Ein Traumstrand am malerischen Schauplatz Nusa Dua und mittendrin Kärntens Billard-„Queen“ Jasmin Ouschan, die solche einmaligen Momente inzwischen mit einem gewissen Abstand auf sich wirken lässt. „Es ist ein schöner Luxus, den man mit dem Job kombinieren kann. Zuerst waren wir im Dschungel, im Affenwald, bei den Reisterrassen und in Meditationseinrichtungen. Das war pure Tradition, ich habe diese eigene Energie genossen. Am Montag war ich beim Eisbaden am Beach und am Dienstag wage ich mich noch aufs Surfbrett“, kann sich die Kärntnerin im Augenblick kein besseres Fleckchen Erde vorstellen. „Ich habe zum Organisator gemeint, dass wir künftig alle Events hier spielen.“ Im berühmten Westin Hotel werden von Mittwoch bis Sonntag die WM-Medaillen vergeben. Während Jasmin die 10er-Ball-Weltmeisterschaft in Angriff nimmt, geht‘s bei Bruder Albin im 8er-Ball sowie im Doppel um den großen Coup.

Herausragend, so beschreibt sich die bisherige Saison der 39-Jährigen am besten. Zu Beginn des Jahres gewann sie ein Profitour-Event in den USA, gefolgt von ihrem 28. Einzel-Europameistertitel sowie dem 20. Euro-Tourtitel. Darüber hinaus gab‘s EM-Gold im Team mit Sandra Baumgartner und Lena Primus und zum Drüberstreuen WM-Gold bei der 8er-Ball-WM. „Mit dem zweiten WM-Titel habe ich mir einen persönlichen Wunsch erfüllt und ich hoffe, dass ich diese Energie mitnehmen kann. Ich bin fit und bereit, was auf mich zukommt. Die Würfel werden aber wieder neu gemischt“, konkretisiert Ouschan, die in der heurigen Vorbereitung an ihrem Spiel herumgetüftelt hat. „Viele glauben, wenn man einmal die Fähigkeiten erlernt hat, kann man sie, dem ist aber so nicht. Es kommen permanent Findungsprozesse auf einen zu.“

„Ich bin achtsamer, dankbarer und befreiter“

Gerade das auf einen zugeschnittene Rezept, zurück zu den essenziellen Fähigkeiten zu finden, hat sich ausgezahlt. Doch die Ausnahmekönnerin, die 2006 die niederschmetternde Diagnose „rheumatoide Arthritis“ erhielt („ich bin in ständiger Therapie, aber mir geht es gut“), macht kein Geheimnis daraus, „dass es in meinem Leben viele Auf und Abs, schmerzhafte Phasen und Blockaden gegeben hat. Aufgrund von Erfahrungen finde ich mehr zu mir und komme von der reinen Leistungsperson weg. Ich weiß, was ich nicht mehr will, bin achtsamer, dankbarer und befreiter“, verdeutlicht Ouschan, die als Sportlerin nach Perfektion strebt.

Ziele sind für die ehemalige „Dancing Star“-Kandidatin ein wesentlicher Bestandteil ihrer Laufbahn. Diesbezüglich hat sie sich vorgenommen, den Thron der Damen-Weltrangliste wieder zu erklimmen – aktuell rangiert sie auf Rang drei. Auf die direkte Frage, ob sie in ihrem Leben etwas bereut habe, meint sie ehrlich: „Es gab Situationen, wo ich sage, das hätte ich nicht so tun sollen. Nur im Nachhinein kommt man drauf, alles was einmal passiert ist, egal ob positiv oder negativ, hat mich dorthin gebracht, wo ich jetzt bin. Noch dazu hat es mich etwas gelehrt und wer weiß, wo ich sonst stehen würde. Es wird alles seinen Sinn haben.“