Der Skisprungsport begleitet mich schon fast mein ganzes Leben lang – und doch gibt es Aspekte, die mich immer wieder von Neuem faszinieren. Derzeit ist es das Wunder Aerodynamik: Als Trainer habe ich mich sehr viel mit dieser Thematik beschäftigt, doch seit ich den Privatpilotenschein gemacht habe, denke ich in ganz neuen Dimensionen. Jedes Mal, wenn ich in dieses Gebiet eintauche, lerne ich dazu und werde kreativ. Als Trainer wird man da irgendwann betriebsblind, dabei sind noch lange nicht alle Möglichkeiten ausgereizt.

Für den Saisonbeginn der Skispringer und Skispringerinnen hat man von allen Möglichkeiten die Sicherheitsvariante gewählt: Beim Auftakt kommt man sich mit der Fußball-WM nicht in die Quere und ist vom Schnee unabhängig, da auf Matten gelandet wird. Doch was kommt dann? Die Begeisterung fürs Skispringen verpufft in einer überlangen Wettkampfpause, der zweite Herren-Bewerb findet komplett parallel zu den WM-Spielen statt. Hätte es da nicht innovativere Varianten gegeben? Drei Wochenenden hintereinander auf Matten bzw. flexibel auf Schnee, Pause während der Parallelspiele oder überhaupt ein Start erst im Dezember?

Die ÖSV-Teams werden jedenfalls gut vorbereitet und voll motiviert in Wisla an den Start gehen. Ich bin vor allem auf das Abschneiden von Manuel Fettner, Daniel Tschofenig und Michael Hayböck gespannt. Für Fettner war Olympia eine Initialzündung, er war auch beim Sommer-GP vorne dabei. Tschofenig entpuppt sich zusehends als zukünftiger Leistungsträger und Hayböck hat mich mit seinen vier Siegen im Kontinentalcup positiv überrascht. Für einen arrivierten Weltcup-Athleten ist es nicht einfach, sich in der zweiten Liga zu behaupten. Vielleicht hat er dort endlich jenen "Killerinstinkt" entwickelt, der ihm bis jetzt immer gefehlt hat. Bei den Damen gehe ich davon aus, dass die letztjährige WC-Gesamtsiegerin Sara Marita Kramer gemeinsam mit den starken Sloweninnen wieder den Ton angeben wird.

Alexander Pointner gewann als Skisprungtrainer 32 Medaillen bei Großereignissen.