WAC-Präsident Dietmar Riegler wird am 25. April 60 Jahre jung, seine Gattin Waltraud legt am 21. Mai nach. Gefeiert wird stilecht in der Lavanttal-Arena: Ab 19 Uhr gibt’s 90 Minuten Party – also exakt ein Fußballspiel lang. Mit Gratis-Ausschank und Livemusik.

Mitfeiern werden natürlich auch zahlreiche Wegbegleiter. Einige davon haben wir gebeten, ein paar Anekdoten und gut gehütete „Geheimnisse“ über Didi auszuplaudern. Und wie das bei guten Freunden so ist, ganz dicht gehalten hat da keiner. Los geht‘s:

Jeden Tag ein Bummerl

Dietmar und Waltraud Riegler: jeden Tag wird ein Bummerl beim Zweierschnapsen ausgespielt
Dietmar und Waltraud Riegler: jeden Tag wird ein Bummerl beim Zweierschnapsen ausgespielt © Markus Traussnig

Den Anfang macht – logisch – Dietmars Herzdame, die Frau Präsidentin höchstpersönlich. „Unser Tag endet praktisch immer mit einer Runde Kartln, ein Bummerl Zweierschnapsen“, erzählt Waltraud. „Mit Kassa natürlich. Der Verlierer zahlt.“ Eine klare Sache? „Meistens haut er mich rein. Aber in Wahrheit lass ich ihn gewinnen“, zwinkert sie – und wirft routiniert den nächsten Euro ein. Haushaltsbudget gesichert.

Trainingsanzüge vom Basar

Zurück in die 1990er: Horst Nössler war Sektionsleiter beim SK St. Andrä, Riegler sein Spieler – und später sein Glücksgriff für die Zukunft. „Mit ihm hatten wir dann gleich unser erstes Trainingslager in der Türkei.“ Noch ohne passendes Vereinsoutfit. „Also hat Dietmar gleich am türkischen Basar zugeschlagen und uns allen Trainingsanzüge gekauft. Blaue Adidas-Anzüge, richtige Markenware“, lacht Nössler heute noch. „Die Qualität ließ überraschenderweise zu wünschen übrig. Nach drei Spieltagen haben die Reißverschlüsse gestreikt. Aber der Teamgeist war original.“

Du Trottel, war das notwendig?

Dietmar Riegler und Jürgen Schratter kennen sich seit der Jugend
Dietmar Riegler und Jürgen Schratter kennen sich seit der Jugend © GEPA pictures

Die vielleicht längste Freundschaft verbindet Riegler mit Jürgen Schratter – und die begann in der Jugend, sagen wir: körperbetont.„Didi hatte mich überspielt, ich bin ihm hinterher, hab‘ ihn umgeschnitten.“ Blaue Karte für Schratter. Wie reagierte Riegler? „Er stand auf und hat mir eine aufgelegt“, lacht Schratter. Blaue Karte für Riegler. „Didi saß im Dress auf der Tribüne, ich wollte mich entschuldigen. Er meinte nur: ,Du Trottel, war das notwendig? Jetzt sitzen wir beide heraußen.‘ Das war gegen vier Uhr Nachmittag. Um Mitternacht sind wir noch immer gemeinsam – im Dress – an der Theke gestanden.“ Freundschaft fürs Leben, quasi amtlich beglaubigt.

Dietmar, der Schneemann

Beim Heliskiing in Kanada
Beim Heliskiing in Kanada © Kk

Steuerberater Max Pulsinger kennt Riegler auch in Extremsituationen – etwa beim Heliskiing in Kanada. „Ein Teil war nach der Abfahrt bereits beim Abholplatz. Daneben war ein Fels, sicher zehn Meter hoch und Dietmar oben drauf. Seine kurze Frage: ,Frei?‘ konnten wir nicht mehr beantworten. Er ist einfach tollkühn mit einem lauten Schrei über diesen Felsen gesprungen. Nach dem freien Fall ist er unter Verlust von Ski und Stöcken im Tiefschnee versunken. Den Rückflug hat er dann als Schneemann genossen.“

Der Herr Pfarrer und das Bäumchen

Riegler und Stadtpfarrer Christoph Kranicki
Riegler und Stadtpfarrer Christoph Kranicki © Kk

Auch Wolfsbergs Stadtpfarrer Christoph Kranicki hat seine liebe Not – zumindest mit Rieglers Urlaubsfotos. „Ich bekomme regelmäßig fromme Bilder geschickt und antworte immer: Du bist offenbar öfter in einer anderen Kirche als in unserer Pfarre.“ Unvergessen auch die Baum-Challenge: „Didi pflanzt ein Bäumchen, gießt es und fragt: ‚Was willst du einmal werden?‘ Antwort: ‚Pellets, Pellets, Pellets!‘“ Die Szene wurde sogar nachgespielt. Wer den Baum mimte? „Bitte fragen Sie nicht. Das bleibt ein Beichtgeheimnis.“

Riegler in der Kirche, wieder einmal in irgendeiner, aber nicht in Wolfsberg
Riegler in der Kirche, wieder einmal in irgendeiner, aber nicht in Wolfsberg © Kk

Die Leidenschaft Segeln

Die Segelrunde mit Captain Didi
Die Segelrunde mit Captain Didi © Kk

Rudi Maier hat Riegler auf hoher See erlebt. „Seit unserem ersten Segeltörn hat ihn das Seefieber gepackt. 2017 machten wir in Opatija gemeinsam das Küstenpatent. Danach folgten Segeltörns mit Familie und der Alt-Herren-Runde des WAC – doch ganz ohne Slapstick geht’s nicht: „Beim Anlegen wurde das Seil dem Hafenmeister zugeworfen – allerdings ohne es am Boot festzumachen.“ Ergebnis: Freiflug für die Leine, Gelächter im Hafen – und Kapitän Didi durfte das Manöver noch einmal fahren. Diesmal mit Verbindung zur Realität.

