Das Runde muss ins Runde – so schnell ist Minigolf erklärt, eigentlich. Denn dass diese Aufgabe alles andere als einfach ist, beweisen nicht nur die „Uhhh“ oder „So knapp“-Rufe der teilnehmenden Duos bei der Österreichischen Meisterschaft der Mixed-Paare. Auch fragende Blicke bleiben zurück, wenn der Ball aus irgendwelchen Gründen eben nicht auf den ersten Versuch ins runde Loch will. „Zu schnell“, „zu langsam“, „zu riskant“ analysiert der Profispieler innerhalb von Sekunden nach dem Schlag, ehe er in seine Zaubertasche greift.

Zaubertasche deshalb, da jeder der rund 40 Teilnehmer eine eigene Mischung an unterschiedlichsten Bällen im Gepäck hat. Denn eines ist im Minigolf Gesetz: Ball geht über Schläger. Während die Spitzenspieler zwischen einigen wenigen Puttern wählen, ist die Auswahl des geeigneten Balls eine eigene Wissenschaft. „Ich habe zu Hause um die 4000 Bälle, einer kostet im Schnitt 18 Euro. Bei den anderen Profis sind es zwischen 300 und 500 Bälle, die mit Sicherheit jeder hat“, erklärt Veranstalter Christian Gobitz, der in der Allgemeinen Klasse selbst am Start ist. Noch am Samstag spielte er das Bundesligafinale, packte die Bahnen, die er extra in Portugal gekauft hatte, zusammen, und schraubte am Grazer Karmeliterplatz bis tief in die Nacht daran. „Bis 2 Uhr in der Früh haben wir aufgebaut, damit um 7 Uhr alle trainieren konnten.“

Das Training ist unersetzbar, um das richtige Gefühl für die Bahnen zu bekommen. Wann wird wo welcher Ball gespielt, wie viel Bande ist notwendig oder braucht es einfach einmal viel Geschwindigkeit. „Die Oberfläche ist von Ball zu Ball minimal unterschiedlich. Damit wir hier den Überblick behalten, haben wir die Anzahl der Bälle pro Spieler auf 15 Stück begrenzt“, erklärt Gobitz, der im Nationalteam dafür öfter damit zu kämpfen hat, den Überblick zu behalten. „Wenn wir mit der Mannschaft unterwegs sind, kommen schnell einmal 4000 bis 5000 Bälle zusammen. Mit dem Auto geht das schon irgendwie, im Flugzeug wird der Platz dann oft knapp.“

Während er über die richtige Ballauswahl „ein stundenlanges Referat“ halten könnte, ist sein Resümee zu den Sport Austria Finals schnell zusammengefasst. „Für uns ist das eine große Chance, da wir zeigen können, dass Minigolf auch ein Spitzensport ist, den man professionell betreiben kann.“ Für Gobitz gab es am Ende mit Partnerin Angelika Heyl die Bronzemedaille. Die beste Wahl aus der Zaubertasche trafen Melanie Schwarz und Heinz Weber, die sich mit dem perfekten Ballgefühl die Goldene sicherten.