Zillertaler Alpen, 1993. Frühstück will sie bestellen, stattdessen bekommt Andrea Tupi nur alpines Macho-Gehabe serviert. Sie habe nicht zu führen, sagt der Hüttenwirt. Eine Frau gehöre hinter den Herd. Eine Frau sei keine Bergführerin. Ein Jahr zuvor schloss sie als erste Steirerin und vierte Frau in ganz Österreich die Ausbildung zur Bergführerin ab. Schon in den Kursen merkte sie, dass sich manche Ausbildner mit einer Frau in diesem - wie sie es nennt - „heroischen Männerberuf“ schwertaten. „Ich glaube, sie hatten Angst, dass etwas verloren geht, wenn plötzlich eine Frau dabei ist“, sagt die studierte Pharmazeutin. Damals war sie oft allein mit Männern unterwegs – und das spürte sie auch. Im Kurs musste sie gefühlt mehr leisten. „Wenn eine Stelle schwierig war, haben mich alle genau beobachtet“. Doch sie hätte ihre Leistung gebracht und sei so schließlich auch akzeptiert worden.
Bergsport als Karriere
Warum es in Österreich noch immer wenige Bergführerinnen gibt
Lange galt der Alpinismus als Männerdomäne. Doch viele starke Alpinistinnen klettern heute die schwersten Routen, Vorbilder sind nicht schwer zu finden. Doch von 1387 aktiven Bergführern in Österreich, sind nur 35 weiblich. Warum? Eine Spurensuche.
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