Abenteuer Indien, in einer knapp 20-Millionen-Menschen-Metropole Kolkata. Mittelstürmer Marc Schmerböck hat in seiner fünfmonatigen Zeit beim SC Mohammedan in der Indian Super League eine völlig andere Welt erlebt. „Was den Fußball betrifft, war es unglaublich. Ich bin mit hoher Erwartungshaltung hin, da Marko Stankovic, der selbst dort gespielt hat, so davon geschwärmt hat. Aber es war noch besser, als ich mir gedacht habe.“
Die Legionäre lebten in einer Wohnanlage, inklusive Fitnessstudio, Sportanlagen und Pool. „Ich habe mich sofort wohl gefühlt, da gleich eine Gemeinschaft da gewesen ist.“ Der Fußball in Indien – hier dürfen nur vier Ausländer am Feld stehen – sei taktisch und vom Spielverständnis her auf einem nicht so hohen Niveau wie in Österreich, „aber die Spieler sind richtig lästig. Du musst jeden zig Mal überspielen und dann rennen sie dir noch immer nach.“
Ausbildung zum Scout und Kaderplaner absolviert
Das Leben abseits des Rasens bezeichnet der Steirer „als Challenge. Es war so, wie man sich Indien irgendwie original vorstellt. Sogar die Inder selbst erzählen, dass es in Kolkata extrem schwierig ist. Du siehst sehr viel Armut, das Wasser und teilweise die Qualität beim Essen sind schlecht, dazu kommt die Luftverschmutzung. Das lässt einen nicht kalt“, verdeutlicht der 31-Jährige, der 2018 mit Sturm Graz den ÖFB-Cup-Titel holte.
In einer seiner zwei „Amtszeiten“ beim WAC zog er sich einen Kreuzbandriss zu – und ihm ist das Gefühl, vereinslos zu sein, nicht fremd. „Du lernst zu schätzen, wenn du Fußballer sein darfst. Mich hat der Fußball sehr geprägt, er hat mir viel fürs Leben mitgegeben. Du lernst schnell, Verantwortung zu übernehmen“, erzählt Schmerböck, der eine Ausbildung zum Scout und Kaderplaner absolvierte und voraussichtlich nächstes Jahr sein Sportmanagement-Studium abschließen wird. „Denn es gibt ein Leben nach der aktiven Karriere.“
Win-Win-Situation
Dass ihn der Weg nach Klagenfurt geführt hat, ist wohl für ihn als auch für den Verein eine Win-Win-Situation. Da er vor Anfang August nicht Bescheid gewusst hätte, ob er tatsächlich in Indien bleiben kann, entschied er sich in die Heimat zurückzukehren. „Ich wollte Klarheit und mir war wichtig, eine Vorbereitung mitzumachen, da ich jetzt zweimal mitten in der Meisterschaft eingestiegen bin.“ Bei den Violetten soll er nun als Führungsspieler seine Qualitäten (unter anderem sein linker Fuß und der Abschluss) unter Beweis stellen und mit seiner Routine die Jungen mitreißen.