Die Vorstellungen, was auf dem Areal der Rösselmühle und Postgarage mitten in Gries entstehen soll, gehen weit auseinander – folglich ist der Rahmenplan, den die Stadt im Auftrag der privaten Besitzer erstellt hat und der im März dem Gemeinderat vorgelegt werden soll, auch nur ein Kompromiss. Vor allem zum Punkt des Anteils von Wohnungen am Gelände gibt es völlig konträre Vorstellungen: Den Wohnbauträgern ist der Anteil von drei Fünftel Wohnraum zu gering, das ÖSW stieg daher aus und man stellt sich die Frage, wer das finanzieren soll. Die umtriebige Initiative Komitee Rösselmühle will hingegen hier überhaupt keine neuen Wohnungen sehen.

Man hat selbst eine „für diesen Rahmenplan absolut notwendige“ Bestandsanalyse über die Wohnbauentwicklung in Gries Nord in den Jahren von 2014 bis 2025 erstellt, die man den Zuständigen auch übergeben habe. Diese Erhebung zeige auf, dass in diesen elf Jahren kein einziger Quadratmeter an sozialer Infrastruktur – wie Bildung, Kultur, Soziales oder Sport etc errichtet wurde. „Das ist grob fahrlässig und widerspricht den Raumordnungsprinzipien sowie auch dem gültigen Stadtentwicklungskonzept“, sagt Sprecherin Elisabeth Kabelis-Lechner.

Die Hauptkritik des Komitees ist aber, dass das Nutzungskonzept nicht vorher erstellt wurde: „Ein Rahmenplan muss auf die Nutzungen reagieren und nicht umgekehrt“, so Kabelis-Lechner. Auch die Abtretung der Flächen für Pocketparks an die Stadt komme zu früh, weil das die Gestaltungs- und Nutzungsmöglichkeiten stark einschränke.

Eine davon könnte sogar ein ganzes „Haus der Volkskultur“ werden. Die Gespräche mit dem Johann-Joseph-Fux-Konservatorium als potenziellem Nutzer laufen bereits auf Hochtouren – neben einem großem Konzertsaal für das „Konsi“ sind auch Volkskultur und Volksliedwerk an Flächen interessiert. Auch mit Bildungs­landesrat Stefan Hermann (FPÖ) hat es dazu bereits erste Gespräche gegeben, so Direktor Eduard Lanner zur Kleinen Zeitung.