Doppelmord in StiwollGroßeinsatz: Suche nach Täter verlief auch im Freilichtmuseum Stübing negativ

Zwei Polizei-Großeinsätze am Dienstag ++ Auf dem Gelände des Freilichtmuseums Stübing wurde nach dem Tatverdächtigen gesucht, er war dort freiwilliger Mitarbeiter ++ Ab heute stehen auch Spezialfahrzeuge des Bundesheers für die Suche nach dem Todesschützen von Stiwoll bereit.

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Große Suchaktion am Dienstag auch wieder in Stiwoll © Hans Breitegger
 

Am Dienstag, Tag neun nach dem Doppelmord von Stiwoll, hat sich die intensive Suche nach dem mutmaßlichen Todesschützen Friedrich Felzmann auf zwei Bereiche zugespitzt.

Schauplatz 1 - Freilichtmuseum Stübing: Knapp vor Mittag fuhren plötzlich mehrere Polizeibusse und ein Panzerwagen vor dem (seit 31. Oktober geschlossenen) Freilichtmuseum Stübing auf. Es geht hier laut Polizei um eine systematische Suche in den historischen Gebäuden.

Der Täter könnte nämlich den Umstand genutzt haben, dass sich seit Anfang November keine Besucher in dem großen Areal aufhalten.

Zudem kennt sich Friedrich Felzmann, der laut Fahndung meistgesuchte Mann Österreichs, im Areal des Freilichtmuseums bestens aus - er hat dort als freiwilliger Mitarbeiter immer wieder mitgewirkt. 

Das LKH Enzenbach wurde zwischenzeitlich von Einsatzkräften gesichert - eine Vorsichtsmaßnahme, sollte Felzmann tatsächlich in der Nähe sein.

Die Suche im Areal des Freilichtmuseums musste am Nachmittag allerdings ohne Ergebnis abgebrochen werden.

>>> Bilder und Video aus Stübing:

 

Video vom Polizei-Einsatz in Stübing

Schauplatz 2 - Stiwoll: Heute am späteren Vormittag hat sich eine Hundertschaft von Polizisten auf die Suche nach Friedrich Felzmann gemacht. Sowohl Hunde als auch Panzerfahrzeuge waren im Einsatz. Zwei Objekte wurden durchsucht - aber schlussendlich wurde der Einsatz ohne Ergebnis beendet.

>>> Bilder und Video aus Stiwoll vom Dienstag:

 

Weitere Neuheiten aus Stiwoll

In der Pfarrkirche Stiwoll wurde am Nachmittag das zweite Opfer, Adelheid Hausegger (55), verabschiedet. Die Verabschiedung von Gerhard Enzi (64) fand bereits vergangenen Samstag statt. Beide wurden am 29. Oktober 2017 mutmaßlich von Felzmann aus dem Hinterhalt erschossen.

In Stiwoll wurden gestern auch der Kindergarten und die Volksschule wieder geöffnet. Ein erster Schritt in Richtung Normalität, so der Bürgermeister.

Jetzt kommen die „Husar“-Fahrzeuge und unterstützen die Polizei bei der Suche nach dem mutmaßlichen Doppelmörder (66). „Zwei dieser Fahrzeuge stehen ab heute, neun Uhr, in der Grazer Gablenzkaserne für den Einsatz in Stiwoll bereit“, bestätigt Oberst Michael Bauer, Pressesprecher im Verteidigungsministerium. Der entsprechende Antrag der Polizei ging Dienstagvormittag im Ministerium ein.

Die Anforderung wurde gestern Abend ans Verteidigungsministerium übermittelt. „Es ist alles vorbereitet“, sagt Markus Lamb, Sprecher der Landespolizeidirektion und betont, dass vom Militär in Stiwoll keine sicherheitsdienstlichen Aufgaben übernommen werden. „Das Militär wird uns bei der Suche unterstützen.“

Bisher kam der Iveco Husar u. a. beim Assistenzeinsatz des Bundesheeres an der steirisch-slowenischen Grenze zum Einsatz Foto © Robert Lenhard

Bei den „Husar“ handle es sich um keine Panzer, so Bauer, aber um robuste, schusssichere Fahrzeuge, die auf der Straße und im Gelände vielseitig eingesetzt werden können. Bauer: Bei der Fahndung in Stiwoll gehe es um den Einsatz der Wärmebildkameras. Die Husar-Fahrzeuge sind mit modernster Technik ausgestattet.“

Wieder einige Hundert Polizisten im Einsatz

Die Suche nach Friedrich Felzmann wurde auch am Montag – trotz Schlechtwetters – fortgesetzt. Wieder waren einige Hundert Polizisten im Einsatz. Auch im Bereich jenes Gehöftes – etwa drei Kilometer vom Tatort entfernt – wo Samstagabend eingebrochen wurde, waren Einsatzeinheit, Cobra und Hundestaffelen unterwegs.

Das den Einbruch betrifft, habe man bisher keine Spuren zuordnen können, heißt es seitens der Polizei. Man schließe nicht aus, das der gesuchte Todesschütze den Einbruch verübt und aus einer Kühltruhe Lebensmittel gestohlen hat. Das sei der Grund dafür, dass man die Suche in voller Intensität fortführe, heißt es.

Im Nachbarort St. Pankratzen fand eine Bürgersammlung mit der Polizei statt. Rund 80 Personen hätten daran teilgenommen, berichtet LPD-Pressesprecher Jürgen Haas. Die Fragen der Bürger waren ähnlich wie die Fragen, die auch bei der Bürgerversammlung in Stiwoll vergangene Woche bereits gestellt wurden: „Wo stand der Fluchtwagen?“, „wie groß ist die Gefahr?“, „was bedeutet es, wenn Einsatzkräfte abgezogen werden?“ usw.