Der Wunsch nach einem Traumauftakt war groß, die Sehnsucht nach einer „WM-Initialzündung“ mit einer Medaille im Team-Parallelbewerb deutlich spürbar. Geworden ist es dann ein Bauchfleck vor 13.000 Fans bei der Eröffnung – frei nach dem Motto: Jedem Anfang wohnt ein Dämpfer inne. Österreich scheiterte bereits im Viertelfinale an Schweden, zum dritten Mal nach 2017 und 2021. „Das war leider nicht der Auftakt, den wir uns gewünscht haben, das ist bitter. Leider hatten wir zu viele Fehler. Wir wären wirklich gerne noch einmal heruntergefahren“, sagte Stefan Brennsteiner, der sein Duell mit dem Schweden Fabian Ax Swartz gewann.
Da Julia Scheib und Stephanie Brunner in ihren Läufen aber große Schnitzer einbauten und so nicht nur ihr Duell, sondern auch wichtige Zehntelsekunden verloren, schied der ÖSV nach dem Gesamtscore von 2:2 aus. Schlussläufer Dominik Raschner gewann zwar noch, konnte die vorgegebene Zeit für den Aufstieg aber nicht mehr unterbieten. „Ich habe oben nicht gewusst, was es braucht. Ich habe einfach Gas gegeben. Wenn du gegen diese starken Nationen nicht alles gibst, gewinnst du auch nicht.“
Große Enttäuschung
Fehlenden Einsatz konnte man auch dem Frauen-Duo nicht vorwerfen. Beide hatten ihre Gegnerinnen lange im Griff – bis im Steilhang grobe Fehler passierten. „Ich wusste, dass ich alles rausholen musste und bis zum Fehler war es auch okay. Ich wollte die Linie einfach bis ins Ziel durchziehen, das tut mir leid für die ganze Mannschaft“, meinte Brunner, die wie der Rest festhielt: „Wir gewinnen gemeinsam, und wir verlieren auch gemeinsam.“ Die Steirerin Scheib resümierte ebenfalls enttäuscht: „Ich hätte ein bisschen weniger Risiko nehmen sollen und von der Linie höher bleiben müssen, wenn es dich da einmal runtersetzt, dann geht es sich nicht aus.“
Dabei war alles angerichtet für die rot-weiß-rote Equipe – inklusive Freilos in der ersten Runde. Dass damit ein „Aufwärmlauf“ fehlte, wollte niemand als Entschuldigung gelten lassen. „Das war sicher kein Nachteil, wir durften davor einmal runter“, meinte der Tiroler Raschner und sah es ähnlich wie Alpinchef Herbert Mandl. „Das waren einfach zu viele Fehler, dann geht es in so einem engen Bewerb eben schnell. Es wäre sicher mehr drinnen gewesen, aber dieser Ausgang schmälert nicht das Leistungsvermögen im Team. Das Potenzial wäre da gewesen“, erklärte Mandl.
Und so blieb dem österreichischen Team nur der Gang in Richtung Hotel, während Italien über Gold jubelte. Weltuntergang ist der „Nuller“ im ersten Bewerb logischerweise keiner, die Chance auf einen perfekten WM-Auftakt wurde aber vertan – das schmerzt nicht nur Riesentorlauf-Ass Brennsteiner. „Das nagt schon ein bisschen an mir und kommt meistens verzögert. Wir werden sehen, was in den nächsten Stunden passiert. Ich versuche aber einfach, diese unglaubliche Atmosphäre positiv mitzunehmen.“