Hype in GrazJugendliche: Rechtliches Rätsel um Cannabis

Polizei und Bezirksbehörden wissen nicht, nach welchem Gesetz sie vorgehen können, wenn Jugendliche bestimmte Cannabisprodukte konsumieren.

© APA
 

Sie schießen seit Kurzem wie Schwammerl aus dem Boden: Betriebe, die den Verkauf von legalen Cannabisprodukten ermöglichen. Die CBD-haltigen Produkte fallen aufgrund des geringen THC-Gehaltes nicht unter das Suchtmittelgesetz. Offenbar greift bei Cannabisblüten aber auch das Tabakgesetz nicht, weil es sich rechtlich um keine Tabakprodukte handelt. Das stellt die Behörden vor Herausforderungen. Vor allem auch, weil Kleine-Zeitung-Leser melden, dass selbst 12-, 13-Jährige in solchen Geschäften gesehen werden.

Gesetzliche Lage ist unklar

Tatsächlich haben die für den Jugendschutz zuständigen Bezirksverwaltungsbehörden mit der Thematik noch keine Erfahrungen: „Die gesetzliche Lage ist zurzeit noch unklar“, sagt Paul Haberl, Leiter des Sicherheitsreferates der Bezirkshauptmannschaft Graz-Umgebung. Polizeisprecher Fritz Grundnig ergänzt, dass die Beamten aktuell das Jugendschutzgesetz heranziehen: „Wir gehen davon aus, dass der Erwerb, Besitz oder Konsum jeglicher CBD-Produkte unter 18 Jahren verboten ist – egal ob Blüten, Öle oder Cremen.“ Wird eine minderjährige Person mit solchen Produkten angehalten, kommt es zu einer Protokollierung. Inwieweit etwaige Fälle exekutiert werden, ist zurzeit noch fraglich, bisher gab es noch keine Fälle.

Cannabis

CBD-Produkte können wegen ihres geringen THC-Gehalts (also jenem des berauschenden Wirkstoffs Tetrahydrocannabinol) von unter 0,3 Prozent legal erworben werden. Da CBD (Abkürzung für Cannabidiol) nicht psychoaktiv wirkt, fällt es auch nicht in das österreichische Suchtmittelgesetz.

Die damit handelnden Geschäfte bemühen sich um Professionalität und Aufklärung. Bernhard Pirker, Inhaber der Hempotheke in der Grazer Sporgasse, betont, dass der Jugendschutz bei ihm genau kontrolliert werde: „Wir verlangen zur Sicherheit einen Ausweis zur Kontrolle, ob die Personen wirklich 18 Jahre alt sind.“ Auch in der Graslerei, einem Coffeeshop in der Grazer Leonhardstraße, wird auf den Jugendschutz geachtet. „Uns fällt auf, dass viele Jugendliche mit ihren Eltern vorbeikommen, um sich gemeinsam ein Bild zu machen“, erzählt Betreiber Bastian Knabl. Minderjährige könnten das Lokal betreten und Getränke konsumieren, CBD-Produkte würden jedoch erst nach einer Alterskontrolle ausgegeben.

Kommentare (1)

Kommentieren
zuagraster
0
1
Lesenswert?

ganz einfach

legalisieren ab 21, kontrollierte abgabe, steuern drauf, win win situation: steuereinnahmen, dealer weg, polizei für wichtige aufgaben frei... usw.....

Antworten