Geldnot und KarriereendePeter Wright: Der Doppelweltmeister, der bereits alles aufgeben wollte

Mit seinem Sieg über Michael Smith krönte sich Paradiesvogel Peter Wright zum Doppelweltmeister der PDC. Vor Jahren war daran noch nicht zu denken.

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Der Jubel kannte bei Wright keine Grenzen © AFP
 

Mit dem 7:5-Finalsieg über Michael Smith schrieb Peter Wright das nächste Kapitel seines eigenen kleinen Märchens. Der frisch gebackene Doppelweltmeister jubelte am Ende einer hochklassigen Partie über seinen zweiten Titel und konnte die Emotionen auch nicht zurückhalten. "Ich bin überglücklich, diese fantastische Trophäe zum zweiten Mal in die Höhe zu stemmen", erklärte Wright und hatte auch Lob für seinen Gegner übrig: "Die Zeit von Michael wird kommen, ganz bestimmt."

Dass der Weltmeister über so erfolgreiche Zeiten jubeln darf, war vor Jahren noch undenkbar. Der Schotte wuchs in ärmlichen Verhältnissen auf, warf seine ersten Darts auf aufgemalte Scheiben. In öffentlichen Interviews schweigt der 51-Jährige über diese Zeit. Auch mit Fortlauf seiner Karriere traute sich Wright zunächst nicht über die regionale Ebene hinaus, ehe seine Frau und Managerin Joanne ihn dazu drängte. Zu groß sei das Talent, um es in irgendwelchen Bars zu vergeuden. Sie war es auch, die ihn Ende 2013 von einem bereits fix eingeplanten Karriereende abhielt, als es in den ersten Jahren nicht immer nach Wunsch verlief. So verdiente er sich unter anderem als Lagerarbeiter und Speditionsfahrer sein Geld, war zwischenzeitlich sogar arbeitslos, da der Sport zu wenig Geld abwarf.

Seine Frau war es auch, die ihn nach Jahren als graue und unauffällige Maus zu einem der größten Paradiesvögel im Darts-Sport machte – was gar keine leichte Aufgabe ist. Auch der Spitzname "Snakebite", benannt nach Wrights Lieblingsdrink, war mit ihrer Hilfe schnell geboren. Mit neuem Image kam auch der Erfolg zurück, 2014 zog er erstmals ins Finale der Darts-Weltmeisterschaft ein, scheiterte damals aber am überragenden Michael Van Gerwen.

Auch in den darauffolgenden Jahren zog er immer wieder den Kürzeren, hatte schnell den Titel als "ewiger Zweiter" inne. Diesen er sollte im Endspiel der WM 2019/20 ausgerechnet gegen den Niederländer Van Gerwen ablegen, als er diesen im Finale mit 7:3 bezwang und sich zum neuen Weltmeister krönte. Mit dem zweiten Titel zwei Jahre darauf gehört Wright nun zu den Größten des Sports und gab seinen unliebsamen Titel als ewiger Zweiter unabsichtlich an Finalgegner Smith ab, der nach seiner zweiten Finalniederlage (2018/19 3:7 gegen Van Gerwen) mit den Tränen rang.

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nussrebell
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Lesenswert?

Das großartige Finale...

...einer ebenso großartigen Sportart, die den Sportlern neben höchster Präzision vor allem auch mentale Stärke abverlangt. Das mag nicht für jeden nachvollziehbar sein, die Höhe der Preisgelder und auch die Exklusivität des Austragungsortes sprechen jedoch für sich selbst.