Kurz vor 15 Uhr spazieren Johanna Herzog und ihre Tochter Richtung Zentrum, vorbei an Trümmerhaufen und Ruinen. Bei einem Haus in der Annenstraße ist die Fassade völlig zerstört worden. Sie sehen in eine Küche hinein, der Herd steht noch da und eine Kücheneinrichtung auf jener Seite, wo die Wand erhalten geblieben ist. Ein inzwischen gewohnter Anblick, doch sukzessive werden Gassen freigelegt, Haufen von Bauschutt weggeschafft, Bombentrichter aufgefüllt, eingestürzte Gräben planiert, Schäden an Wasser-, Gas- und Stromleitungen behoben. „Schaufeln und Karren sind jetzt sehr gefragt“, beschreibt ein Zeitungsartikel die umfassende Säuberung des Straßenbildes, die vorwiegend Frauen und Mädchen übernehmen. Der Mythos der „Trümmerfrauen“ ist geboren.