Ihnen war die Freude allen anzusehen, dass sie doch wieder auf ihre „alte Maschin‘“ steigen durften: Die Legenden, die Red Bull am Ring versammelt hatte, um nach dem Vorbild der Formel 1 auch im Vorfeld des GP von Österreich der MotoGP ein paar Runden um den Ring zu drehen, taten das gerne. Allen voran: Giacomo Agostini, der mit 15 WM-Titeln in allen Klassen der erfolgreichste Fahrer der Geschichte ist. Auch wenn Marc Marquez mit dem Sieg in Österreich, seinem 70., Agostini (122 Siege, 68 davon in der Königsklasse) schon auf Rang drei der ewigen Bestenliste nach Siegen in der höchsten Klasse geschoben hat.
Damit kann Agostini, der mit 83 Jahren nach wie vor gut in seinen Lederdress passt, leben. „Er ist ein sehr, sehr guter Fahrer, kein Zweifel. Er hat das beste Motorrad, klar, aber er ist auch ein guter Fahrer. Aber ich war auch gut“, sagt er schmunzelnd, nach den Runden auf seiner MV Agusta. „Es ist 50 Jahre her, dass ich mit ihr gefahren bin, aber ich kann mich noch gut an alles erinnern und bin nach wie vor gern auf ihr unterwegs“, sagt der Altmeister schmunzelnd. Was er damals nicht hatte: Elektronik, die ihm das Leben leichter gemacht hätte. Und der Italiener ist sich sicher, dass weniger Elektronik nach wie vor mehr wäre. „Ja, es gibt zu viele elektronische Hilfsmittel. Ich bin der Meinung, dass man den Fahrern mehr Power und weniger Hilfsmittel geben sollte. Oder die Reifen: Manche müssen langsamer fahren, um ins Ziel zu kommen. Aber in einem Rennen sollte es doch um Tempo gehen, oder?“, fragte er.
In Österreich fühlt er sich pudelwohl: „Ich mag diese Strecke. Im Normalfall sind immer viele Leute hier, dieses Jahr ein bisschen weniger. Aber das liegt am Termin, kein Italiener hat zu Ferragosto Zeit für die MotoGP“, sagt er lachend. Dass viele auf Urlaub waren, sah man auch im „Red Bull Gastgarten“, der nicht so stark mit „VIPs“ bestückt war, wie normal. Da war das italienische Abfahrts-Ass Dominik Paris schon das größte Zugpferd, neben vielen Red-Bull-Athleten wie Matthias Walkner oder Thomas Morgenstern. Und Hans Knauß, selbst privat auf zwei Rädern eher auf einer Harley unterwegs, war natürlich wieder mit dabei.
Auf Kurzbesuch kam aber auch der Chef persönlich: Mark Mateschitz war mit Freundin Victoria Swarovski eingeflogen und betätigte sich im Fahrerlager kurzerhand als Chauffeur. Mit an Bord war auch seine Mutter Anna Gerhardter, CEO der „Wings for Life“-Stiftung von Red Bull.