Im Süden Österreichs beobachteten am Samstag kurz vor 21 Uhr viele Menschen einen „Feuerball“ am Himmel. Wie aus Kärnten gab es auch aus der Steiermark zahlreiche Meldungen über das Himmelsphänomen. Als „Feuerkugel mit sehr langem grünen Schweif“ beschreibt es eine Aflenzerin. Besonders viele Meldungen langten auf der Meldeplattform des Astronomischen Arbeitskreises Salzkammergut aus dem Raum Graz ein: Ein Feldkirchner berichtet von einem Meteor, der rund fünf Sekunden lang grünlich geleuchtet habe, auch ein Seiersberger hat einen „grünen Leuchtball“ gesehen, der nach ein paar Sekunden verglühte. Eine Doblerin beschreibt das Phänomen als „grün verglühende Riesen-Sternschnuppe mit geringem Winkel zum Horizont von Süden nach Westen“ und ein Deutschfeistritzer berichtet von einem „sehr hellen grün-bläulich sprühenden Objekt“. Es habe an eine Sprühkerze erinnert und sei sehr imposant gewesen.

„Ein tolles Erlebnis“

Eine sehr genaue Beschreibung liefert ein Leobner, der mit einem Studienkollegen beim Biertrinken am Balkon eine „türkisfarbene, sehr helle Feuerkugel“ gesehen hat. Die Feuerkugel sei ungefähr in Richtung Süden bei 15 Grad Höhe aufgetaucht und in ein bis zwei Sekunden Richtung Südsüdwest in 10 Grad Höhe geflogen. „Mittig um den Kern war sie lila und zersprang am Ende mit weißen Lichtblitzen in drei kleinere Teile, bevor sie erlosch“, beschreibt er: „Ein tolles Erlebnis für uns beide!“

„Deutlich heller als übliche Sternschnuppen“

Auch ein oststeirischer Himmelsbeobachter gibt eine sehr detaillierte Beschreibung ab, die er in Mitterdorf an der Raab beobachtet hat: Er habe Richtung Süden eine sehr helle Sternschnuppe, vermutlich eine Feuerkugel, beobachtet. Diese habe sich „deutlich länger als gewöhnliche Meteore am Himmel gehalten“ – etwa zehn Sekunden lang. Sie sei zuerst als heller weißer Punkt erschienen, habe dann die Farbe ins Grünliche gewechselt und zum Schluss einen goldenen Schweif gezeigt. „Die Bewegung verlief gleichmäßig, ohne sichtbare Fragmentierung oder Explosion“, schreibt der Oststeirer: „Die Helligkeit war auffällig und deutlich heller als übliche Sternschnuppen.“ Besonders sei der Farbwechsel von Weiß nach Grün und in einen goldenen Schweif gewesen. Geräusche nahm er keine wahr, wie er auf der Plattform schreibt. Seine Vermutung: „Möglicherweise handelte es sich um einen frühen Meteor aus dem Lyriden-Meteorschauer oder einen zufälligen Einzelmeteoriten.“ Aufgrund der Dauer, Helligkeit und Farbverläufe könnte es sich um einen Boliden mit mehreren Kilogramm Masse gehandelt haben.

Meldungen über das Himmelsphänomen können auch auf der Seite des Naturhistorischen Museums getätigt werden. Wie die zahlreichen Beobachtungen zeigen, war die „Feuerkugel“ in der ganzen östlichen Hälfte von Österreich gut zu sehen.

Videos des Phänomens

In Kärnten wurde der „Feuerball“ im Video eingefangen. Auf der Instagram-Seite von „klagenfurt_elite“ findet sich etwa eines, das ein Autofahrer mit der Dashcam auf der Autobahn im Bereich Griffen filmte.

Hinter dem „Feuerball“ steckt ein Meteorit

Wie unsere Kärntner Kollegen erfuhren, gingen alleine beim Astronomischen Arbeitskreis Salzkammergut bis Sonntagvormittag 40 Augenzeugenberichte ein. Für die Experten ist es klar, dass es sich bei dem „Feuerball“ um einen Meteoriten gehandelt haben muss, der in die Erdatmosphäre eingedrungen ist, ein abstürzender Satellit (mehrfach wurde auch Skylink vermutet) sei es definitiv nicht gewesen. Forscher in Tschechien klären nun, ob Teile den Boden erreicht haben.