Auch wenn die Formel 1 beim Großen Preis von China kein Regenrennen erwartet, sind die dunklen Wolken über der Boxengasse noch nicht gänzlich verzogen. Vor allem im Hause Red Bull Racing ist die Stimmung angespannt aufgrund der aktuellen Performance des Autos. Im ersten und einzigen Training des Sprint-Wochenendes taten sich die Bullen schwer und kamen am Ende nicht über Platz 16 durch Max Verstappen und Rang 18 durch Liam Lawson hinaus. Zwar lief es im Sprint-Qualifying besser, auf eine gesamte Renndistanz gesehen dürfte jedoch viel fehlen.

Der Rückstand auf die Trainingsbestzeit von McLaren-Mann Lando Norris betrug beim amtierenden Weltmeister aus den Niederlanden 1,78 Sekunden – eine Welt in der Formel 1. „Wir sind nicht siegfähig“, lautete die nüchterne Analyse von Helmut Marko in China nach dem Training. „McLaren ist deutlich überlegen.“ Wie sehr der britische Traditionsrennstall aktuell überlegen ist, fasste Mercedes-Fahrer George Russell zusammen. „Ihr Vorsprung ist viel größer als der von Red Bull jemals war“, meinte der Brite im Laufe der Woche.

McLaren auf und davon

Dieser Aussage kann Marko nur zustimmen. „Er hat recht. McLaren hat bisher noch teilweise geblufft und das Safety Car hat in Australien viel kaschiert. Wenn es trocken ist, fahren sie uns auf und davon.“ Deshalb sieht der Grazer sein Team auch im direkten Kampf mit den Verfolgern. „Wir werden mit Ferrari und Mercedes kämpfen müssen. Wenn wir die Abstimmung nicht finden, sind wir sogar hinter ihnen. Es schaut nicht gut aus.“

Doch gerade an einem Sprint-Wochenende ist die Suche nach der richtigen Abstimmung eine schwierige. Auf das einzige Training am Freitag folgt bereits die Qualifikation für das verkürzte Rennen. Am Samstag stehen dann der Sprint und das Qualifying für den Grand Prix am Sonntag auf dem Programm. Wenig Zeit also, um das Auto in das richtige Fenster zu bekommen. Offenbar gelang Red Bull aber ein Schritt nach vorne. Im Sprint-Qualifying stellte Verstappen seinen RB21 auf Startplatz zwei ab, während Lawson als 20. enttäuschte. „Das war auch der Max-Faktor“, meinte Marko. „Wir hoffen auf einen Top-3-Platz.“