Die Spannung steigt, der Druck wird höher – in Melbourne kehrt die Formel 1 nach monatelanger Pause zurück aus dem Winterschlaf und sorgt sofort wieder für Spannung. Nach den ersten Trainingseinheiten bestätigt sich zumindest das Bild der Testfahrten in Bahrain. Während Red Bull Racing noch etwas Aufholbedarf hat, was RB-Motorsportberater Helmut Marko im Gespräch mit der Kleinen Zeitung auch bestätigte, dürfte McLaren jenes Team sein, das es zu schlagen gilt.
Schon bei den Tests war der MCL-39 enorm konstant und auf den Straßen Melbournes nun auch pfeilschnell. Woher kommt der Vorsprung des britischen Traditionsteams also? „McLaren hatte bereits im vergangenen Jahr ein Auto, das keine Schwächen hatte, egal ob in langsamen oder schnellen Kurven. Genau das war einmal unsere Stärke“, verrät Marko, der aber nicht viel von etwaiger Schwarzmalerei hält. „Nach den ersten Sessions in dieser Saison wird das Bild immer klarer werden, dann werden wir sehen, wie es wirklich aussieht.“
Piastri als Favorit
Grundsätzlich führt man den Kampf um die WM-Krone aber wohl gegen den Rennstall aus dem englischen Woking. Mit Lando Norris und Oscar Piastri, der seinen Vertrag jüngst um mehrere Jahre verlängert hat, besitzt McLaren auch eines der besten Fahrerduos in der Motorsport-Königsklasse. Der interne Kampf könnte also äußerst hart werden, auch wenn der 81-jährige Grazer einen Favoriten auserkoren hat. „Nachdem Piastri langfristig verlängert hat, würde ich sagen, dass McLaren auf ihn setzt.“
Spannend wird auch die Thematik rund um etwaige Regelverstöße. Bereits nach den Tests kamen in Bahrain Gerüchte auf, dass McLaren ein sogenanntes „Mini-DRS“ benutzt. Bei hohen Geschwindigkeiten soll sich der Heckflügel so stark verformen, dass dadurch weniger Luftwiderstand entsteht. Man sei sich nicht sicher, ob dieser Trick mit dem Reglement vereinbar sei. „Wir werden ganz sicher und auf alle Fälle sehr genau hinschauen“, versichert auch Marko.