Die Nordische WM ist für Langlauf-Superstar Johannes Hösflot Kläbo ein echtes Heimspiel. Der aus Trondheim stammende Weltcup-Dominator will seine imposante Gold-Sammlung vor Zehntausenden Fans noch deutlich aufstocken. Zum Auftakt im Skating-Sprint am Donnerstag kann sich der Seriensieger auf der Kurzdistanz eigentlich nur selbst schlagen. Am ehesten gefährlich werden können dem Olympiasieger seine Landsleute, mit Erik Valnes fällt ein Mitfavorit aber verletzt aus.
Triumphiert Kläbo, würde er mit seinem zehnten WM-Titel zum legendären Björn Dählie aufschließen. Theoretisch könnte er in Trondheim auch Rekordweltmeister Petter Northug einholen, der 13 WM-Titel gesammelt hat. Vor zwei Jahren in Planica sicherte sich Kläbo drei Gold- und zwei Silbermedaillen.
Kläbo „fast unschlagbar“
Kläbo wurde im Vorfeld der WM von einer Grippe ausgebremst, gewann trotz einwöchiger Trainingszwangspause aber auch die WM-Sprint-Generalprobe in Falun. „Er ist fast unschlagbar“, meinte der wegen einer Rückenblessur zum Zuschauen verurteilte Valnes. Im laufenden Weltcup gewann Kläbo alle sieben Sprints, die er bestritten hat. Hinzu kommen mehrere Erfolge bei Distanzrennen und der Tour de Ski vor Mika Vermeulen.
Moser will vorne mitmischen
Für den Ausdauerspezialisten Vermeulen ist der Sprint nichts, der Steirer greift erst am Wochenende im Skiathlon ins WM-Geschehen ein. Von Benjamin Moser darf man sich im Kampf der schnellsten Männer aber sehr wohl rot-weiß-rote Akzente erwarten. Der Tiroler spurtete in diesem Winter zweimal ins Semifinale. In Ruka schaffte er als Achter sein bisher bestes Weltcupergebnis, in Lillehammer wurde er nach einem Stockbruch Zwölfter.
Bei der WM träumt er vom Finale der besten sechs. „Ich finde, ich bin sehr gut dabei und bin sehr zufrieden mit meiner Entwicklung. Das große Ziel ist das Finale“, sagte Moser am Mittwoch zur APA - Austria Presse Agentur. Die Podiumsränge seien für ihn aber noch außer Reichweite. „Damit kann man noch nicht rechnen. Ich hoffe, das ändert sich in Zukunft noch“, so der 27-Jährige.
Zuletzt in Falun verhinderte ein unverschuldeter Sturz ein mögliches Topergebnis nach siebentbester Qualifikationszeit. Der Prolog ist auch in Trondheim die erste Hürde, die schnellsten 30 kommen ins Viertelfinale, ab dem es im K.o.-Modus mit sechs Teilnehmern pro Lauf weitergeht. Die weiteren ÖSV-Teilnehmer sind Michael Föttinger und Lukas Mrkonjic. Im Frauensprint mit offenerer Ausgangslage um den Sieg tritt für Österreich als krasse Außenseiterin WM-Debütantin Magdalena Scherz an.