Wem die Begriffe "Strike", "Base" oder "Pitcher" nicht vollkommen fremd sind, der wird sich auch im COED Slowpitch Softball schnell zurechtfinden. "Soft" ist beim Geschwisterchen vom Baseball aber tatsächlich nur der Ball, es wird nämlich sogar mehr geschlagen. "Ein ganz großer Unterschied ist der Wurf, den der Pitcher macht", erklärt Nationalteam-Trainer Robert Dewanger. "Wie der Name schon sagt, ist er langsam und kommt von unten. Der Sport wird dadurch offensiver und actionreicher, im Gegensatz zum Baseball gibt es fast keine 'Strikouts'." Die Chance, den Ball mit dem Schläger zu treffen, ist also ungleich höher.

Das vorangestellte "COED" bezeichnet den zweiten großen Unterschied, auch zum regulären Softball. "Co-ed" im Englischen bedeutet "gemischt", COED Slowpitch Softball ist also eine Mixed-Variante. In jedem Team stehen je fünf Frauen und fünf Männer auf dem Feld. Das ergibt zehn Feldspieler pro Team, das ist einer mehr als beim Baseball. "Die Mixed-Variante macht den Sport auch viel taktischer", meint Dewanger. "Es ist interessant zu sehen, wo die Teams ihre Spieler einsetzen."

Im Rahmen der Sport Austria Finals werden im Ballpark Graz in Weinzödl die österreichischen Staatsmeisterschaften ausgespielt – erstmals in der Steiermark. "Die Location ist super", meint der gebürtige Oberösterreicher, der bei den Meisterschaften auf Leihvertragsbasis für die Dornbirn Indians spielt und gleich zu Beginn gegen Titelverteidiger Linz Witches & Bandits eine deftige 0:22-Niederlage einstecken musste.

Die Dirty Sox sind auf Mädchen-Suche

Ein steirisches Team ist beim diesjährigen Turnier nicht vertreten. Das soll sich aber spätestens für das kommende Jahr ändern, wenn es nach Peter Heissenberger vom Grazer Baseballverein Dirty Sox geht. "Wir hoffen auf nächstes Jahr, wo die Austria Finals ja nochmals in Graz stattfinden", meint das Vorstandsmitglied. Ein Team ist deshalb nicht zustande gekommen, weil zu wenig Mädchen im Verein sind. Und von denen braucht es ja bekanntlich mindestens fünf.

So bleibt Heissenberger und den Dirty Sox immerhin mehr Zeit für die Organisation des Events. Der Aufwand ist enorm, von Auf- und Abbau bis hin zum Schiedsrichtern. "Wir haben genug damit zu tun, wir haben so viele Leute von uns im Einsatz, da ist es leichter, dass wir selbst nicht mitspielen", sagt Heissenberger. Auch Nadine Bogner, die einzige Spielerin der Dirty Sox, kommt als Schiedsrichterin zum Einsatz – zum ersten Mal. "Ich habe einen Crashkurs bekommen", meint die 23-Jährige lachend. "Ich habe ihnen gesagt, wenn ich was falsch mache, sollen sie mich bitte korrigieren."

Für nächstes Jahr hat sie als Ziel, mehr Mädchen für den Sport zu begeistern. "In Österreich ist es schwierig, weil den Sport kaum wer kennt", meint Bogner, die auf einen weiteren infrastrukturellen Ausbau rund um den seit zwei Jahren bestehenden Ballpark hofft, zum Beispiel eine näher gelegene Busstation. "Aber ich frage weiterhin jede, die ich kenne, ob sie mitspielen will." Damit sie 2022 die Pfeife mit dem Handschuh tauschen kann.

Heute und morgen finden im Ballpark zwischen 10 und 20 Uhr noch weitere Vorausscheidungsspiele statt, am Samstag gehen ab 12 Uhr die "Final Five" über die Bühne.