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Bresnik über Thiem"Es war eine mentale Meisterleistung"

Thiem habe außergewöhnliche Qualitäten ausgespielt, sagt Günter Bresnik, der Ex-Coach von Dominic Thiem. "Hoffe, dass das entsprechender Boost für Zukunft sein wird". Die Ablöse der großen Drei werde nun schneller voranschreiten.

Günter Bresnik © GEPA
 

Einen sicher nicht unwesentlichen Anteil am ersten Tennis-Grand-Slam-Titel von Dominic Thiem hat sein langjähriger Coach Günter Bresnik. Der 59-Jährige war bis vor rund eineinhalb Jahren Thiems Langzeittrainer und noch bis in den Mai 2019 dessen Manager. In diesen Positionen folgten Bresnik der Chilene Nicolas Massu bzw. Herwig Straka nach. Im Ö1-Morgenjournal nahm Bresnik am Montag Stellung.

Er hatte sich vor dem Fünfsatz-Finale gegen den Deutschen Alexander Zverev einen klaren Verlauf zugunsten seines Ex-Schützlings erwartet: "Ich hätte gesagt, dass das Dominic als klarer Favorit und besserer Spieler wesentlich schneller machen würde. Deshalb war es im Endeffekt entscheidend, wie Dominic mit einem 0:2-Satzrückstand, den wirklich keiner erwartet hat, umgegangen ist. Und das war für mich wieder tief beeindruckend. Das sind diese außergewöhnlichen Qualitäten, die Dominic einfach hat, seit er ein Jugendlicher ist."

Dominic Thiem: Alle Turniersiege von Österreichs bestem Tennisspieler

23.05.2015 - Nizza: Thiems erster internationaler Triumph. Mit 21 Jahren bezwang er in einem hart umkämpften Match den Argentinier Leonardo Mayer in drei Sätzen.

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26.07.2015 - Umag: Auf den Geschmack gekommen. Mit dem Portugiesen Joao Sousa hat Thiem in zwei Sätzen diesmal leichtes Spiel.

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02.08.2015 - Gstaad: Der dritte Streich. In der Schweiz ließ Theim dem Belgier David Goffin in zwei Sätzen keine Chance.

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14.02.2016 - Buenos Aires: Neues Jahr neues Glück. Der Spanier Nicolás Almagro lieferte Thiem in drei Sätzen einen harten Kampf, letztendlich durfte der Wiener Neustädter über seinen vierten Titel jubeln.

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28.02.2016 - Acapulco: Nur zwei Wochen später gelang Thiem sein erster Coup abseits von Sand. Der Australier Bernard Tomic schaute dabei in drei Sätzen durch die Finger.

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21.05.2016 - Nizza: Der zweite Streich in Nizza, der fünfte auf Sand. Alexander Zverev aus Deutschland musste sich in drei Sätzen geschlagen geben.

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13.06.2016 - Stuttgart: In Stuttgart schrieb Thiem Geschichte und konnte als bislang erster und letzter Österreicher einen ATP-Titel auf Rasen gewinnen. In drei Sätzen vermieste er seinem deutschen Kontrahenten Philipp Kohlschreiber den Heimtriumph.

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26.02.2017 - Rio de Janeiro: In Brasilien zeigte Thiem erneut seine Stärke auf Sand und besiegte den Spanier Pablo Carreno Busta in zwei Sätzen. Es sollte sein letzter Titel im Jahr 2017 sein.

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18.02.2018 - Buenos Aires: Ein Jahr später war Thiem zurück in Südamerika und konnte zum zweiten Mal in seiner Karriere in Argentiniens Hauptstadt triumphieren. Der Slowene Aljaz Bedene hatte in zwei Sätzen keine Chance.

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26.05.2018 - Lyon: In Frankreich gewinnt Thiem am liebsten. In Lyon holte er seinen dritten Titel in der Grande Nation und besiegte dabei ausgerechnet einen Franzosen – Gilles Simon musste sich nach drei Sätzen geschlagen geben.

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23.09.2018 - St. Petersburg: In den Hallen St. Petersburgs gelang dem Österreicher sein zweiter Erfolg auf Hartplatz. Der Slowake Martin Klizan hatte in zwei Sätzen das Nachsehen.

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17.03.2019 - Indian Wells: Thiems wohl größter Triumph! In den USA bezwang der Niederösterreicher die lebende Tennislegende Roger Federer in drei Sätzen und holte somit seinen ersten Masters-Titel.

