Sie macht zwar kein Geheimnis draus, aber am Foto muss die Zigarette dann doch nicht zu sehen sein. „Ich rauch noch schnell fertig“, bittet Elke Kahr an diesem 1. Mai um Geduld. Zwei tiefe Züge, dann hat sie auch die Hand frei, die Fahne mit der Friedenstaube für das Foto in Szene zu setzen. An diesem Tag ist Kahr in ihrem Element: Einmal mehr hat der KPÖ-Umzug in der steirischen Landeshauptstadt mehr Menschen angezogen als jener der SPÖ. Kahr marschiert mit ihrer Fahne vorneweg, verteilt Flyer an Passanten, hinter ihr spielen Musiker treibende Balkanmusik, dann folgt der Pulk mit den restlichen Parteifunktionären und der Menge, die Plakate hochhält. Als man beim Hauptplatz an der SPÖ-Kundgebung vorbeikommt, winkt man sich gegenseitig freundlich zu.
Hört Kahr auf?
Tag der Entscheidung und das strategische Dilemma der KahrPÖ
Die Grazer Lokalpolitik interessiert plötzlich ganz Österreich: Am Donnerstag sagt Bürgermeisterin Elke Kahr, ob sie noch einmal für die KPÖ zur Wahl antritt. Und was, wenn nicht?
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