Die Gedankenwelt eines Profisportlers steht niemals wirklich still. So spielen auch „Throwbacks“ – Rückschläge gewissermaßen – andauernd eine wesentliche Rolle. Ski-Star Marco Schwarz verriet diesbezüglich, wie sehr ihm die letzte Saison zu schaffen gemacht hat. „Ich bin oft in der Früh aufgestanden und habe gedacht: Wie soll ich das schaffen und Skifahren? Das waren echt sehr zache Momente. Extrem mühsam für den Kopf, da ich mit beiden Knien und dem Rücken gleich drei Baustellen hatte. Da musste ich mich teilweise wirklich überwinden.“

Der 29-Jährige, der das Rampenlicht lieber meidet, habe versucht, zu verinnerlichen, dass das sogenannte „Drübergehen über den Schmerz“ nichts bringt. „Da gab es ein Training in Kranjska Gora, wo mir alles wehgetan hat. Ich glaube, bei der dritten Fahrt habe ich es mir dann eingestanden, dass es nicht geht. So etwas haut einen richtig zurück“, erzählt der Kärntner und verrät: „Ich hatte nicht mehr als eine Handvoll halbwegs schmerzfreie Tage letzte Saison.“ Schwarz macht kein Geheimnis daraus, dass er eher der Typ sei, der solche Dinge mit sich selbst ausmacht, statt mit anderen zu reden. „Ob das aber immer das Richtige ist, sei dahingestellt. Aber zumindest mit meinen Physios, die mich täglich in der Hand haben, bin ich in gutem Austausch.“

Schwarz durchlebte teilweise lange Phasen, die von starken Schmerzen geprägt waren. Ans Aufhören dachte er aber nie. „Und ich hoffe, dass der Moment auch nie kommt“, meint Schwarz, der sich selbst am meisten Druck auferlegt, „was auch nicht immer so einfach ist“. Aktuell strotzt der Kombinations-Weltmeister von 2021 vor Motivation: „Ich fühle mich sehr gut und mein Körper spielt aktuell mit“.

Zuletzt gönnte sich der Radentheiner mit seiner Freundin ein paar erholsame Tage im Baskenland – inklusive Trainingseinheiten. „In dieser Phase hat das Knie etwas gezwickt und deshalb habe ich mich noch einmal kurz rausgenommen. Jetzt bin ich aber schon wieder richtig hungrig aufs Skifahren. Anfang August geht‘s nach Saas-Fee“, erzählt der Allrounder, der diese Woche mit den heimischen ÖSV-Technikern in neuer Konstellation im Werzers Hotel Resort Pörtschach ein Konditionscamp absolviert.

Ein „Getriebener“

Auf die Disziplinen angesprochen ließ er durchsickern, dass er den Super-G (da ist er wieder in die Top 30 gerutscht) mitnehmen will. „In Chile kann ich mit den Abfahrern wieder reinschnuppern. Und ich muss auch schauen, wie sich das Slalomtraining entwickelt, da bin ich ja relativ weit zurückgefallen. Der Fokus ist aktuell auf den technischen Disziplinen, da ist auch der Slalom fix dabei. Nur wenn der Probleme machen würde, ich keine Chancen mehr sehe und nicht mehr unter die 30 wäre, muss ich mich umorientieren. Aber bevor ich nicht die 500 Punkte habe, werde ich keine Abfahrt fahren“, bezeichnet sich Schwarz selbst „als Getriebener“. Die Olympischen Winterspiele in Italien sind für „Blacky“ im Augenblick jedoch „noch sehr weit weg. Das kommt dann im Zeitraum der Nominierungen.“