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28.04.2019 - Barcelona: Zurück auf Sand ließ Thiem den Russen Daniil Medwedew in zwei Sätzen chancenlos zurück.

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03.08.2019 - Kitzbühel: Gegen den Spanier Albert Ramos holte er 25-jährig seinen ersten Titel auf österreichischem Boden, zudem seinen zehnten auf Sand. Es war sein 14. Karrieretitel.

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6.10.2019 - Peking: Der Österreicher holte sich mit einem 3:6, 6:4, 6:1-Erfolg über den Griechen Stefanos Tsitsipas das ATP-500-Turnier von Peking und feierte damit den vierten Sieg in diesem Jahr.

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27.10.2019 - Wien: Mit einem 3:6, 6:4, 6:3-Sieg über den Argentinier Diego Schwartzman holt sich Thiem bei seinem Heimturnier in Wien (ATP 500) den Titel und feierte damit den fünften Sieg in diesem Jahr.

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13.09.2020 - US Open in New York: Mit einem 2:6, 4:6, 6:4, 6:3, 7:6-Sieg über den Deutschen Alexander Zverev gewinnt Thiem sein erstes Grand-Slam-Turnier und erfüllt sich seinen großen Traum.

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Noch in der Nacht nach dem verwerteten Matchball hätten ihm diese Außergewöhnlichkeit andere Experten telefonisch bestätigt. "Für mich war das eine mentale Meisterleistung." Der Weltranglistendritte sei im US-Open-Feld mental und noch wichtiger körperlich und spielerisch wahrscheinlich der Beste gewesen. "Wahrscheinlich ist Novak Djokovic der Einzige, der ihm da derzeit noch das Wasser reichen kann. Der hat sich da selber rausgespielt (Disqualifikation im Achtelfinale, Anm.)."

"Eines Champions würdig"

Thiem hingegen sei mit den Rahmenbedingungen in der New Yorker "Blase" und ohne Zuschauer einfach besser umgegangen als die anderen. "Die Leistung war eines Champions würdig", urteilte Bresnik. Thiem und Zverev seien die beiden Spieler, die man seit Jahren für die Nachfolge von Djokovic, Roger Federer und Rafael Nadal auf dem Radar habe. "Die beiden (Thiem und Zverev) haben - zumindest was die Spannung anbelangt - ein beeindruckendes Spiel abgeliefert."

Thiem sei aber einfach der Beste im Gesamtpaket. Bresnik: "Das sage ich seit Jahren. Das hat er jetzt endlich bestätigt. Und ich hoffe, dass das jetzt endlich ein entsprechender Boost für die Zukunft sein wird, weil der wird sich nicht mit einem Grand-Slam-Titel zufriedengeben." Schon in knapp zwei Wochen bei den French Open in Paris wird aus den Top Vier der Weltrangliste neben Thiem nicht nur Djokovic, sondern auch Nadal antreten. Der verletzte Federer passt erneut.

Dass in Flushing Meadows in der Finalphase des Majors keiner der "Big Three" dabei gewesen ist, tut Thiems Erfolg für Bresnik aber keinen Abbruch. "Dominic hat die vier Spieler - also die großen Vier, da zähle ich den Andy Murray auch noch dazu - schon zu deren besten Zeiten geschlagen. Er hat heuer bei den Australian Open gegen Djokovic ein sensationelles Finale gespielt, dort aus meiner Sicht als besserer Spieler verloren. Es mag sein, dass das die bessere Leistung war rein spielerisch als gestern."

Daher gehe der Grand-Slam-Premieren-Triumph des 27-Jährigen für Bresnik vollauf in Ordnung. "Und diese Suderei mit diesen drei Superstars, die er wie gesagt alle schon geschlagen hat, auch auf verschiedenen Belägen, die geht den Jungen sicher auf die Nerven", schloss Bresnik. "Und ich glaube, dass dieser Generationenkonflikt damit gelöst ist und die Ablöse jetzt schneller über die Runden gehen wird."

Kommentare (3)

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carpe diem
1
26
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Ich finde Bresniks Interview toll.

Er hat die Größe, das Ereignis zu kommentieren, ohne wehleidig oder ähnlich zu reagieren. Dabei habe das "Umfeld Thiem lange klein gehalten", wie man hörte. Er hat wohl einen mehr als großen Teil zu diesem Erfolg beigetragen.

BernddasBrot
3
11
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Der Wechsel zu Nicolas Massu

war gut und notwendig...

lombok
0
35
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Hut ab vor Bresnik!

Gute Worte eines Mitverantwortlichen dieses grandiosen Erfolges!