Wer will schon auf der Bank versauern? Diese Frage musste sich Basketballer Lukas Simoner in Graz stellen. Sein Wechsel zu seiner alten Wirkungsstätte nach Klagenfurt hatte insofern mehrere Gründe, wie er verriet: „Einer war, dass ich nicht so viel Spielzeit bekommen habe.“
Der Klagenfurter fühlte bei den Wörthersee Piraten vor und „letztlich waren von der Idee alle begeistert. Zu einem funktionierenden Team dazuzustoßen ist zwar nie einfach, aber es hat perfekt geklappt. Es war die richtige Entscheidung“, versichert der Spätstarter, der seine Basketballleidenschaft auf untypische Art entdeckt hat. „Ich habe mir bei einer USA-Reise ein uraltes Computerspiel um fünf Dollar gekauft. Das hat mir getaugt und danach bin ich in den Europapark spielen gegangen.“
Für die Piraten geht es sukzessive bergauf, wobei ein möglicher Aufstieg mit dementsprechendem Budget zusammenhängt. „Das ist extrem schwierig, da die Stadt kein Geld hat. Und die Liga gibt Voraussetzungen vor, die zurzeit noch nicht erfüllt werden können.“ Die Halle sei momentan „nicht 1. Liga tauglich, aber für uns Spieler liegt der Fokus trotzdem auf dem Meistertitel. Mal schauen, wie sich alles entwickelt.“
„Mit Zwang wird es nicht besser“
Simoners Performance kann sich sehen lassen – die fehlende Matchpraxis ist ihm nicht anzumerken. „Das Coolste ist, dass du Trainer und Mitspieler hast, die dir völlig vertrauen und nicht welche, die darauf warten, dass dir Fehler unterlaufen und du gleich dafür bestraft wirst. Das ist wie ein Teufelskreis. Du hast Angst Fehler zu machen und dann wird es schwierig da rauszukommen. Mit Zwang wird es nicht besser“, verdeutlicht der Nationalteamspieler und lobt die Arbeitsweise von Piraten-Coach Andreas Kuttnig. „Wir haben extrem durchdachte Trainings und sind taktisch immer top vorbereitet.“
Der Kärntner ist nicht nur am Basketballparkett, sondern auch auf Social Media eine Nummer. Seit zwei Jahren präsentiert der 1,90-Meter-Mann Videos auf diversen Kanälen, nach dem Motto „Learning by doing“. Das Konzept schlug in kürzester Zeit ein, „dass es schon mein Hauptberuf ist. Mittlerweile habe ich einen Agenten, der gewisse Deals aushandelt.“ Auf Instagram folgen dem 25-Jährigen 124.000 Menschen, auf TikTok gar 330.000. Eine größere Wohnung musste her, um seine 225 Paar Basketballschuhe unterzubekommen.
Und sportlich?
Am Samstag findet das Stadtderby zwischen dem aktuellen Tabellenführer und KOŠ Klagenfurt statt.