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Steirisches MärchenHans und der Herr Süd-West-Wind

Der britische Künstler und Theoretiker John Ruskin schrieb 1841 ein Märchen, das in der Steiermark spielt.

Das Titelblatt der deutschen Erstausgabe aus dem Jahr 1907
Das Titelblatt der deutschen Erstausgabe aus dem Jahr 1907 © KK
 

Über John Ruskin (1819–1900) ist vieles bekannt. Seine naturbezogene Ornamenttheorie beeinflusste so bedeutende Architekten wie Louis Henri Sullivan (1856–1924), sein Privatleben füllte die englische Klatschpresse (er initiierte etwa spiritistische Sitzungen, um mit seiner verstorbenen Geliebten Kontakt aufzunehmen) und er zählte zu den größten Kennern von William Turners (1775–1851) Skizzen und Gemälden und wurde auch mit dessen Nachlass betraut. Die Steiermärkische Landesbibliothek stieß nun aber auf einen weiteren seltenen Schatz – denn aus der Feder des John Ruskin stammt auch ein Märchen, das in der Steiermark spielen soll.

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tupper10
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"Carmilla"

von Sheridan Le Fanu (1872) - wie "Dracula" eine Vampir-Erzählung - spielt ebenfalls in der Steiermark. In Folge der Theorie der Ästhetik des Erhabenen, erstmals formuliert von Burke, wurden die Alpen als Locus Desideratus entdeckt und fanden ihr von Menschenhand geformtes Nachbild in der "wilden" romantischen Gartenkunst, die den formalen französischen Garten ablöste. Ruskin idealisierte die Alpen als Ort, der von der jede Ästhetik zersetzenden Kraft der Industrialisierung noch verschont war, wenngleich er die kommende Inanspruchnahme durch den Tourismus bereits erahnte. Stoker und LeFanu bot der steirische Schlösserreichtum, der die Bevölkerung inmitten der Berge zeitlich entrückt wie im mystischen Mittelalter lebend erscheinen ließ, die typischen Ingedienzien für ihre Schauerromane.