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GRAZER HOT SPOT

Vier Säulen für den Volksgarten Neu

"Law & Order" war gestern: Wie die Stadt nach neuen Lösungsansätzen im Volksgarten sucht, warum sich der Start verzögert und was dabei auf dem Spiel steht. Von Gerald Winter-Pölsler

Michael Kosmus, Julia, Fereydun, Pfarrer Nitsche
Sie beschreiten neue Wege im Volksgarten: Polizist Kosmus, Julia und Fereydun von der "Drehscheibe" und Pfarrer Nitsche © Sabine Hoffmann
 

Die Drogensaison ist eröffnet. Mit den warmen Temperaturen tauchen auch die Straßendealer wieder im öffentlichen Raum auf, unter anderem und vor allem im Volksgarten.

Die Reaktion der Stadt war in den vergangenen Jahren immer gleich – und immer erfolglos: Die Politik rief nach mehr Polizei und Videokameras, die Polizei setzte Schwerpunkte und konnte kurzfristig Erfolge vermelden. Das Ergebnis: Ein paar Wochen später war alles wieder beim alten.

Jetzt will man neue Wege beschreiten. Es ist ein Paradigmenwechsel, auch in der Form der Polizeiarbeit: Das Pochen auf Recht und Ordnung war gestern, ab sofort wird zusammengearbeitet, geredet und vermittelt. Und zwar vor allem mit den Betroffenen selbst, den Anrainern wie den jungen Asylwerbern, die im Park ihre viele Zeit totschlagen – und so mit der Zeit oft auf dumme Gedanken kommen.

 

Jetzt muss es schnell an die Umsetzung gehen, sonst geht das Vertrauen der Leute wieder verloren. 

Alexander Neumann, Institut für urbane Sicherheitsforschung

Der neue Weg fußt einem viermonatigen Prozess – genannt „Dessi“ –, bei dem Vertreter der Stadt, der Polizei, der Anrainer, der Bezirkspolitik, der afghanischen Gemeinschaft und an den Park angrenzende Organisationen teilgenommen haben. Angestoßen wurde das vom Verein Sicher leben“, die Grundthese war rasch klar: „Wir haben im Volksgarten kein Sicherheitsproblem, sondern ein soziales“, sagt Alexander Neumann vom Institut für urbane Sicherheitsforschung, der den Prozess moderiert hat. „Die Grundsatzfrage: Wer kümmert sich um die jugendlichen, teils minderjährigen Asylwerber, die sich im Park aufhalten?“

Und da will man nun ansetzen. In der evangelischen Kreuzkirche, die am östlichen Ende des Parks liegt, wird eine Drehscheibe eingerichtet. Fereydun und Julia sollen versuchen, den jugendlichen Asylwerbern Perspektiven aufzuzeigen – Sprachkurse vermitteln, mögliche Lehrstellen aufzeigen, schlicht „eine Alternative zur Drogenkarriere bieten“, wie es Bürgermeister Siegfried Nagl (ÖVP) formuliert.

Fereydun und Julia
Fereydun und Julia vor dem Graffito bei der Kreuzkriche: Mit der "Drehscheibe" sollen sie den Asylwerbern anderen Perspektiven aufzeigen Foto © Sabine Hoffmann

Für Paul Nitsche, den evangelischen Pfarrer, war „der ganze Park mit Angst belegt. Und Angst ist nie ein guter Ratgeber. Aber seit dem Prozess beginnt sich, die Angst zu reduzieren, weil alle miteingebunden wurden.“

Komplettes Neuland betritt Michael Kosmus. Der Chefinspektor wird als Erster in Österreich das „Community Policing“ anwenden. „Wir wollen nicht nur repressiv tätig sein, sondern auch die Tätergeschichte und das soziale Umfeld zu hinterfragen, um so neue Lösungsansätze finden.“ Regelmäßige Treffen zwischen Anrainern, Asylwerbern und der Polizei sollen Konflikte gleich im Vorfeld entschärfen.

 

Die vier Säulen

  • Drehscheibe: Der gebürtige Afghane Fereydun und die Studentin Julia sollen den jungen Asylwerbern (die oft aus Afghanistan stammen) Sprachkurse vermitteln und mögliche Lehrstellen auftreiben
  • Community Policing: Lösungen von Alltagsproblemen anstatt Drogenrazzien. Regelmäßige Treffen zwischen Polizei, Anrainer und Asylwerbern
  • Kultur- und Sport: Der Park soll durch vermehrte Sport- und Kulturveranstaltungen rückerobert werden. Das ist vor allem für das Image des Parks entscheidend
  • Verkehr: Die Sackgassen östlich des Parks sollen den Anrainern vorbehalten bleiben, um die Kunden aus der ganze Steiermark daran zu hindern, bequem aus dem  Auto heraus ihre Drogengeschäfte abzuwickeln

Alexander Neumann vom Institut für urbane Sicherheitsforschung weiß, dass das Vier-Säulen-Modell bei der Bevölkerung auf breite Akzeptanz gestoßen ist. „Aber es muss jetzt schnell an die Umsetzung gehen, sonst geht das Vertrauen der Leute wieder verloren. Und dann ist der Prozess tot.“

Und genau diese Gefahr besteht jetzt. Die Drehscheibe hätte schon im April starten sollen, nun ist vorsichtig von Mai die Rede. „Wir stehen dem sehr positiv gegenüber“, heißt es aus dem Büro von Vizebürgermeisterin Martina Schröck (SPÖ). Sie teilt sich die Finanzierung mit Stadtrat Kurt Hohensinner (ÖVP), „aber wir haben erst jetzt das Förderansuchen vom Verein erhalten.“

Kommentare (20)

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Ein New Yorker Bürgermeister hat es geschafft den Central Park sauber zu kriegen - eine Kleinstadt schafft nicht einmal einen Park zu säubern!Die dort wohnhaften Grazer sind traurige und verzweifelte Zeugen einer total verfehlten Stadtpolitik wie auch hier wieder!

