Ein Trio ist noch über. Mehr fitte österreichische Abfahrer hat Österreich derzeit nicht in den Top 30 der Welt. Und so startet sozusagen parallel zum Versuch dieses Trios, sich in der Weltspitze zu behaupten, auch das „Casting“ der Stars von morgen. Sozusagen „Starmania“ auf der Streif, ein wenig wie: „Austria sucht den nächsten Abfahrtsstar“. Und weil bei Marco Schwarz in diesem Jahr die Vernunft walten ließ – immerhin warten ab Sonntag ohnehin fünf Rennen in acht Tagen auf den Kärntner, dann auch die WM mit Monsterprogramm –, bekam die zweite Garde die Chance zum „Vorfahren“. Felix Hacker (K/23 Jahre), Andreas Ploier (OÖ/25 Jahre), Stefan Rieser (S/24) und Manuel Traninger (St/24 Jahre) durften sich im ersten Training auf der Streif beweisen – einer von ihnen wird wohl auch bei den Rennen am Freitag und Samstag dabei sein.

Spannende Erkenntnis: Einst, da war das erste Abtasten auf der Streif noch ein Ereignis. „Ich kann mich gut an die Horrorgeschichten erinnern, die man mir erzählte“, sagte etwa Vincent Kriechmayr, „von wegen, dass man die Tasche nicht auspacken soll im Hotel, damit der Zimmerkollege dann weniger zu tun hat, wenn man im Krankenhaus liegt.“ Der Oberösterreicher erzählt von seiner ersten Fahrt, als er sich zur Attacke zwingen wollte: „Aber dann hab’ ich vor der Mausefalle so gebremst, dass ich fast nicht drübergekommen wäre.“ Und erzählt vom Gefühl im Ziel, von freigesetzten Hormonen, „ich war glücklich wie nie zuvor – obwohl ich sechs Sekunden hinten war“.

Die Zeiten haben sich geändert. Den Jungen von heute werden keine „Horrorgeschichten“ mehr serviert, sondern vielmehr Tipps – wenn sie sich denn welche holen wollen. Und der Schrecken der Streif, er scheint abgebaut zu haben. „Lässig“, sagten all jene, die sich das erste Mal aus dem Starthaus wuchteten. „Kitzbühel“, sagt Stefan Rieser, der derzeit im Europacup führt, „das ist der Traum jedes Speedfahrers. Und deshalb war es nur geil. Auch wenn es wirklich schwer ist ...“

Die Angst verfliegt: „Ich bin gut herunten. Klar, im Starthaus ist es ganz schön ruhig, man ist angespannt. Aber es war dann gar nicht so arg“, sagt der Kärntner Felix Hacker mit einem Lächeln, „auch wenn Mausefalle, Kompression und dann die Passage ab dem Hausberg schon nicht so gemütlich, sondern eher sportlich sind.“ Oder Manuel Traninger, der sagt: „Es ist lässig zu fahren, nicht so schwer.“

Der Oberösterreicher Andreas Ploier holte sich Tipps vom Zimmerkollegen Daniel Hemetsberger. „Aber es ist gut gegangen, auch wenn ich noch nicht einmal zum Wandern vorher hier war – so nervös war ich gar nicht“, erklärt er.

Kitzbühel, sagen sie, komme allen entgegen – weil es nicht so leicht ist wie manche Europacup-Abfahrt. Und es allen zeigt, warum man sich die Qual antut. „Wenn du hier heruntergefahren bist, dann bist du einfach ein echter Abfahrer“, sagt Ploier und ergänzt: „Nur schnell solltest dabei auch noch sein.“