Die Vorfreude auf ein weltmeisterliches Wintermärchen erfüllt sich in Trondheim nicht. Schnee ist Mangelware, die Temperaturen pendeln sich in den kommenden Tagen an der Küste Mittelnorwegens zwischen drei und acht Grad ein – Plusgrade wohlgemerkt! Die Sonne soll ebenso nicht zum Vorschein kommen, statt Schneefall ist Regenwetter prognostiziert.

Unterm Strich ist die Wetterlage rund um den WM-Ort wie auch in den meisten anderen Regionen Europas für diese Jahreszeit nicht normal – und der nicht mehr wegzuleugnende Klimawandel auch der Antrieb dafür, dass es sich die Veranstalter zum Ziel gesetzt haben, als Vorbild für kommende Großereignisse die „grünste und nachhaltigste WM“ aller Zeiten über die Bühne zu bringen. „Wir arbeiten hart daran, einen neuen Standard zu setzen und Vorbild für künftige Weltmeisterschaften zu sein, damit es diese noch besser machen als wir – für eine bessere Welt“, sagt WM-Pressechef Tor Arve Hegerberg. Doch geht die Umsetzung nicht immer so reibungslos vonstatten, wie erhofft.

TRONDHEIM,NORWAY,26.FEB.25 - NORDIC SKIING, NORDIC COMBINED, SKI JUMPING - FIS Nordic World Ski Championships, training, Ski Austria, ladies. Image shows an overview of the jumping hills. Photo: GEPA pictures/ Thomas Bachun
Die Schanzen in Granåsen © GEPA pictures

Die Auflagen rund um das WM-Gelände Granåsen, das sich rund eine halbstündige Busfahrt außerhalb von Trondheim befindet, sind strikt. Autos mit Verbrennermotoren sind verboten, den Servicetrucks und allen anderen Teambussen ist nur eine einmalige Einfahrt gestattet. Entweder, man lädt alles ab und fährt wieder aus dem Gelände, oder man lässt das Gefährt bis zum WM-Ende in diesem stehen. Dies bedeutet auch eine Umstellung für die Athleten, die nicht mehr individuell zum Stadion fahren können, sondern wie auch sämtliche Medien und Mitarbeiter auf Shuttlebusse angewiesen sind. Hürden, die bereits zu Beschwerden einiger Teams sowie lautstarken Diskussionen geführt haben sollen.

Jeder kann den CO2-Fußabdruck minimieren

Die Organisatoren rufen auch sämtliche Gäste und Athleten dazu auf, den CO2-Fußabdruck bestmöglich zu verringern. Neben der Bitte, den Abfall zu minimieren, ihn richtig zu sortieren (dafür stehen in ganz Trondheim sechs verschiedene Arten von Mülltonnen parat) und Einwegkunststoffe aller Art zu vermeiden, heißt es, man solle „intelligent anreisen“ und die direkteste Flugroute wählen. Nicht berücksichtigt wurde dabei allerdings, dass Direktflüge die teuersten sind. Und dass selbige gar nicht möglich waren, da ausgerechnet in den Tagen vor WM-Beginn an vielen deutschen Flughäfen gestreikt wurde und es so wie auch bei Österreichs Springern zu Umbuchungen und daraus folgenden entsprechenden Umwegen kam.

Auf Nachhaltigkeit wird bei der WM auch im Detail geachtet. In den Hotels werden die Zimmer nur alle vier Tage gereinigt (auf Wunsch aber natürlich auch täglich), die tausenden Akkreditierungen sind nicht wie üblich in Plastikfolie eingeschweißt, in den Restaurants werden vorwiegend regionale Produkte serviert, wobei maximal zwei Prozent an Lebensmittelabfällen anfallen sollen. Viele dieser Punkte wurden übrigens auch bei der Alpin-WM in Saalbach-Hinterglemm, die ebenso zum „Green Event“ zertifiziert worden war, ähnlich umgsetzt.

Unter dem Strich also viele kleine Schritte, mit denen man in Summe aber Großes bewirken kann. Ganz im Sinne des Klimas.