Wenn es einmal nicht ganz nach Wunsch läuft, kriechen diverse Kritiker schnell aus ihren Schneckenhäusern. „Wo sind Österreichs Talente?“ „Was macht Österreich falsch?“ ÖSV-Sportdirektor Mario Stecher nimmt sich kein Blatt vor den Mund und stellt klar: „Es ist berechtigt, wenn man auf uns schimpft. Wir haben nicht alles richtig gemacht, aber wir haben einige Talente. Wir sind von der Medienlandschaft jahrelang sehr fair behandelt worden. Im Vergleich zu früher ist dieser große Erfolg sicher nicht mehr da. Diese Breite ist nicht mehr vorhanden. Dementsprechend muss man sich fragen: Warum nicht? Wir haben davon profitiert, viel Schnee zu haben und ein gern gesehener Gast zu sein. Wir wurden unterstützt und nebenbei wurde damit Werbung gemacht. Andere haben sich Gedanken gemacht, wie sie auf dasselbe Level gelangen können und viel Geld investiert, um Pisten zu bekommen. Wir sind stehengeblieben und nur mehr eine Nation von vielen.“

Das sei freilich ein Weckruf und so spricht der zweifache Team-Olympiasieger in der Nordischen Kombination jenen Aspekt an, „dass wir den jungen Sportlern eine Ganzjahresbetreuung bieten müssen. Die vier Monate im Winter sind zu wenig. Und da sind wir dran und es gehört zu unserem Projekt 2030.“ Die Intention hinter diesem Vorhaben ist, beste Voraussetzungen in alle Richtungen zu schaffen, um wieder einen Wettbewerbsvorteil zu kreieren. „Aber geschenkt wird einem nichts.“ Dazu gesellt sich die Thematik, Fördermittel „richtig“ zu verteilen, um Doppelgleisigkeiten zu vermeiden. „Es darf kein Geld flötengehen, Dinge müssen ineinandergreifen und ein Zusammenhalt entstehen.“

Skisport muss wieder zur Community werden

Offensichtlich ist, dass permanente Trainingspisten nicht ausreichend vorhanden sind. „Teilweise fühlt man sich geduldet und fährt ganz in der Früh, wo es noch dunkel ist. Dann steigt die Verletzungsgefahr. Das ist alles nicht so einfach.“ Der Spruch „früher war oft alles besser“ ist präsent, nur legt sich der Steirer darauf fest, „dass es so nicht stimmt. Wir haben einige engagierte junge Talente und Eltern, nur müssen sie sich im Verband gut aufgehoben fühlen, und das ganzjährig. Uns muss es wieder gelingen, dass der Skisport zur Community wird und alle ins Boot geholt werden. Jeder soll nach dem Höchsten streben können.“

Demnach sei der Verband gefordert, Rahmenbedingungen und Trainingsmöglichkeiten für die Landesverbände zu schaffen. So sollen sich aus Rohdiamanten wieder Sieganwärter herauskristallisieren.