Gute zehn Tage hat Mika Vermeulen nach dem bitteren Ausgang des Rennens über zehn Kilometer bei den Olympischen Spielen Ruhe gegeben. Freiwillig. „Ich hatte ehrlich gesagt auch keine Lust. Manchmal braucht man ein bisschen Abstand.“ Den hat er sich erst genehmigt, um dann in der Ramsau in die Loipe und auf das Rollerband zu gehen. „Die Werte sind gut – nicht die besten, die ich je hatte. Aber das Niveau ist akzeptabel und okay.“ Im schwedischen Falun nimmt der Weltcup mit einem Sprint (Samstag) und einem Skiathlon (Sonntag) wieder Fahrt auf. „Wir haben noch einiges in dieser Saison vor uns und nach Olympia werden die Karten immer neu gemischt“, sagt der Ramsauer, der nicht nur Ruhe gegeben hat, sondern auch auf Ursachenforschung seines Leistungsverlusts gegangen ist.
„Meistens ist es ja nicht eine Sache alleine“, sagt Vermeulen, „mit voller Sicherheit kann man es nie sagen, aber die Indizien deuten darauf hin, dass ich eine Virusinfektion übergangen habe.“ Das kann einen negativen Einfluss auf die Zahl der Erythrozyten haben. Und die Anzahl der roten Blutkörperchen ist im Ausdauersport ein nicht unerheblicher Faktor, wenn es um die Leistungsfähigkeit geht. Im oberen Teil des Leistungsspektrums, im schmerzvollen, anaeroben Bereich fehlt es noch ein wenig, sagt Vermeulen. Doch soll das mit harten Trainings und Rennen wieder ausgebügelt werden. In der Ruhe hat er die bitteren Momente von Tesero verarbeitet. „Es gibt einen Unterschied zwischen Abgehakt und Vergessen. Vergessen ist es sicher nicht.“