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Olympische WinterspieleMailand und Peking hoffen auf Spiele ohne Corona-Rückschläge

Beide Länder kämpfen gegen Imageschäden der Coronakrise, China erreichte laut IOC trotz Schwierigkeiten Meilensteine.

Mailand und Cortina erhielten im Sommer 2019 den Zuschlag für die Olympischen Winterspiele 2026. © AP
 

Etwas mehr als eineinhalb Jahre sind es noch bis zu den Olympischen Winterspielen 2022 in Chinas Millionen-Metropole Peking. Norditalien mit den Hauptorten Mailand und Cortina d'Ampezzo kann sich noch gut fünfeinhalb Jahre vorbereiten, bis die Schnee- und Eissportler dort 2026 ihre Olympia-Medaillen gewinnen wollen. Beide Länder wurden von der Corona-Krise besonders heftig getroffen.

Norditalien erhielt am 24. Juni 2019 den Zuschlag. "Wir haben die Chance, das beste Gesicht Italiens zu zeigen", sagte damals Ministerpräsident Giuseppe Conte. Das Image des Landes weist nun tiefe Schrammen auf, denn ab Februar 2020 traf der Ausbruch der Lungenkrankheit Covid-19 besonders die Austragungsregionen Venetien und Lombardei.

WM in Cortina d'Ampezzo möglicherweise vor Verlegung

Eigentlich hätte zu dieser Zeit die Planungsphase voll anlaufen sollen. So jedoch konnte eine wichtige Vorstandssitzung der Organisatoren Ende Februar nur als Videokonferenz stattfinden. Kurz danach schickte die Regierung in Rom ganz Italien in einen harten Lockdown. "Unsere Büros waren dicht. Aber rund 30 bis 40 Mitarbeiter haben zu Hause weiter gearbeitet", hieß es auf Anfrage aus dem Nationalen Olympischen Komitee Italiens.

Die meisten Olympia-Sportstätten seien jedoch ohnehin vorhanden. "Kurz vor dem vollen Corona-Ausbruch war die Biathlon-WM im Februar in Antholz ein absolut gelungener Testlauf", sagte ein Sprecher. Und im Februar 2021 stehe schon das nächste Testevent an: die alpine Skiweltmeisterschaften in Cortina d'Ampezzo. Zuletzt hieß es aber, dass man wegen der noch unsicheren Corona-Situation die WM um ein Jahr auf März 2022 und damit die Zeit nach den Olympischen Winterspielen in Peking verschieben will. Die FIS will die Situation bis 1. Juli evaluieren.

Meilensteine "Beweis für Chinas Entschlossenheit"

In Peking dürfte derweil der Olympia-Zeitdruck schon etwas spürbarer sein. Trotz der Corona-Krise laufen dort die Vorbereitungen für 2022 auf Hochtouren. Nachdem China den Ausbruch der Lungenkrankheit, die mutmaßlich zuerst in Wuhan aufgeflammt war, weitgehend in den Griff bekommen hatte, gehörten die olympischen Bauprojekte zu den ersten, die wieder gestartet wurden. Viele Testevents, darunter die alpinen Ski-Weltcup-Rennen, wurden aber abgesagt.

Die Koordinierungskommission des Internationalen Olympischen Komitees (IOC) war bei einer Videokonferenz am 9. Juni voll des Lobes. Der Vorsitzende Juan Antonio Samaranch jr. sagte, China habe in den vergangenen Monaten unglaubliche Schwierigkeiten zu bewältigen gehabt, aber trotzdem Meilensteine erreicht. Es sei ein Beweis für Chinas Entschlossenheit, "in weniger als zwei Jahren eine perfekte Bühne für die Athleten der Winterspiele zur Verfügung zu stellen".

Italienischer Touristikverband hat Regierung in Peking angezeigt

Trotz der Pandemie sollen alle Stadien bis Jahresende fertig werden, versprach der Vizepräsident des Organisationskomitees, Pekings Vizebürgermeister Zhang Jiandong. Im Mittelpunkt stehe jetzt die Frage, wie wichtige Ausrüstung und Experten etwa zum Herstellen von künstlichem Schnee und Eis nach China gebracht werden könnten.

Unterdessen hat ein Touristikverband in den Dolomiten - in der Provinz Belluno, wo auch Cortina d'Ampezzo liegt - die Regierung in Peking angezeigt: wegen zu später Corona-Information an die Weltgesundheitsorganisation WHO. Deshalb sei der Flugverkehr nicht ausreichend kontrolliert worden.

Nachdem das Virus in Italien entdeckt worden war, hätten die Dolomiten einen Teil ihrer Wintersport-Einnahmen verloren. Künftige Großveranstaltungen könnten betroffen sein. Wie die Nachrichtenagentur Ansa schrieb, setzte das Gericht in Belluno für den 21. Dezember 2020 eine Anhörung an.

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