Der Schneeschaufler und die Heizkanone

Auch auf heimischem Boden zeigt sich: Riegler ist ein Anpacker. Clubmanager Markus Perchthaler erinnert sich an Zeiten ohne Rasenheizung. „Es hat geschneit, also hat Didi zur Schaufel gegriffen.“ Gemeinsam mit Fans wurde der Platz freigeräumt – Fußball als Gemeinschaftsprojekt. „Ein anderes Mal war der Boden gefroren. Didi stellt ein Zelt auf, Heizkanone rein – und tatsächlich: Der Platz war bespielbar.“ Improvisation? Nein, Kärntner Ingenieurskunst.

Die römische Vespa-Runde

Die Vespa-Runde cruiste von Rom nach Kärnten
Die Vespa-Runde cruiste von Rom nach Kärnten © Kk

Etwas entspannter geht’s auf der Vespa zu, wie Akademieleiter Walter Kogler erzählt. „Wir sind oft zu viert unterwegs – Didi und Waltraud, meine Frau Ute und ich.“ Highlight: eine Woche von Rom nach Kärnten. „Die ersten Hotels gebucht, danach einfach treiben lassen.“ Navigationsgerät: Bauchgefühl. Treibstoff: gute Laune.

Die Glatze und der Gesangsverein

Auch wir von der Sportredaktion erinnern uns gern – etwa an den 11. Dezember 2020. Riegler versprach: „Wenn wir in der Europa League den Aufstieg in die K.O.-Phase schaffen, lasse ich mir eine Glatze scheren.“ Der WAC schloss die Gruppe hinter Dinamo Zagreb und vor Feyenoord und ZSKA Moskau als Zweiter ab, stieg auf. Riegler löste den Wetteinsatz ein. Hier das Ergebnis:

Die Glatze
Die Glatze © Hans Oberlaender

Und natürlich darf ein mittlerweile Klassiker nicht fehlen: Monaco, August 2019. Im Grimaldi Forum, dem Konferenz- und Kulturzentrum in der Nähe des berühmten Hafens und des Casinos, zelebrierte der europäische Fußballverband Uefa die Auslosung der Champions League und der Europa League. Während im Anschluss daran die Vertreter der Großklubs wie Real Madrid oder FC Bayern Champagner und Kaviar genossen, marschierte die Abordnung des WAC über die Straße, setzte sich ins nächste „Stüberl“, das „Cafe Sass“, und stieß mit einer Runde Spritzer auf die Auslosung an - samt kleiner Gesangseinlage und einem „Prost, WAC“.

Nach der Veröffentlichung erhielten wir einen – nicht ganz ernst gemeinten – Anruf von der Frau Präsidentin: „Bitte goar schen. Furchtbar. Löschts das.“ Machten wir nicht. Weil der Herr Präsident konterte: „Wir haben doch so schön gesungen.“ Überzeugen Sie sich selbst:

Dietmar und Waltraud werden Großeltern

Die Rieglers werden Großeltern
Die Rieglers werden Großeltern © Kk

Das Beste kommt zum Schluss: die Familie. „Papa hat beruflich viel Stress, ist aber trotzdem immer für mich da, wenn ich ihn brauche. Ich lache gern – und das habe ich ganz sicher von meinem Papa gelernt. Wer ihn kennt, weiß, wovon ich rede“, erzählt Tochter Johanna.

Und auch Sohn Jakob hat etwas zu erzählen: „Wir waren in Italien, meine Eltern haben überhaupt nichts geahnt“, schmunzelt Jakob, der gemeinsam mit seiner Partnerin Magdalena eine freudige Überraschung vorbereitet hatte: „Wir hatten einen Baby-Body gemacht, mit dem WAC-Logo und den Worten ,Neuzugang 2026‘. Die Freude, dass sie im Oktober erstmals Großeltern werden war riesengroß. Er ist sehr aufmerksam, fragt immer nach.“ Und Opa und Oma sind fix eingeplant: „Sie hatten sicher andere Pläne in der Pension, die haben wir ihnen durchkreuzt“, lacht Jakob und findet dann persönliche Worte: „Papa ist im Berufsleben sehr angespannt. Die Zeit mit seinem Enkel oder seiner Enkelin wird ihm guttun. Familie ist das Wichtigste für ihn.“

Die Rieglers on tour: Dietmar, Waltraud, Jakob und Johanna als Fans des ÖFB-Teams ...
Die Rieglers on tour: Dietmar, Waltraud, Jakob und Johanna als Fans des ÖFB-Teams ... © Kk
... und bei einem Städtetrip in Berlin
... und bei einem Städtetrip in Berlin © Kk