Mit reichlich Selbstvertrauen und ungewöhnlichen Erfahrungen startet Cara Albiez kommende Woche in die Junioren-Europameisterschaft der Wasserspringer. Denn die 16-jährige Grazerin reist nicht nur mit großer Vorfreude an, sie hat auch bereits eine EM-Teilnahme im Gepäck. "Das ist schon kurios, dass ich vor meiner ersten Nachwuchs-EM bereits bei den Erwachsenen gesprungen bin", gesteht das gestrige Geburtstagskind. Möglich wurde dieser Umstand durch die coronabedingten Verschiebungen. Während der Bewerb bei den Junioren verschoben wurde, fand die Europameisterschaft bei den Erwachsenen statt. "Ich habe damals schon viel lernen dürfen und nehme Selbstvertrauen mit. Damals konnte ich mit einigen der besten Athleten der Welt messen."
Die besten Nachwuchstalente aus ganz Europa kämpfen von 22. bis 27. Juni im kroatischen Rijeka um Gold, Silber und Bronze. Eine Woche davor darf sich die Wasserspringerin des GAK beim 23. internationalen Meet in der Grazer Auster präsentieren. "So ein großes Event in Graz zu haben, ist schon cool. Wenn meine Familie kommt, bin ich aber sicher eine Spur nervöser als sonst", verrät die Schülerin, die im Vorjahr als "beliebteste Nachwuchssportlerin der Steiermark 2020" von der Kleinen Zeitung ausgezeichnet wurde und bei den Sport Austria Finals in Graz gleich sieben Meistertitel abräumte, unter anderem auch im Mixed-Synchron mit Dariush Lotfi.
Ihr Trainer Shahbaz Shahnazi kommt bei den Leistungen der Nachwuchshoffnung ordentlich ins Schwärmen. "Cara ist das größte Talent in Österreich, sie ist extrem ehrgeizig, hat einen unbändigen Willen." Albiez selbst gibt sich bescheidener, auch wenn sie noch große Ziele hat. "Ich will einfach noch viele Wettkämpfe bestreiten, das macht mir richtig Spaß. Vielleicht reicht es sogar einmal für Olympia."
Bis es so weit ist, stehen aber noch viele Trainingseinheiten auf dem Programm. Während andere in ihrem Alter bis tief in die Nacht aufbleiben und in der Früh gerne ausschlafen, klettert die 16-Jährige vor Schulbeginn bereits das erste Mal auf den Sprungturm. "Normalerweise gibt es ein Frühtraining, dann Schule und dann noch einmal Training am Nachmittag." Aufgrund des engen Zeitplans der vergangenen Wochen fällt die erste Einheit am Morgen aber ins Wasser. Das stört Albiez aber nur bedingt: "Jetzt kann ich mich ausruhen und voll auf die Bewerbe fokussieren."