Ja, stimmt schon – mit Ski kann Stefan Brennsteiner nicht nach Saalbach anreisen. „Wenn, dann nur mit Tourenski, weil Lift gibt es keinen“, sagt der Niedernsiller. Doch viel mehr als ein Gipfel trennt seine Heimatgemeinde nicht vom WM-Ort. Kein Wunder, dass diese Weltmeisterschaft bei ihm schon lange eine größere Rolle spielt als „normale“ Weltmeisterschaften. „Im Normalfall beginnt man sich drei Wochen vor einer WM wirklich mit ihr auseinanderzusetzen. Von dieser WM rede ich aber schon seit fünf Jahren“, sagte Brennsteiner.

Und es soll nicht nur beim Reden bleiben: Brennsteiner, der bei Großereignissen schon oft vom Pech verfolgt war, bei der WM in Courchevel vor zwei Jahren Vierter wurde, will just hier, in der Heimat, als einziger männlicher Salzburger im WM-Aufgebot nachlegen. Noch bestehen offene Rechnungen mit Großveranstaltungen, die beglichen gehören.

„Ich war sehr oft knapp dran“

„Ich war sehr oft knapp dran, oft waren es Kleinigkeiten, die einen Strich durch die Rechnung gemacht haben. Diesmal will ich genau so performen wie schon einige Male bei Großereignissen. Nur soll das kleine, depperte Alzerl diesmal auf meiner Seite sein, damit was Schönes rauskommt.“ Mit 33 Jahren fühlt er sich dazu auch bereit. Denn was auch vor der anstehenden Heim-WM gelungen ist? „Dass ich im Februar in Form bin und alle Sachen habe, die ich brauche.“

Brennsteiner gewann seinen Lauf
Stefan SBrennsteiner gewann seinen Lauf
| Stefan Brennsteiner freut sich auf die Stimmung in Saalbach © APA/BARBARA GINDL

Der Vorteil? „Ich muss gar keine außergewöhnliche Leistung bringen. Es reicht, wenn ich meine Leistung abrufe. Aber wir wissen alle, dass auch das nicht so einfach ist.“ Brennsteiner habe für den Traum einer WM-Medaille „dahoam“ noch einen Extra-Schritt gesetzt: „Ich habe nach dem Rennen in Adelboden einen Weg eingeschlagen, wo ich versucht habe, noch einen Schritt zu gehen, auch technisch.“ In Schladming hat sich diese Umstellung schon bezahlt gemacht, da wurde Brennsteiner Fünfter. „Zwischendurch kommt jetzt schon Nervosität auf, aber ich versuche, sie unter Kontrolle zu halten und mit voller Energie in den Freitag zu gehen.“

Puchner als Vorbild

So oder so: Er wolle es Mirjam Puchner nachmachen, die ebenfalls nicht als Favoritin nach Saalbach gekommen sei und eine WM-Silberne mit nach Hause genommen habe. „Das war cool zum Anschauen“, meinte Brennsteiner, der sich natürlich auch auf zahlreiche Unterstützung aus seiner Heimatgemeinde freuen darf – die kommen aber alle mit dem Bus, nicht mit Tourenski. Die Außenseiterrolle hat er aber trotz dreier Top-zehn-Plätze inne, dessen ist er sich bewusst. Ebenso wie die anderen drei des Teams.

Raphael Haaser ließ mit Platz sieben in Sölden aufhorchen. Der Super-G-Silbermedaillengewinner meint, es locker angehen lassen zu können. „Ich kann mit viel Gelassenheit ins Rennen gehen, es ist immer besser, etwas zu haben als nichts zu haben“, erklärte der Tiroler, der weiß, „bei mir ging es nicht um Verbesserung, sondern darum, Fahrten abzuspulen. Der RTL-Schwung war schon anfangs der Saison sehr gut, das habe ich ja jetzt auch nicht verlernt.“ Er wolle einmal an das Ergebnis von Sölden anschließen – „man muss kleine Schritte machen“ –, aber: „Ich hätte nichts dagegen, wenn es weiter nach vorne geht.“ Marco Schwarz kann aus anderen Gründen locker reingehen: „Ich kann befreit drauflos fahren. Ich bin sicher nicht in der Favoritenrolle, ich kann nur überraschen bzw. gewinnen.“

Medaillenvergabe als Inspiration

Patrick Feurstein hat sich „daheim noch einmal voll aufgeladen, alles auf 100 Prozent gebracht und alles verfolgt.“ Und das habe höchst inspirierend auf ihn gewirkt, im Speziellen die Medaillenvergabe auf dem Medal Plaza. Heimvorteil? „Das darf man nicht zu hoch bewerten, aber schlecht ist es nicht, wenn man die Charakteristik kennt.“ Favoriten seien andere, logisch. „Aber ich glaube schon, dass ich, wenn ich meine Leistung auf den Punkt bringen kann, mich nicht zu verstecken brauche. Es sind einige Parameter gegeben, damit das ein gutes Ergebnis werden kann. Es geht halt dann um den Tag X.“