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r8wtwqd9tnuv988rkf3cvkcgezoa20yu
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In den USA

werden auch Menschen auf offener Straße von der Polizei erschossen... Solln wir das auch einführn...?

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Säubern?

Woran erinnert mich dieses Vokabular????

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checker43
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An das der Jungen Grünen?

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also wenn 1. april wär....könnt ma meinen....

so muss man aber fürchten, dass die gutis das durchaus ernst meinen!
und wenn dann alle ill egalen ihren namen rückwärts tanzen können, kriegen's das goldene pfadfinderabzeichen ......oder so.

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Sternschnuppe8
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Da greifst da nur mehr am schädl

sind's jetzt wahnsinnig geworden?!?
Fürs "redn" ist es dort sowas von zu spät!!
Außerdem wer versteht unsere Sprache dort??
Unser Geld sollte besser investiert werden!! Für unsere Leute und wirklich Bedürftige !!

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Efried
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Photos

und es würde helfen die Fotos der Drogenkonsumentinnen zu veröffentlichen. ohne nachfrage kein Angebot.

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ze7b5qajac4l4teeivk7t1xgcdbnpv75
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Na dann:

PROST!!!

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NIWO
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Geht's Noch??

Wer unterstützt unsere Jugendlichen und sucht ihnen Arbeit??

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darphbobo
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Das AMS

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Reinzahler
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Nagl = Sargnagl

Dieses Problem passt typisch zu Graz!
Hoher Schuldenstand der Stadt Graz 1,3Mrd.€
Feinstaubbelastung, Luft die krank macht für alle Grazer !
Bürgerfeindliche Beamte im Stadtamt Flächenwidmung !!
Kein Verkehrskonzept weder für Auto noch für Radfahrer usw. usw. usw.
Kein Wunder das 20% der Grazer aus Verzweiflung die KPÖ wählen!!
Nagl = Sargnagl für die Grazer

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checker43
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"Wir wollen nicht nur repressiv tätig sein, sondern auch die Tätergeschichte und das soziale Umfeld zu hinterfragen, um so neue Lösungsansätze finden."

Das könnte man doch auch bei korrupten Politikern, Hypobankmanagern und den Blaukalk-/HCB-Verantwortlichen in Kärnten anwenden. Also deren soziale Hintergünde und ihr Werden erforschen und so ihr Tun zu verstehen und neue Lösungsansätze zu finden. Die sind ja gar nicht kriminell, sondern nur Opfer ihrer Kindheit.^^

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RadfahrenderGrazerGutmensch
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Gut so!

Wenn das richtig umgesetzt wird dann funktioniert das.
Die meisten Asylanten im Volksgarten etc machen nämlich gar nichts außer gelangweilt herumzuhängen...
Das Österreichweite Dealerproblem könnte man aber über Nacht lösen wenn man einfach Gras legalisiert und in Coffeeshops verkaufen lässt mit Eintritt ab 18 Jahren.
Dann kann sich die Polizei auf die kleine Minderheit der Dealer konzentrieren die "harte" Drogen verkaufen statt ihre Zeit damit zu vergeuden Grasdealer/Konsumenten zu jagen...

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Sternschnuppe8
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Untragbar ihre Meinung

Mit ihrer Aussage sind sie ziemlich alleine!!
Wir brauchen weder legalisierte Drog.en, noch Dea.ler und schon gar keine Wirtschafts.flüch.tlinge!!
Deshalb ganz klar FPÖ

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r8wtwqd9tnuv988rkf3cvkcgezoa20yu
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Jo eh.

Weil es ja nicht reicht, dass die Blauen ein Bundesland in den Ruin getrieben haben, nein, die Steiermark lässt sich sicher auch noch super ruiniern. Alle Dealer und Flüchtlinge der Welt kosten net soviel wie das Hypo-Debakel...

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darphbobo
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Re: Untragbar ihre Meinung

Genau. Rechte Idioten brauchen wir!

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Sternschnuppe8
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Gehts noch??

Mit ihrer Aussage sind sie ziemlich alleine!!
Wir brauchen weder legale Drogen, noch Dealer und schon gar keine Wirtschafts.flüch.tlinge!!
Deshalb ganz klar FPÖ

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l24h5hu729ld4jzb85vq3uof1xd4anyw
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na klar

das wird helfen, ihr Träumer. Nichts als probleme mit solchen, egal ob Afrikaner oder türken oder aus anderen Ländern. Die Erhaltung der Parks werden von den Steuerzahlern finanziert und sind für alle Bürger da, diese auch zu benützen. Schafft Arbeit für diese damit denen nicht langweilig ist.

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l24h5hu729ld4jzb85vq3uof1xd4anyw
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Hat man zuwenig

Probleme im eigenen Land, holt man sich diese ins Land. Auch die Türken verkaufen Drogen, nicht nur, so viel dazu. Doch Drogen kosten und hat einer kein Geld, dann werden Menschen bestohlen, gestohlen und eingebrochen.Arbeit für die Jugend auch zu schaffen, wäre sinnvoller. Die Erhaltung Parks werden vom Volk bezahlt und gehören diesen auch zur Benützung, nicht nur den Zuwanderern. Das gehört auch einmal gesagt,klar und deutlich.

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ze7b5qajac4l4teeivk7t1xgcdbnpv75
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Geht das Ganze

auch in einer verständlichen Sprache???

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