Frühwirth ZweiterGold, Silber, Bronze - Medaillenregen am Fuße des Mount Fuji

Die Handbiker haben auf dem Fuji Speedway zugeschlagen und einen kompletten Medaillensatz geholt.

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PARALYMPICS - Paralympic Summer Games Tokyo 2020
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Der prognostizierte Wolkenbruch ist am Fuße des Mount Fuji ausgeblieben. Im Gegenzug regnete es für Österreich aber Medaillen auf dem Fuji Speedway. Die Handbiker holten im Einzelzeitfahren einen kompletten Medaillensatz: Gold durch den Oberösterreicher Walter Ablinger (Klasse H3), Silber durch den Steirer Thomas Frühwirth (H4) und Bronze durch den Tiroler Alexander Gritsch (H4).

Für Österreich waren es die Medaillen Nummern vier, fünf und sechs. Zuvor holte Reiter Josef "Pepo" Puch zwei Mal Silber in der Dressur und  Triathlet Florian Brungraber wurde ebenfalls Zweiter.

"Solche Momente erlebt man nicht viele im Leben", sagte Ablinger im Ziel, "das kann man mit Worten nicht beschreiben." Der Oberösterreicher aus Rainbach im Innkreis sitzt seit einem Arbeitsunfall als Zimmerer im Rollstuhl.  Er fiel vom Dach und ist seitdem vom Bauchnabel abwärts gelähmt. "Wir haben es alle nicht leicht im Leben. Ich bin momentan einfach nur dankbar. Als sie es mir erzählt haben, dachte ich nur, dass sie mich verarschen wollen." Der 52-Jährige rettet mit einer starken dritten und letzten Runde noch 1,89 Sekunden ins Ziel. Auf den Plätzen landeten der Deutsche Vico Merklein (44) und Luis Garcia Marquina (42/+9,51) aus Spanien. "Ich habe versucht, dosiert zu Beginnen. Bergab rennt meine Maschine wie der Hammer. Es war hart, aber es ging gut. Die Schlussrunde war aber nur noch Quälerei."

Silber und Bronze

Das Rennen der Klasse H4 war die zweite Plat-Show in Tokio. Jetze Platz (NED) gewann nach Gold im Triathlon erwartungsgemäß auch das Zeitfahren. Im Ziel war er 1:01,69 Minuten vor Frühwirth. "Von Gold bin ich weit weg, aber mehr hätte ich nicht geben können. Das war super." Gegen Weltmeister Plat war auf dem selektiven Kurs nicht viel zu machen. "Ich habe voll riskiert und wollte wirklich um Gold kämpfen. Darum bin ich die erste Runde eigentlich weit über meinem Limit gefahren. Ich habe mir nur gedacht: 'Scheiß drauf, das halte ich schon durch'. In der zweiten Runde habe ich aber gewusst, dass ich nicht komplett durchdrehen darf."

Der 40-Jährige erfuhr erst Minuten nach seiner Zieldurchfahrt, dass gemeinsam mit seinem Teamkollegen Gritsch auf dem Podium steht. "Das habe ich nicht erwartet. Ich habe ihn auf der Strecke überholt und hätte mir nicht erwartet, dass er noch Bronze holt." Im Straßenrennen werden Frühwirth und Gritsch gemeinsam am Start stehen und der Tiroler ist richtig gut aufgelegt: "Ich habe jetzt so breite Schultern, dass ich keinen vorbeilasse." Doch der Steirer kontert mit einem lauten Lachen: "Alex, heb nicht ab. Eine Minute ist eine Minute."  - "Okay, den Tom lass' ich vorbei, aber die anderen nicht!"

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