Rechtsextreme Zeitschrift "Aula" wird eingestellt - neues Magazin im Herbst

Die Juni-Ausgabe der "Aula" ist die letzte: Das monatlich erscheinende Magazin wird eingestellt - im Herbst soll ein neues Magazin erscheinen.

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Die Juni-Ausgabe der Aula (Mitte) ist die letzte © KK
 

Das monatliche erscheinende Magazin "Aula" wird eingestellt, wie der Obmann des Freiheitlichen Akademikerverbandes Steiermark (FAV), Heinrich Sickl, am Samstag der APA auf Anfrage sagte. Die Juni-Ausgabe sei die letzte gewesen, nach dem Sommerende soll ein neues Magazin erscheinen. Die Finanzierung stehe, sagte Sickl. Weltanschaulich ausgerichtet solle es "patriotisch und wertkonservativ" sein.

Ab sofort gebe es keine "Aula" mehr, sagte Sickl am Samstag nach der Sitzung des Freiheitlichen Akademikerverbandes in Graz. Es werde ein neues Konzept und neues Personal geben. "Wir als FAV sehen die Notwendigkeit für ein patriotisches Magazin", so Sickl. Man arbeite unter Hochdruck an einem Konzept und neuen Ideen, auch die Finanzierung stehe, wenngleich zu Einzelheiten noch nichts gesagt werden könne. Thematisch werde sich das neue Magazin - auch mehrere Titel seien schon in Diskussion - geopolitisch, kulturell, wirtschaftlich und wissenschaftlich sowie sprachlich hochwertig präsentieren und weniger Tagespolitik beinhalten.

Man lege Wert darauf, auch hochwertige Journalisten und Autoren zu haben, sagte Sickl. Ob der bestehende Mitarbeiterstamm weiter arbeiten werde, wurde nicht präzisiert. Überlegt werde aber auch, eine Art "Blick der anderen" aufzunehmen, also auch politisch Andersdenkende zu Wort kommen zu lassen: "Wir wollen nicht im eigenen Saft schmoren", sagte Sickl. Details zum Konzept könne er nicht nennen, weder zu Mitarbeitern, noch zur Finanzierung, das wäre unseriös, sagte Sickl. Der FAV sei jedenfalls einstimmig der Meinung gewesen, diesen neuen Weg zu gehen.

Titelvorschläge gebe es zwar, aber auch dies müssen noch erörtert werden. Man überlege jedenfalls, vor dem Erscheinen der ersten Nummer das Konzept noch öffentlich vorzustellen, zum Ende der Sommerferien, Ende August, Anfang September. Auch die Erscheinungsform sei noch nicht festgelegt, sie könnte alle zwei Monate erfolgen.

Das als rechtsradikal geltende Monatsmagazin war 1951 gegründet worden und im Grazer Aula-Verlag erschienen. Zuletzt war es wegen der Bezeichnung "Quotenmohr" für den österreichischen Eurovisions-Song Contest-Teilnehmer Cesar Sampson in die Kritik geraten. FPÖ-Generalsekretär Harald Vilimsky hatte Ende Mai gesagt, er gehe davon aus, "dass der Name Aula vom Markt verschwindet. Die Marke ist so beschädigt, dass sie keine Zukunft hat", hatte er in einem "Standard"-Interview gesagt. Der stellvertretende FPÖ-Bundesparteichef und Infrastrukturminister Norbert Hofer hatte allen Politikern seiner Partei Ende Mai in einem "Österreich"-Interview mit dem Ende der Karriere gedroht, wenn sie weiter in der Zeitschrift "Aula" schrieben. "Jeder, der dort weiter publiziert, hat die Chance auf eine weitere Karriere in der FPÖ verwirkt".

 

Kommentare (10)
SoundofThunder
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🤔

Wie wäre es mit Aloha? 🏝

UHBP
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... wissenschaftlich sowie sprachlich hochwertig präsentieren ...

Dann versteht es aber die eigene Leserschaft nicht.

tomtitan
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Ein neues Magazin

können sie sich auch sparen!

cleverstmk
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9
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Mogelpackung

Wird wohl alles beim Alten bleiben.Neuer Name?? Wie wär's damit:
Der kleine Braune???

Lodengrün
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Auch der Uhrturm

erscheint nun in einem anderen Namen. Gekeift und blaues Gedankengut sind, wenn auch vorerst gemäßigter geblieben. Das Klientel muß ja bedient werden.

create
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Neue Verpackung, selber Inhalt.

Neuer Weg, neuer Stil. Und man möchte auch hochwertige Journalisten und Autoren haben. War wohl bis jetzt nicht der Fall? Aber nach der Aussage/Androhung von Hrn Hofer war ja irgendwie klar, dass sich da was ändern muss. Also neuer Name, und die Herren können weiter publizieren... so geht's natürlich auch.

Mein Graz
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7
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Ändert ein neuer Name

den Inhalt, die Aussagen?
NEIN!

Die Leute, die diese "Zeitschrift" oder was immer das ist herausgeben, waren, sind und bleiben braun eingefärbt bis in die Wolle, ebenso die "Autoren", die wie ja auch Hr. Kurzmann beteuert jede Gelegenheit nutzen, um ihre Ansichten unters gemeine Volk zu bringen.

Namen würden sich da schon einige anbieten:
Der Werwolf
Die Elite
Masterrace
Der tägliche Einzelfall - die Zeitschrift für gesundes Volksempfinden...

Feja
7
15
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Die haben was von der ÖVP gelernt

Neuer Name und neue Farbe dann wirds schon wieder..

voit60
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Es geht nicht um den Namen

Es geht wohl nur um den Inhalt dieser Rechtsaussenjournale. Wie das Schundblatt heißt, ist wohl nur nebensächlich.

Irgendeiner
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Eigentlich,voit, auch das nicht, es

geht darum, daß da eine Haltung schon viel breiter eingesickert ist, das kriegst nicht weg,nichtmal wenn Du die Extremkasperliaden verbietest.Und was die tun, ist hier schon wegen dem Wording nicht mehrheitsfähig, wo es mit newspeak arbeitet hat es die schon.Wenn man Fluchtverhinderung euphemistisch Routenschließen nennen darf und die Öffentlichkeit nicht schreit ists schon da.