...

Schade, dass Sie solche Erfahrungen machen mussten oder zumindest Erzählungen davon gehört haben. Das entspricht jedoch absolut nicht der überwiegenden Mehrheit der Lenker. Die Grazer Taxiflotte ist größtenteils sehr gut gepflegt und sicher nicht stinkend oder ähnliches. Da haben Sie sich die falschen Taxis ausgesucht. Wählen kann man nämlich jetzt auch schon!
In Ihrem Kommentar schwingt einiges an Ausländerfeindlichkeit mit, gespickt von Vorurteilen und eben leider nicht der Realität entsprechend!

redlands
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jaja...ausländerfeindlich, war eh klar!...geschenkt!

und: es ist genau GARNICHTS übertrieben!
und: meiner Familie schenke ich halt Glauben-Ihre Unterstellung richtet sich selbst
und: sie können 878 wählen oder 889...völlig powidl...die Qualität ist im freien Fall über die letzten Jahre.
Ich kenne natürlich auch hochseriöse und sehr gepflegte Lenker und Fahrzeuge-ganz klar!
Aber: mittlerweile bestätigt leider die Ausnahme die Regel...
Wenn dem nicht so wäre bräuchte ja keiner zittern vor Uber;
Ich würd aber gerne noch wissen wo all diese Typen den Taxischein herhaben???? Sie scheinen ja ein „Insider“ zu sein....

purplish
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Durchaus!

Ich bin seit über 20 Jahren in der Branche, als Lenker und Unternehmer. Und ich höre solche Horror-Geschichten leider sehr oft, nur in den seltensten Fällen sind sie wahr, oder haben sich genau so abgespielt. Sehr oft ist einfach die Alkoholisierung des Fahrgasts Grund für überschäumende Phantasie und Aggression. Aber ich will Ihnen die Story nicht madig machen, kann schon sein, dass jemand aus Ihrer Familie mal eine Meinungsverschiedenheit mit einem Lenker hatte. Und dass es dabei zu Ausfälligkeiten kam. Aber sicher nicht einseitig. Sie werden kaum glauben, mit welch schmutzigen, niveaulosen und beleidigenden Aussagen manch Fahrgast aufwarten kann, um den "Kutscher, der die Goschn halten soll" verbal zu verletzen. Da lassen viele die gute Kinderstube zuhause, wenn sie einem Dienstleister gegenübersitzen, der in ihren Augen sklavenähnliches Verhalten an den Tag legen sollte. Aber sei das mal dahingestellt, ich werde Sie von Ihrer Meinung, alle Taxilenker (außer den von Ihnen beschriebenen strahlenden Helden) wären kauderwelschende Kameltreiber, die Frauen mißachten und ständig 80 fahren, in stinkenden Fahrzeugen zu weit überhöhten Preisen. Ich lade Sie gerne auf ein persönliches Gespräch ein, damit Sie vielleicht ein paar Hintergründe und die Kostenwahrheit mitbekommen können.

purplish
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die hochseriösen sind bald Geschichte

Nebenbei bemerkt, ein Kahlschlag im Gelegenheitsverkehrsgesetz mit freier Fahrt für uber und Konsorten beseitigt ganz sicher auch jene von Ihnen erwähnten hochseriösen und gepflegten Lenker (wozu ich mich selber auch zähle ;-) ). Denn wenn man plötzlich um einen Bruchteil des Preises fahren kann, ist's dem Kunden bald sch...egal ob das Fahrzeug gepflegt ist oder nicht. Und dann wird der hochseriöse, gepflegte Lenker bald auf seine Seriosität und Pflege verzichten, beim AMS ist das nicht ganz so gefragt. Und Sie sitzen dann in einem slowenischen Uber, der ein ganz tolles Navi hat und seine Einnahmen nach Amsterdam schickt, von wo aus Uber-Europa dann die Lizenzgebühren in die USA entrichtet. Und der Finanzminister? Schaut durch die Finger...