Die Erinnerungen an das Cupfinale vor zwei Jahren sind bei Tobias Willimek noch präsent. Hartberg bat im Februar 2024 Aich/Dob zum Tanz vor heimischem Publikum. „Diese Stimmung werde ich nie vergessen“, sagt der TSV-Außenangreifer. „Da waren mehr als 2000 Leute in der Halle und so eine Erfahrung machst du nur in Hartberg.“ Sportlich verlief das Endspiel mit einer Niederlage für die „Haie“ damals nicht nach Wunsch. Möglicherweise bietet sich für die Oststeirer in diesem Jahr aber die Chance auf eine Revanche. Im Cup-Final-Four in Amstetten geht es zunächst gegen Waldviertel im Halbfinale.

Bei einem Aufstieg könnte im Endspiel Aich/Dob warten – oder der UVC Graz in einem Finalderby. „Es wären zwei sehr coole Spiele, aber davor müssen wir erst einmal das Halbfinale gewinnen.“ Für dieses haben die Hartberger nachgerüstet. Sebastian Lara und Christoph Marks kamen neu hinzu, Ex-Kapitän Maximilian Steinböck kehrte nach einem Semester in der Schweiz zurück. TSV-Topscorer Willimek geht also mit viel Selbstbewusstsein in den Kampf um den Cup-Titel. Sollte die Trophäe mit nach Hartberg kommen, wäre eine ausgiebige Feier wohl die logische Folge. „Ich denke schon, dass wir ein bisschen feiern würden“, scherzte Willimek.

UVC Graz: Titelchance als Motivation

Der UVC Graz geht „ganz sicher nicht als Favorit“ in das Cup-Halbfinale gegen Aich/Dob, wie Kapitän und Topscorer Arwin Kopschar erklärt. Das sei aber kein Problem, gelten in einem Pokalbewerb traditionell doch eigene Gesetze. „Es kann alles passieren. In den Play-offs der Liga hast du eine Best-of-five-Serie über einen längeren Zeitraum. Im Cup geht es um die Tagesverfassung. Wer es besser auf den Punkt bringt, gewinnt, deshalb kann es auch Überraschungen geben.“ Und genau so eine Überraschung wollen die Grazer mit vielen jungen Spielern im Kader sein. „Wir haben nicht viele Legionäre im Team, sondern setzen auf junge Eigenbauspieler. Für sie ist das sicher etwas ganz Besonderes.“ Denn ein Final-Four sei ein ganz eigenes Erlebnis. „Normalerweise reist du zu einem Spiel an, bekommst rundherum nicht viel mit und fährst wieder nach Hause. Hier kann man alles aufsaugen.“ Gelingt der Überraschungscoup, wird gefeiert. „Aber hinter verschlossener Tür“, scherzt Kopschar.

Erzbergmadln: Reisebegleiter gesucht

Für die Erzbergmadln aus Eisenerz/Trofaiach ist das Final Four „eine ganz besondere Sache“, weiß Julia Mitter. Die Außenangreiferin ist einen Punkt hinter Teamkollegin Iva Papac die zweitbeste Scorerin einer bisher eindrucksvollen Saison. In der Liga schlossen die Obersteirerinnen den Grunddurchgang als Dritte ab. „Davor haben wir zum Saisonstart auch noch im Europacup gespielt. Jetzt stehen wir im Halbfinale des Cups und haben in der Liga gute Aussichten. Das ist schon besonders“, erklärt Mitter. Das Erfolgsrezept der Erzbergmadln ist schnell erklärt. „Wir sind so gut drauf wie noch nie, weil wir schon länger den gleichen Mannschaftsstamm haben und sehr gut zusammenspielen. Die Teamleistung steht bei uns im Vordergrund und das macht sich auch bemerkbar.“ Während im ersten Viertelfinalduell der Liga die Frauen des TSV Hartberg warten, bekommen es Mitter und Co in Amstetten im Halbfinale mit Linz zu tun. „So weit ich weiß, haben wir noch keinen Cuptitel gewonnen, also wäre es an der Zeit.“ Gelingt das Kunststück, würde die Trophäe mit auf die traditionelle Abschlussreise nach Mallorca gehen. „Natürlich würden wir den Pokal einpacken.“