31. Mai 1945: Die Flut an Meldungen, die Johanna Herzog von den einzelnen Grazer Polizeiposten tagtäglich entgegennimmt, hört nicht auf. Schnell übersetzt sie die manchmal auf Notizpapier getippten Texte und leitet sie an den Stadtkommandanten weiter. Sie erhielt dafür sogar eine eigene Schreibmaschine mit kyrillischer Tastatur aus den Beständen der Roten Armee. Die Meldungen betreffen nicht nur die – verbotenen – Plünderungen einzelner Rotarmisten, sondern auch Beschlagnahmungen und zunehmend Demontagen. Mit dem Zeitpunkt des Eintreffens in Graz in der Nacht vom achten auf den neunten Mai konfiszieren die Sowjets Lebensmittel, Fahrzeuge, Waffen, Gebäude und alles, was das materielle Leben der Stadt bieten kann.