Es war ein Erlebnis, das sich für den Rest seines Lebens in das Gedächtnis von Filip Misolic eingebrannt hat. Im größten Sandplatzstadion der Welt durfte der Grazer vor ausverkauftem Haus gegen Novak Djokovic, den erfolgreichsten Tennisspieler aller Zeiten, sein Können unter Beweis stellen. Und auch wenn sich die 3:6, 4:6, 2:6-Niederlage im Drittrunden-Duell der French Open relativ klar liest, brachte der Österreicher den 24-fachen Grand-Slam-Sieger ordentlich ins Schwitzen.
Misolic beeindruckte vor allem mit Spielwitz, packte immer wieder sensationelle Stopps und knallharte Winnerschläge aus. Kaum zu glauben, dass der 23-Jährige in der Weltrangliste „nur“ auf Position 152 zu finden ist – nach Paris wird „Miso“ immerhin schon auf Platz 140 aufscheinen. Auf der anderen Seite musste der Steirer stets ein hohes Risiko gehen, um gegen die serbische Tenniswand Punkte ernten zu können. Dies trieb den Balken an unerzwungenen Fehlern freilich in die Höhe, am Ende waren es derer 22. Zu viele, um den 100-fachen Turniersieger Novak Djokovic in Verlegenheit bringen zu können.
Mehr Tennis
Was kann Misolic aus Paris mitnehmen? Neben den 168.000 Euro Preisgeld, die ihn näher an den Traum bringen, bald einen eigenen Physio auf der Tour finanzieren können, das Wissen, auch Spielern innerhalb der Top 50 (Stichwort Denis Shapovalov) ein Bein stellen zu können. Ebenso die wichtigen Erfahrungen, die er in Roland Garros in den Matches gegen absolute Topspieler gesammelt hat, sowie das gewonnene Selbstvertrauen. Dies alles gilt es für den Grazer nun bei den kommenden Aufgaben umzusetzen. Und dabei auch nicht den Fokus zu verlieren.
Denn Paris 2025 ist nicht das erste Mal, dass der Tennisstern von Filip Misolic aufgegangen ist. 2022 marschierte der Schützling von Ante Andric in Kitzbühel sensationell bis ins Finale. Sahen viele da bereits den Nachfolger von Dominic Thiem geboren, konnte der Grazer die Erwartungen vorerst nicht erfüllen. Auch aus seinem vorjährigen Zweitrundeneinzug in Paris konnte Misolic noch keinen entscheidenden Profit schlagen. Aber auch in dieser Hinsicht hat der Daviscupper mittlerweile genug Erfahrung in seiner Tennistasche, um nicht wieder ungewollt den Rückwärtsgang einzulegen.