Ganz entspannt und mit einem Lächeln auf den Lippen. So präsentierte sich ÖSV-Star Vincent Kriechmayr am Mittwoch im Rahmen einer Eishockeypartie in der Red Bull Akademie in Salzburg mit einigen seiner Kollegen und diversen „Bullen“. Sein Treffer war ihm allerdings nur eher einen Schmunzler wert. „Bei ein paar geht mehr weiter, bei ein paar weniger. Ganz am Anfang ist gleich mehr weitergegangen, derzeit stagnieren wir etwas.“ Den Oberösterreicher führt man freilich nie leicht aufs Glatteis, wobei der Schnee natürlich sein Metier ist. „Sport ist für mich ein Hobby, ein Privileg.“ Demnach muss der Doppel-Weltmeister von 2021 auch nach einer intensiven Saison nicht wirklich abschalten.

Voll ans Limit zu gehen, sei für ihn inzwischen schwieriger geworden. „Für einen Arrivierten ist es irgendwann nicht mehr so einfach immer zu attackieren.“ Er versuche es zwar, nur gelingt es ihm nicht immer. „Ich hatte schon viele brenzlige Situationen, bin schon im Netz gelegen, aber trotzdem muss man voll am Limit sein, sonst hat man keine Meter mehr. Du musst primär in deine Fähigkeiten vertrauen und gnadenlos attackieren“, verdeutlicht Kriechmayr, dem das Gierigsein während der Konditionseinheiten gelegentlich schwerer fällt.

Angesprochen darauf, ob er die Ski nach dieser Saison in die Ecke stellt, meint er: „Die Tendenz ist dahingehend, aber wer weiß.“ Kriechmayr spricht von einer schönen Karriere, „aber ich hätte gerne noch mehr gewonnen. Das würde wohl jeder sagen, wenn er aufhört, außer vielleicht Marcel Hirscher.“ Auch wenn die Olympischen Winterspiele in Italien, seine ersten in Europa, gedanklich noch weit weg sind, macht er kein Geheimnis daraus, dass „sie definitiv ein Ziel von mir sind. Aber nächste Woche geht‘s in Zermatt mit dem Skifahren los, darauf freue ich mich“, sagt der Abfahrts-Vizeweltmeister 2025, der sich körperlich „sehr gut“ fühlt.

„Wichtig ist ja am Ende der Nacken“

Eine Tatsache löst im Nachhinein völliges Kopfschütteln aus und zwar, als er nach seinem schweren Sturz in Wengen in Kitzbühel starten wollte. „Das war ein Wahnsinn, komplett bescheuert. Ich habe am Vormittag eine Kniebeuge geschafft und dachte, dann wird es wohl gehen. Es war naiv und wäre extrem gefährlich gewesen“, erklärt das Speed-Ass, das bezüglich Sicherheit „für alles offen ist. Schnittfeste Unterwäsche ist gar kein Einschnitt. Der Airbag, den habe ich ja nur kritisiert, da er kein Reglement hatte, ist inzwischen so adaptiert, wie ich ihn mir vorstelle. Wichtig ist ja am Ende der Nacken. Aber ich habe auch nichts dagegen, wenn langsam mal Ruhe ist mit den ganzen Sicherheitsdiskussionen.“

Ihm selbst sei es ein Rätsel, weshalb Athleten und Funktionäre wiederholt ein Fass aufmachen. „Skifahren ist gefährlich, war es immer schon. Klar muss man was machen, aber Kitzbühel ist halt Kitzbühel. Wenn du da runterfährst, ist es dir bewusst, dass es gefährlich ist und ja wir müssen auch beim Klima unseren Beitrag leisten, aber irgendwann war es zu viel. So macht man sich nur alles selber schlecht“, so Kriechmayr, der vor einem Jahr Ex-Skifahrerin Michaela Heider geheiratet hat. Zuletzt ließ er übrigens in Kroatien die Seele baumeln – er liebe das Essen dort.