Durchforstet man die Startlisten der Vierschanzentournee, stößt man mitunter auf Namen, die einem auch als Skisprungfan nicht zwingend geläufig sein müssen. So versuchten sich in der Oberstdorf-Qualifikation etwa der Südkoreaner Choi Heung Chul, der Kasache Ilya Mizernykh hat der Weitenjäger-Szene bis dato ebenfalls noch nicht seinen Stempel aufgedrückt. Auch die Türken und Ukrainer dürfen durchaus als Schanzen-Exoten bezeichnet werden, doch sorgen sie für eine Vielfalt an Nationen, die vom IOC auch gerne gesehen wird. Immerhin gilt dies für eine Sportart als Voraussetzung, will man zu olympischen Ehren kommen. Und es ist auch eines jener Kriterien, warum den Nordischen Kombiniererinnen bis jetzt die Aufnahme unter die fünf Ringe verweigert wurde.

Auf dem Oberstdorfer Schattenberg haben Springer aus 18 Nationen auf dem Zitterbalken Platz genommen. Nicht dabei waren Athleten aus China, Schweden, der Slowakei, Rumänien und Russland. Dabei hätten Michail Nazarow und Danil Sadreew, die erst vor wenigen Tagen von der FIS den Status als Neutrale Athleten (AIN) zugesprochen bekamen, bereits im Oberallgäu abheben sollen. Doch waren in Moskau die nötigen Visa nicht rechtzeitig eingelangt. Damit hat sich aus das Comeback russischer Springer nach vierjähriger Absenz aufgrund des Angriffskriegs gegen die Ukraine noch einmal verschoben.

Quotenplätze für 22 Länder

Gerade die kleineren Skisprung-Nationen nützen die Tournee als eine der letzten Möglichkeiten, um die Vorgaben für einen Olympiastart zu erfüllen. So müssen nominierte Athleten bis 18. Jänner 2026 zumindest einen Weltcup-, Kontinentalcup- oder Grand-Prix-Punkt vorweisen können. Insgesamt werden für Olympia (gesprungen wird in Predazzo) 50 Startplätze pro Geschlecht und pro Nation maximal vier Quotenplätze pro Geschlecht vergeben. 22 Länder haben derzeit zumindest einen Quotenplatz sicher, wobei China und Schweden aktuell nur bei den Frauen vertreten sind.

Hierbei nicht berücksichtigt sind freilich die verbandsinternen Vorgaben der einzelnen Nationen. Sollten es zum Beispiel Nazarow und Sadreew noch rechtzeitig zur Tournee schaffen, fordert der russische Verband von ihnen je zwei Platzierungen in den Top 20. Hochgegriffene Ziele, die von dem Duo wohl kaum zu erreichen sein werden.