Sechs Siege hat Aleksander Aamodt Kilde diese Saison bereits auf dem Konto – und damit gleich viel wie in der gesamten vergangenen Saison. Der 30-Jährige ist – und da mag man durchaus Schlüsse auf seine private Verbindung zu Mikaela Shiffrin ziehen – zum Seriensieger mutiert.
Anders ausgedrückt: Es läuft beim Norweger. Für ihn ist das auch Folge seiner Erfahrung: „Als ich in den Weltcup kam, bin ich immer 100 Prozent gefahren, in jedem einzelnen Lauf. Einfach, um die Strecken genau kennenzulernen. Gemütlich runterfahren, das gab es nicht. Und mitunter war es dann einfach auch zu viel Risiko.“ In der Zwischenzeit kennt Kilde sich, seinen Körper und das Material. „Natürlich hört da die Arbeit nie auf, man muss immer entwickeln. Aber wenn es läuft, dann kann man sich auf die wichtigen Dinge fokussieren.“

Das Wichtigste ist oft auch die richtige Regeneration, so wie nach Wochen wie in Wengen, wo er mit zwei Siegen einmal mehr aufzeigte. „Aber dafür“, erklärt Kilde, der sich im Sommer auch für Nachhaltigkeit einsetzt, „trainieren wir ja im Sommer.“

Kitzbühel hatte er schon im ersten Training im Griff – bis auf die neue Traverse: „Wenn man da die falsche Richtung erwischt, schafft man es nicht. Aber da macht man einen neuen Plan, im Rennen wird das kein Problem.“ Fein sei die Streif bisher gewesen, „aber das wird bis Samstag schon noch härter. Der Respekt ist jedenfalls da“, sagt Kilde, der hier im Vorjahr eine der beiden Abfahrten gewonnen hat. Das „Doppel“ ist übrigens nur bedingt in seinem Sinne: „Ich fände es cooler, wenn es nur eine Abfahrt gäbe. Aber wenn dann bei zwei Rennen auch mehr Leute kommen, ist das ja auch gut für den Sport. Ich kann mit beiden Varianten leben.“

Gut leben kann er mit den Erfolgen der Norweger: „Hier bekomme ich davon ja nicht so viel mit, aber das Medieninteresse daheim ist schon groß. Und alle fragen, wie wir das machen.“ Seine Antwort: „Wir haben Freude.“ So viel, dass er auch auf eine Regeneration kommende Woche verzichten will: Denn die Chance auf den Nacht-RTL in Schladming, die will er sich nicht entgehen lassen: „Das würde ich schon sehr gern erleben – die Stimmung dort beim Nachtrennen.“