Die Serie an Bankomatsprengungen hat nun auch Graz erreicht. Kurz nach drei Uhr früh am Donnerstag riss ein Knall die Bewohner von Eggenberg aus dem Schlaf. Unbekannte Täter hatten im SB-Foyer der Bawag-Filiale an der Kreuzung Eggenberger Allee, Karl-Morre-Straße zugeschlagen. Nur einer der drei Geldautomaten im Foyer blieb verschont, der entstandene Schaden ist enorm.

Nach dem Coup flüchteten die Täter auf zumindest einem Motorroller. Die Polizei, die durch das Sicherheitssystem der Bank automatisch alarmiert worden war, leitete sofort eine Großfahndung ein. Die Bankomatsprenger konnten jedoch entkommen, nur ein Fluchtfahrzeug wurde in den frühen Morgenstunden rund zwei Kilometer vom Tatort sichergestellt. Danach verliert sich die Spur. Die Polizei hat hier aber bereits einige Spuren sichergestellt. Nun werden diese von den Beamten ausgewertet – dabei geht es vor allem um DNA-Spuren, Fingerabdrücke und dergleichen. Ob und wie viel Beute die Täter gemacht haben, ist noch nicht bekannt. Am Freitag gab die Polizei bekannt, dass es sich aller Voraussicht nach um drei Täter handle, die im Foyer der Bank die Sprengung durchgeführt haben.

Diese Sprengung ist bereits die 14. in diesem Kalenderjahr in Österreich, aber die erste in der Steiermark. Zuletzt wurde am 30. Oktober ein Geldautomat in Pöllauberg in die Luft gejagt. Hinter den zahlreichen Bankomatsprengungen in mehreren Bundesländern in den vergangenen Wochen stecken offenbar „fünf bis sechs verschiedene Gruppen“ – das hieß es Anfang März von der Polizei gegenüber der APA. Bisher tappt die Polizei aber weiter im Dunkeln und konnte noch keine Täter festnehmen. Bei zumindest einer der derzeit aktiven Gruppen soll es sich um eine professionell strukturierte Bande aus Holland handeln.

Laut Polizeisprecher Fritz Grundnig liegt der Verdacht nahe, dass eine dieser Gruppen nun auch in Graz für den Coup verantwortlich waren. Hinweise liefern könnten die Bilder der Überwachungskameras im Foyer, auch Zeugen werden befragt. Die Spurensicherung am Tatort fand unter erhöhten Sicherheitsvorkehrungen statt, denn die Zerstörungen waren enorm. So hingen kaputte Stromkabel von der Decke. Die Druckwelle der Detonation beschädigte auch die Fassade an drei Seiten des Gebäudes schwer. In den Morgenstunden musste der Betrieb der direkt vorbeiführenden Straßenbahnlinie 7 sowie jener der Buslinie 64 eingestellt werden.

Banken reagierten mit verschärften Sicherheitsmaßnahmen

Banken haben bereits auf die Lage reagiert. So hieß es beispielsweise von Dietmar Böckmann von der BKS gegenüber der „Kleinen Zeitung“, dass man zuletzt die Bargeldbestände in den Bankomaten reduziert hätte und die Öffnungszeiten der SB-Filialen verkürzt habe.

Auch von der Raiffeisenbank und der Steiermärkischen Sparkasse wurde versichert, dass man die Sicherheitsvorkehrungen verstärkt hätte. Man wolle aus ermittlungstaktischen Gründen nicht näher ins Detail gehen. Die Serie an Anschlägen hält trotz stärkerer Sicherheitsbemühungen jedoch vorerst an.