Der seit wenigen Tagen herrschende Krieg im Nahen Osten hat bereits erste Auswirkungen auf Österreich - spürbar, an den Zapfsäulen. Der genaue Tagesschnitt bei den Preiserhöhungen wird zwar erst bekannt gegeben – aber der ÖAMTC hat eine erste Auswertung vorgenommen.

Dominik Graf, ÖAMTC-Verkehrswirtschaftsexperte, sagt: „Bei den Tankstellen, die wir uns anschauen konnten, war eine klare Tendenz erkennbar. Um 12 Uhr mittags ist es stärker nach oben gegangen." Dies ist zwar eine Momentaufnahme, da die Tankstellen die Preise im Laufe des Tages senken können, in Österreich ist die Preiserhöhung jedoch nur einmal pro Tag um 12 Uhr erlaubt. Preiserhöhungen wird man aber deutlich schneller spüren, als Senkungen.

„Gestern zu erhöhten Preisen gekauft, heute schon an der Tankstelle“

Unsere Userinnen und User setzen sich im Kleine-Zeitung-Forum intensiv mit dem Krieg auseinander. Auch die wirtschaftlichen Auswirkungen für den Endverbraucher, die nun beispielsweise an den Tankstellen spürbar sind, lassen die Foristen nicht kalt. Besonders den Umstand, dass Preissteigerungen sehr schnell spürbar sind, während Preissenkungen oft monatelang auf sich warten lassen, kritisieren unsere User, wie „bertl76“: „Immer wieder komisch zu beobachten, wenn der Ölpreis fällt (wie in den letzten drei Monaten vor dem Angriff auf den Iran), merkt man nichts an der Zapfsäule. Aber bei der Erhöhung geht es auf einmal recht schnell.“

Auch „theissue“ zeigt sich überrascht, dass ein erst am Wochenende begonnener Krieg bereits montags zu Preissteigerungen führt: „Schon beeindruckend, wie schnell Erdöl gefördert, transportiert und raffiniert wird. Gestern zu erhöhten Preisen gekauft, heute schon an der Tankstelle das Zeug. Respekt. (...) Das vorher günstig eingekaufte und bereits raffinierte Öl muss natürlich umgehend einer Preissteigerung unterzogen werden (...).“

„Reine Abzocke, sonst nichts“

Die einen hinterfragen, wie es so schnell zu derartigen Preissteigerungen kommen kann, die anderen verärgert es, dass es keine Maßnahmen dagegen gibt. „LusiGolf“ schreibt: „Kurzfristige Preisregulierung könnte man einsetzen, wenn man möchte, aber dafür sind diese Politiker zu feig!“ „ThomasOber“ empfindet das Vorgehen der Öl-Lobby ebenfalls als skrupellos: „Hauptsache mit den Preissenkungen warten, aber wenns mal Grund zur Steigerung gibt, dann sofort erhöhen.“

Und „schlumpf55“ findet klare Worte und fasst sich kurz: „Reine Abzocke, sonst nichts - und alle schauen zu“, während „ronin1234“ versucht, die Preiserhöhung zu relativieren: „Auf der anderen Seite, was sind acht Cent? Nichts. Ein Schilling, zehn Groschen.“