Uhrturm, Trauben, Kürbis, Wein – direkt am Piazza Brescia in Jesolo türmt sich seit dieser Woche eine überlebensgroße Sandskulptur mit dem Logo des Grünen Herzens. Gleich daneben duftet es nach Backhendl, Käferbohnensalat und Apfelstrudel. Franz Grossauer serviert mit seinem Team Schnitzel „mit steirischen Bröseln“ und Vanilleeis mit Kernöl. „Es ist irrsinnig gut angekommen, die Leute waren ganz happy – vom Bürgermeister bis zu den Badegästen“, erzählt er. „Wir bringen fast so etwas wie ein steirisches Oktoberfest nach Italien.“
Für Stimmung sorgt die Musikgruppe Knöpferlstreich, während Urlauber wie Einheimische zwischen Strandpromenade und Alpe-Adria-Flair in die weiß-grüne Welt eintauchen.
Von der Adria in die Lagune
Das Jesolo-Event ist erst der Anfang: In den kommenden Wochen rollt die steirische Werbewelle durch Venetien und Friaul. Plakate an allen 120 Vaporetto-Stationen in Venedig, eine riesige Werbefläche an der Chiesa degli Scalzi und sogar ein eigenes Vaporetto, das 28 Tage lang im Steiermark-Look durch die Lagune schippert, machen die Region sichtbar. „An starken Sommertagen besuchen bis zu 110.000 Menschen die Lagunenstadt Venedig – 60 Prozent davon sind internationale Gäste. Wer in Venedig wirbt, erreicht ein globales Publikum mitten im Herzen Europas. Und in Jesolo, einem der beliebtesten Badeorte an der Adria, treffen wir auch auf ein italienisches Publikum, das offen für Kulinarik, Kultur und Urlaubserlebnisse aus der Steiermark ist. Diese Sichtbarkeit für die Steiermark ist ein strategischer Meilenstein“, sagt Landeshauptmann Mario Kunasek.
Auch Weinbäuerin Sarina Schneeberger aus der Südsteiermark ist mit dabei – mit dem Herzerlwein-Sauvignon. „Es war schon lässig, unsere Weine hier am Strand zu zeigen. Viele Urlauber haben sich über das Stückerl Heimat gefreut, die Stadtverwaltung war auch da – und jeder wollte kosten“, erzählt sie der Kleinen Zeitung. Die Italienerinnen und Italiener seien sehr neugierig gewesen, hätten nachgefragt, wo die Weingärten liegen und ob man die Südsteiermark leicht erreichen könne. „Das Interesse war riesig – und mit einem Sauvignon können die Leute international sofort etwas anfangen. Wir haben gespürt: Da springt ein Funke über.“
Italien als Schlüsselmarkt
Für die Steiermark ist Italien längst ein Kernmarkt. „Über 22 Millionen Italiener reisen jährlich ins Ausland – ein enormes Potenzial“, betont Michael Feiertag, Geschäftsführer der Steirischen Tourismusgesellschaft (STG). Die Zahlen sprechen für sich: Allein in Graz stiegen die Nächtigungen aus Italien in den letzten zwei Jahren um 47 Prozent.
Auch Herwig Kolzer von der Österreich Werbung sieht große Chancen: „Italien ist ein klassischer Sommermarkt. Die Gäste suchen Kultur, Natur und Kulinarik – genau das, was die Steiermark bietet. Da ist aber noch viel Luft nach oben, die Steiermark kann sich auf dem italienischen Markt noch deutlich stärker positionieren.“ Mit dem neuen Koralmtunnel ab Dezember 2025 rückt das Grüne Herz noch näher an Norditalien. „Die Steiermark wird für Millionen Gäste plötzlich eine Bahnreise entfernt sein – eine Riesen-Chance“, so Kolzer.
Steiermark-Roadtrip geht weiter
Und es bleibt nicht bei einem einmaligen Auftritt: Grossauer und sein Team ziehen mit einer rollenden Steiermark-Hütte weiter durch Norditalien – ein kulinarischer Roadtrip von Jesolo über Udine bis nach Triest. „Wir fahren mit unseren Speisen, Getränken und dem ganzen Equipment einen Monat lang von Ort zu Ort, bauen unsere Hütte auf, schenken Wein aus und servieren Spezialitäten. Wir bringen ihnen ein Stück steirische Gemütlichkeit direkt zu den Italienern nach Hause.“
Während Touristen in Venedig künftig an Plakatwänden und Vaporetto-Stationen auf die Steiermark stoßen, setzen die Gastgeber auf das, was ihre Heimat am besten kann: authentische Kulinarik, Musik und Begegnungen. „Wir fahren einen Monat lang von Ort zu Ort mit steirischen Spezialitäten und Gemütlichkeit“, beschreibt Grossauer die Tour. „Wir bringen ein Stück steirisches Lebensgefühl direkt nach Italien.“