Wie auch bei den Wanderfalken im Turm der Grazer Herz-Jesu-Kirche spielte sich ein Tierdrama live vor den Augen vieler Vogelfreunde ab: Der Horst hoch über Frohnleiten verfügt ebenfalls über eine Webcam, in der man das Storchenpaar live bei der Aufzucht ihrer Nachkommen verfolgen kann. Zur Freude vieler sind gleich fünf* junge Störche geschlüpft und sorgen für Begeisterung. Leider hatten aber – ähnlich wie bei den Wanderfalken in Graz – zwei davon kaum eine Überlebenschance.

„Sie waren bei Weitem kleiner als ihre Geschwister und hätten im Horst nicht genug Futter bekommen“, heißt es von der Stadtgemeinde Frohnleiten, die letzten Mittwoch eine Tierrettungsaktion organisierte: Mit Unterstützung der Freiwilligen Feuerwehr Bruck an der Mur und in enger Zusammenarbeit mit der Storchenstation Tillmitsch horstete man die Küken vorsichtig aus und brachte sie in sichere Obhut.

Mittlerweile gibt es gute Nachrichten: In der Storchenstation „hat die Ammenstörchin Maxi die beiden sofort liebevoll aufgenommen“, heißt es aus Tillmitsch. Damit man die Kleinen gut auseinanderhalten kann, wurden sie mit einem kleinen roten Fleck am Köpfchen markiert – „das ist nur Lebensmittelfarbe und völlig unbedenklich“, so die Verantwortlichen der Storchenstation.

Die schwachen Küken entwickeln sich zwar gut, zurück in den Horst geht es für sie aber nun nicht mehr, sie würden nicht mehr aufgenommen. Sie wachsen jetzt in Tillmitsch auf, wo sie später beringt werden und von wo sie hoffentlich auch ausgewildert werden können, um wie die anderen Störche nach Afrika zu fliegen. Die restlichen drei Küken in Frohnleiten wachsen derweil schnell, wie man in der Webcam beobachten kann.

Drei Küken sind im Horst verblieben und entwickeln sich prächtig
Drei Küken sind im Horst verblieben und entwickeln sich prächtig © Screenshot Stadtgemeinde Frohnleiten

Zweiter Storchenhorst für Graz

Im Grazer Stadtgebiet waren die Andritzer Störche bislang die einzigen, nun gibt es Hoffnung auf Zuwachs: Auf ihrem Privatgrundstück in der Grazer Ragnitz wurde letzte Woche ein Horst aufgestellt, mit dabei auch Naturschutzbund-Chef Johannes Gepp, der Grazer Stadtrat Kurt Hohensinner und Bezirksvorsteher Josef Schuster (beide ÖVP). Man hofft auf regen Nachwuchs!

*Anmerkung: Wir hatten zunächst entsprechend einem Posting der Stadtgemeinde Frohnleiten fälschlicherweise von ursprünglich vier Küken im Horst berichtet, es waren aber fünf – somit verbleiben drei im Horst.