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KinderbetreuungGroßer Unmut über Richtlinien

Kinder mit Schnupfen abweisen? Eltern und Bürgermeister haben „Corona-Richtlinien-Chaos“ satt. Die Familienlandesrätin appelliert an die Eigenverantwortung der Eltern.

Pandemie verlangt Kindern, Eltern und Betreuern vieles ab
Pandemie verlangt Kindern, Eltern und Betreuern vieles ab © famveldman - stock.adobe.com
 

Im Corona-Sommer 2020 gilt in der Kinderbetreuung: „Kein Besuch der Einrichtung, wenn das Kind oder die Eltern bzw. Erziehungsberechtigten oder andere Haushaltsangehörige nicht gesund sind.“ So steht es in den „Grundsätzlichen Hygiene-Empfehlungen des Landes Steiermark“. Im Einzelfall hilft dies jedoch wenig: Wenn ein verkühltes Kind nicht zu den Freunden im Kindergarten darf; wenn die Mutter nicht zur Arbeit kommt. Oder, wenn doch eine Ausnahme gemacht wird, andere Eltern sich aber beschweren ... Für Werner Baumann, SPÖ-Bürgermeister von Seiersberg-Pirka (GU), ist dies schlicht ein „Richtlinien-Chaos des Landes“, das Eltern, Kinder und Kindergartenpädagoginnen belaste. Es wäre nicht an den Kindergartenleitern „zu entscheiden, ob ein Kind ein Covid-Risiko ist, was nicht einmal Ärzte ohne Test mit Sicherheit sagen können“.

„Wir haben ein Kind in einem Monat zehn Mal abweisen müssen“, schildert Baumann das Dilemma. Eltern würden bei Allergien ärztliche Bestätigungen vorlegen müssen. Ihm bangt vor dem Herbst und der Schnupfen- und Hustensaison: Muss bald jedes Kind zu Hause bleiben? „Das werden die Eltern nicht schaffen.“ In einem offenen Brief an das Land fordert Baumann klare Regeln vom Land bzw. von Landesrätin Juliane Bogner Strauß (ÖVP). Eine Unterschriftenaktion wurde gestartet

Auch Harald Bergmann, Bürgermeister von Knittelfeld, kennt solche Bedenken. „Das Problem ist fast unlösbar.“ Er meint, man müsse „im Einzelfall entscheiden. Zusperren ist das Letzte, was wir wollen.“

Peter Schwarz von „GIP“ (mit rund 40 Einrichtungen in der Steiermark) betont: „Es ist eine schwierige Situation für alle Seiten.“ Alle müssen wegen Corona vorsichtig sein. Hilfreich bei „GIP“ war es, die Richtlinien nochmals für alle verständlich zusammenzufassen.

„Wenn Kinder krank sind, gehören sie nicht in den Kindergarten“, fasst Bogner-Strauß ihrerseits zusammen. Sie appelliert an die Eigenverantwortung der Eltern: „Sie wissen am besten, ob ihr Kind krank ist oder nicht.“ Und im Herbst soll die „Corona-Ampel“ kommen: „Für Schulen und Kindergärten eine andere Ampel als für Spitäler oder Pflegeheime.“

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Danke für Ihr Verständnis.

wolferl42195
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Petition “Familien in der Krise” hat schon Erfolg!

Wir haben schon knapp 4000 Unterschriften und die Stadt Wien hat auch schon reagiert! Deshalb bitte auch weiter unterstützen und teilen teilen. Gemeinsam können wir es erreichen! Danke! http://familien-in-der-krise.at

kaikiass
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Natürlich

geb ich mein Kind nicht krank in den Kindergarten. Aber kann ich als Mutter 100% sicher sagen, dass es nicht COVID hat? Nein... ohne Testung nicht möglich. Werden unsere Kinder dann bei jedem Schnupfen getestet? Oder man verbringt den Herbst und Winter in pflegefreistellung, danach im Urlaub, denn nach 5 Tagen ist die pflegefreistellung aufgebraucht... und was mach ich danach? Wenn auch der Urlaub verbraucht ist? Man darf gespannt sein, wie man hierfür eine Lösung finden soll..

Limone2
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2 Wochen Anspruch

Bei einem Kind unter 12 Jahren kann eine 2 Woche Pflegeurlaub beansprucht werden. Ist es danach noch immer nicht gesund kann der Urlaub oder unbezahlter Urlaub hergeno. Men werden.

Beson
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Froh

bin ich nicht mehr in diesem Bereich zu arbeiten. Schlechte Arbeitsbedingungen, schlechte Bezahlung und absolut keine Wertschätzung von irgendjemanden.

kritiker47
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Ist leider eine Aktion

der roten Bürgermeister. Natürlich gibt es immer wieder besondere Fälle und dafür sollte es Lösungen geben, um die sich die Verantwortlichen bemühen müssen und nicht immer Anderen die Schuld geben, oder nicht ?

Limone2
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Vorbildhaft BGM Bergmann

BGM Bergmann hat selbst 3 Kinder. Er findet sicher eine Lösung, denn er möchte ja auch nicht, dass seine Kinder krank werden. Hr. Bergmann war einer der Ersten, welcher Carona Maßnahmen umgesetzt hat und Leistungsangebote für die gefaehrtete Bevölkerung bereit gestellt hat. Vorbildhaft! Als Erhalter hat er ja die Möglichkeit für seine Gemeinde Regeln zu erlassen.

Limone2
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Richtig!

Wenn Kinder krank sind, gehören sie nicht in den Kindergarten. Ein wahres Wort , schließlich geht es um das Wohlergehen des Kindes. Bei einer Pandemie sollte dementsprechend gehandelt werden. Es gibt doch die Amtsärzte, oder? Wenn ein Kind Läuse hat, lässt man es auch nicht in den Kindergarten, da alle Kinder hiervon Läuse bekommen können. Berufstätige Mütter bringen ihre Kinder nicht krank in den Kindergarten, sondern sind bemüht eine Lösung zu finden. Meist sind es Eltern, welche ohnehin keinen Betreuungsbedarf haben. Ich denke, man sollte berufstätige Mütter oder AlleinerzieherInnen nicht immer vorschieben.